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Wasser – unser kostbarstes Gut

Dez 18, 09 • NewsKommentare deaktiviertRead More »

Haben Sie das schon mal erlebt? Sie stehen morgens auf, gehen ins Bad, drehen den Wasserhahn auf und…nichts passiert. Es kommt kein Wasser. Hier auf La Palma gibt es das immer wieder mal in einigen Gemeinden und obwohl man weiß, das dauert nicht lange an, so ist es doch unangenehm und man merkt wieder mal, für wie viele Gelegenheiten man Wasser braucht. Richtig unangenehm wird das dann, wenn das Wasser gleich mehrere Tage ausbleibt. So erging es etlichen Haushalten in Fuencaliente nach dem katastrophalen Brand Anfang August. Zwar hat so manches Haus ein Deposito und Wasser wagen waren auch unterwegs, dennoch macht eine solche Ausnahmesituation klar, wie wichtig dieser Stoff ist.Wenn es darum geht, Ressourcen zu verschwenden, dann sind die USA oft Spitzenreiter. So sind sie auch beim Umgang mit Trinkwasser die verbrauchsstärkste Nation. Die Skala des weltweiten Verbrauchs von Trinkwasser reicht von 50 Liter täglich pro Kopf (Wassermangel-Schwelle) bis zu 575 Liter täglich pro Kopf in den USA. Spanien liegt derzeit mit 320 Litern im Mittelfeld, Deutschland im unteren Drittel mit 185 Litern täglich pro Person.

Währenddessen sind weltweit 1,1 Milliarden Menschen ohne sauberes Trinkwasser. Die Folgen: mangelnden Hygiene und Krankheiten breiten sich aus. Jährlich sterben Millionen Menschen wegen akuten Wassermangels oder an den krankheitsbedingten Folgen. Wasser ist ein knappes Gut! Obwohl mehr als 70% der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt ist, sind nur 2,5 % Süßwasser und wiederum davon nur etwa 30% zu unserer Nutzung verfügbar. Der Rest ist in Gletschern verborgen.

Derzeit herrscht in 31 Ländern der Erde dauernder Wassermangel. Schon in 2025 werden es rund 50 Länder sein, denn der Verbrauch steigt weiterhin rapide an. Sogar börsennotierte Unternehmen spekulieren bereits damit.
Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist auch die skrupellose Abholzung des Regenwaldes. Die globale Waldfläche schrumpft jährlich um 7,32 Millionen Hektar, am meisten in Mittel- und Südamerika, der Karibik und Afrika. Dieser rücksichtslose Umgang mit der Natur wird sich in den kommenden Jahren in Form von Fluten, Dürren und der Verringerung von Süßwasser mit unabsehbaren Folgen bemerkbar machen, da die natürlichen Kreisläufe zerstört werden.
Im trockenen Süden Spaniens ist Wasser ohnehin knapp, doch die ausgedehnte Landwirtschaft und Blumenindustrie in dieser Region verschlimmert diesen Zustand immens. Hier wird deutlich mehr Wasser verbraucht, als sich natürlich regenerieren kann. Schon im Jahr 2000 wurde von der Regierung ein Bewässerungsplan für die betroffenen Regionen vorgelegt, der das Wasser aus dem Ebro durch den Bau von 120 Stauseen, zahlreichen Kanälen und Pipelines an die gesamte Mittelmeerküste bringen sollte. Die gesamte Region vonBarcelona bis Almeria sollte so mit Wasser versorgt werden.

Die Pläne stießen jedoch auf großen öffentlichen Widerstand. Naturschützer befürchteten durch den massiven Eingriff in die Natur zahlreiche Überflutungen und das Austrocknen des Ebro-Deltas. Das Delta ist Europas zweitgrößtes Feuchtbiotop.
Neben der Versorgung mit Stadtwasser gibt es auf La Palma schon seit dem 19. Jahrhundert ein, von privaten Wassergesellschaften unterhaltenes Bewässerungssystem, welches das Wasser aus den regenreichen Bergen hinunter in die Städte und Dörfer bringt.
Mit dem Erwerb einer Wasseraktie hat der Inhaber das Recht auf die kontinuierliche Versorgung mit einer bestimmten Wassermenge pro Minute. Das stetig zulaufende Wasser wird in offenen oder geschlossenen Tanks gespeichert, je nachdem, ob es als Trinkwasser oder ausschließlich zur Gartenbewässerung genutzt wird.
Da La Palma zu den regenreicheren Inseln der Kanaren gehört, erscheint uns hier die Gefahr einer Wasserknappheit eher gering. Und dennoch gibt es auch hier wahre „Wassersäufer“,z. B. die Bananenplantagen. Und in Zukunft werden es vielleicht die von einigen so heiß ersehnten Golfplätze sein, die bekanntermaßen die so kostbare Ressource Wasser verschwenden. Was wir hier bereits beobachten können, ist, dass die Regenmengen kontinuierlich abnehmen, auch wir leben nicht auf einer Insel der Glückseligen, abgeschottet von den Folgen der globalen Wassermisswirtschaft. Um unser Auskommen an Trinkwasser auch in Zukunft zu sichern, müssen wir Heute handeln und sparsam damit umgehen. Jeder Einzelne von uns, denn nur so werden auch die nachfolgenden Generationen existieren können.

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