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Wasser
- Unser kostbarstes Gut (Ausgabe
02/09) |
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Haben
Sie das schon mal erlebt? Sie stehen morgens auf, gehen ins Bad,
drehen den Wasserhahn auf und...nichts passiert. Es kommt kein
Wasser. Hier auf La Palma gibt es das immer wieder mal in einigen
Gemeinden und obwohl man weiß, das dauert nicht lange an,
so ist es doch unangenehm und man merkt wieder mal, für wie
viele Gelegenheiten man Wasser braucht. Richtig unangenehm wird
das dann, wenn das Wasser gleich mehrere Tage ausbleibt. So erging
es etlichen Haushalten in Fuencaliente nach dem katastrophalen
Brand Anfang August. Zwar hat so manches Haus ein Deposito und
Wasser wagen waren auch unterwegs, dennoch macht eine solche Ausnahmesituation
klar, wie wichtig dieser Stoff ist.
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Wenn es darum geht, Ressourcen zu verschwenden, dann sind die USA
oft Spitzenreiter. So sind sie auch beim Umgang mit Trinkwasser die
verbrauchsstärkste Nation. Die Skala des weltweiten Verbrauchs
von Trinkwasser reicht von 50 Liter täglich pro Kopf (Wassermangel-Schwelle)
bis zu 575 Liter täglich pro Kopf in den USA. Spanien liegt
derzeit mit 320 Litern im Mittelfeld, Deutschland im unteren Drittel
mit 185 Litern täglich pro Person.
Währenddessen sind weltweit 1,1 Milliarden Menschen ohne sauberes
Trinkwasser. Die Folgen: mangelnden Hygiene und Krankheiten breiten
sich aus. Jährlich sterben Millionen Menschen wegen akuten Wassermangels
oder an den krankheitsbedingten Folgen.
Wasser ist ein knappes Gut! Obwohl mehr als 70% der Erdoberfläche
mit Wasser bedeckt ist, sind nur 2,5 % Süßwasser und
wiederum davon nur etwa 30% zu unserer Nutzung verfügbar.
Der Rest ist in Gletschern verborgen.
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Derzeit
herrscht in 31 Ländern der Erde dauernder Wassermangel. Schon
in 2025 werden es rund 50 Länder sein, denn der Verbrauch
steigt weiterhin rapide an. Sogar börsennotierte Unternehmen
spekulieren bereits damit.
Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang
ist auch die skrupellose Abholzung des Regenwaldes. Die globale
Waldfläche schrumpft
jährlich um 7,32 Millionen Hektar, am meisten in Mittel- und
Südamerika, der Karibik und Afrika. Dieser rücksichtslose
Umgang mit der Natur wird sich in den kommenden Jahren in Form
von Fluten, Dürren und der Verringerung von Süßwasser
mit unabsehbaren Folgen bemerkbar machen, da die natürlichen
Kreisläufe zerstört werden.
Im trockenen Süden Spaniens ist Wasser ohnehin knapp, doch
die ausgedehnte Landwirtschaft und Blumenindustrie in dieser Region
verschlimmert diesen Zustand immens. Hier wird deutlich mehr Wasser
verbraucht, als sich natürlich regenerieren kann. Schon im
Jahr 2000 wurde von der Regierung ein Bewässerungsplan für
die betroffenen Regionen vorgelegt, der das Wasser aus dem Ebro
durch den Bau von 120 Stauseen, zahlreichen Kanälen und Pipelines
an die gesamte Mittelmeerküste bringen sollte. Die gesamte
Region vonBarcelona bis Almeria sollte so mit Wasser versorgt werden.
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Die
Pläne stießen jedoch auf großen öffentlichen
Widerstand. Naturschützer befürchteten durch den massiven
Eingriff in die Natur zahlreiche Überflutungen und das Austrocknen
des Ebro-Deltas. Das Delta ist Europas zweitgrößtes
Feuchtbiotop.
Neben der Versorgung mit Stadtwasser gibt es auf La Palma schon seit
dem 19. Jahrhundert ein, von privaten Wassergesellschaften unterhaltenes
Bewässerungssystem, welches das Wasser aus den regenreichen
Bergen hinunter in die Städte und Dörfer bringt.
Mit dem Erwerb einer Wasseraktie hat der Inhaber das Recht auf die
kontinuierliche Versorgung mit einer bestimmten Wassermenge pro Minute.
Das stetig zulaufende Wasser wird in offenen oder geschlossenen Tanks
gespeichert, je nachdem, ob es als Trinkwasser oder ausschließlich
zur Gartenbewässerung genutzt wird.
Da La Palma zu den regenreicheren Inseln der Kanaren gehört,
erscheint uns hier die Gefahr einer Wasserknappheit eher gering.
Und dennoch gibt es auch hier wahre „Wassersäufer“,z.
B. die Bananenplantagen. Und in Zukunft werden es vielleicht die
von einigen so heiß ersehnten Golfplätze sein, die bekanntermaßen
die so kostbare Ressource Wasser verschwenden. Was wir hier bereits
beobachten können, ist, dass die Regenmengen kontinuierlich
abnehmen, auch wir leben nicht auf einer Insel der Glückseligen,
abgeschottet von den Folgen der globalen Wassermisswirtschaft.
Um unser Auskommen an Trinkwasser auch in Zukunft zu sichern, müssen
wir Heute handeln und sparsam damit umgehen. Jeder Einzelne von
uns, denn nur so werden auch die nachfolgenden Generationen existieren
können.
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