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Tauchgang vor La Palma

Jul 11, 08 • Freizeit / Ocio, Natur / NaturalezaKommentare deaktiviertRead More »

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Wer auf die Kanaren fliegt, will baden gehen. Wer sich für La Palma entscheidet, merkt bald, dass der Atlantik überall schnell tief wird. Was über Wasser durch steile Barrancos und hohe Berge beeindruckt, geht unter Wasser weiter und ist mit Flossen, Tauchermaske und Schnorchel allenfalls zu erahnen. Warum also nicht richtig tauchen lernen?
Sicher, wir sind für das Leben unter Wasser im Grunde nicht geeignet. Wir brauchen Luft, festen Boden unter den Füßen und eine Orientierung im Raum. Doch die Schwerkraft zu überwinden, in einem für uns lebensfeindlichen Element mit Hilfe einfacher Technik für ungefähr eine Stunde Gast sein zu dürfen, ist ein Menschheitstraum und gerade mitten im Atlantik an Faszination kaum zu übertreffen.
Wer Schwimmen kann, gesunde Ohren hat und über eine durchschnittliche körperliche Konstitution verfügt, der sollte Gerätetauchen ausprobieren. Ohne Leistungsdruck, ganz langsam, denn Tauchen ist kein Wettbewerb. Viele schnelle Bewegungen und Stress brauchen auch viel Luft und verkürzen das Vergnügen – also ist Ruhe angesagt.

Dem Anfänger sei ein Probetauchgang angeraten, z.B. in einer PADI-Tauchschule das „Discover-Scuba-Diving“. Der Tauchlehrer gibt eine ausführliche Einweisung, von einem Video unterstützt. Die Ausrüstung wird gemeinsam vorbereitet und das Tauchgebiet sowie das Verhalten unter Wasser erklärt – dann geht es los.
Die Ausrüstung wiegt schon einiges, Flasche, Jackett zum tarieren der Tauchtiefe, Bleigurt zum Ausgleich des Auftriebs vor allem des Anzugs, Atemregler, Flossen, Maske etc. – da kommen schon 20 Kg zusammen. Selbst im Winter ist jedem Taucher warm, der das Wasser erreicht hat.
Das eigene Körpergewicht wie das der Ausrüstung ist verflogen, sobald man im Wasser ist. Und darum geht es: Schwerelos wie ein Astronaut darf man sein, am Jackett lässt sich der Auftrieb im Zusammenspiel mit der Atmung so genau regulieren, das man frei in der gewählten Tiefe schwebt. Kaum ein Flossenschlag ist nötig, um dem vielfältigen Leben unter Wasser zu folgen. Selbst in Tiefen bis zu 10 Metern.

Fischschwärme begleiten die Taucher, einzelne Exemplare suchen die Felsen ab oder verbergen sich in Höhlen und Nischen. Was man bisher nur aus dem Fernsehen kannte, ist unmittelbare Gegenwart, dazu noch in der grandiosen Felslandschaft erstarrter Lavaströme. Auch Anfänger können zwischen 30 und 45 Minuten unter Wasser sein, bis der Füllstand der Flasche zur Rückkehr zwingt.
Sicher, das tiefe Blau, der erforderliche Druckausgleich, die fehlende Schwerkraft und die – wie eingangs erwähnt – eigentlich für den Menschen ungeeignete Umgebung sind Herausforderungen – aber man ist nie alleine. Mit Hilfe einfacher Zeichensprache der Taucher kann jeder jederzeit den Tauchgang beenden – doch, aus diesem Film taucht man nur ungern wieder auf. (hcr) (Ausgabe 1 / Sommer 2008)

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