E-Autos: Regenerative Energie, Zeit des Umdenkens!!!!

La Palma ist eine Sonnen-Insel. Umso unverständlicher ist die Trägheit der Inselregierung zum Thema regenerative Energiegewinnung.

Wenn wir erst wieder mehr als 100 Euro für ein Barrel Öl bezahlen müssen, dann werden auch die Preise für regenerative Energien wieder steigen. Und der Ölpreis wird wieder steigen!

Eine Photovoltaik-Anlage kostet derzeit ca. 2200.- Euro/Kilowatt Leistung. Will man sich von den Stromversorgern ganz unabhängig machen, kommen für die Batterien noch einmal ca. 2000.- /KW hinzu. Für einen Haushalt mit bis zu drei Personen genügt in der Regel eine 3KW-Anlage. Macht also ca. 12 bis 14T€ . Das klingt viel, das ist viel! Aber wir können es uns nicht mehr leisten, nur noch in Rendite oder Kosten/Nutzen-Faktoren zu denken, mit dem Öl umzugehen, als würde es nachwachsen.

Wir müssen Verantwortung übernehmen und dafür Sorge tragen, Ressourcen zu schonen. Ein Weg besteht in der Nutzung der Sonnenenergie. Keine neue Erkenntnis, doch scheinbar auf unserer Insel noch nicht genügend kommuniziert. Mit dieser Energie liesse sich ein Elektroauto bewegen, und gleich mehrfach unsere Umwelt schonen.

Neben den Vorteilen der Unabhängigkeit gegenüber den Energieversorgern oder Benzinpreisen, ist die Entscheidung zum Elektroauto auch eine Frage des Gefühls, denn über diesen Weg lassen sich bekanntlich viele Dinge verkaufen. Also muss ein Elektroauto auch ein gewisses Sexappeal ausstrahlen. Von Nissan kommen gleich mehrere Autos, die zu den meist verkauften E-Autos der Welt gehören. Der Nissan Leaf, ein PKW und seit geraumer Zeit auch der kleine Transporter E-NV200 Evalia. Den konnten wir kurz fahren und uns von der Leistungsfähigkeit überzeugen.

Der Spanische Staat zeigt sich im Vergleich zu anderen europäischen Staaten recht spendabel, was die Subventionen angeht. So bezuschusst die spanische Regierung den Kauf eines E-Autos mit bis zu 6500,- Euro und liegt damit auf Platz eins, vor Frankreich, mit 6200.- Euro Subvention. Deutschland befreit den Käufer lediglich für zehn Jahre von der KFZ Steuer (Stand 04/2016 s. Nachtrag). Ein eher geiziges Verhalten im Hinblick auf die wirtschaftliche Stärke des Landes.

Nachtrag: Am heutigen Tage, dem 18.05.2016 hat die deutsche Regierung ein neues Subventionspaket beschlossen, welches nun auch in Deutschland Zuschüsse bis 4000,-Euro bei Kauf eines E-Autos vorsieht, zumindest solange das Milliardenpaket nicht ausgeschöpft ist. Die 10-jährige Steuerbefreiung bleibt weiterhin bestehen.

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung der Finca AUTARCA auf La Palma für angewandte Permakultur

Wahlen in Katalonien

Bündnis für Unabhängigkeit gewinnt Wahlen in Katalonien

Es kann in den kommenden Wochen zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung zwischen Spanien und der autonomen Provinz Katalonien kommen.
Die Wähler in der autonomen Provinz Katalonien haben sich für die Unabhängigkeit von Spanien entschieden. Bei der Wahl zum Regionalparlament stimmte eine deutliche Mehrheit für die Unabhängigkeitsbefürworter um den Regierungschef Mas. Und damit indirekt schon für die Unabhängigkeit Kataloniens, für einen eigenen Staat.
Bei der Regionalparlamentswahl im spanischen Katalonien stehen die Parteien der Unabhängigkeit kurz vor einem Sieg Dem Sender TV3 zu7folge kommt das Unabhängigkeitsbündnis „Junts pel Si“ was soviel wie „Gemeinsam ein Ja bedeutet“ von Regierungschef Mas auf 63 bis 66 Mandate im 135 Sitze umfassenden Parlament.
Die Linkspartei CUP kann auf bis zu 13 Sitze kommen. Beide Parteien kommen auf 49,8 Stimmen und kündigten schon an, im Falle des Wahlsieges innerhalb von 18 Monaten die Abspaltung von Spanien anzustreben. Die spanische Regierung um Mariano Rajoy bezeichnet nicht zum ersten Mal die Bemühungen Kataloniens, sich von Spanien abzuspalten als Verfassungswidrig. Ein spanisches Gericht hatte ein Referendum verboten.

Kataloniens Streben nach Unabhängigkeit

Im Juni 2010 kassierte das Verfassungsgericht eine Charta zur Unabhängigkeit Kataloniens.
Doch damit bekam die Unabhängigkeitsbewegung der nordöstlichen Provinz erst recht Auftrieb. Durch die Finanzkrise und der dadurch notwendigen Sparauflagen forderten die Katalanen immer mehr die Unabhängigkeit. Katalonien trägt knapp ein Fünftel zum spanischen Bruttoinlandprodukt bei. Als 2012 die spanische Regierung einen Pakt mit der katalonischen Regionalregierung ablehnte, der die Provinz finanziell besser stellen sollte, begann Kataloniens Regionalpräsident Artur Mas offen für die Unabhängigkeit zu kämpfen.
Artur Mas ist nicht nur Regierungschef, sondern auch der promineteste Befürworter der Unabhängigkeit Kataloniens.
Mas steht an der Spitze des Parteienbündnisses „Junts per Si“ und will die Unabhängigkeit Kataloniens unbedingt auf den Weg bringen.
Sollte Artur Mas sein Ziel erreichen, steht erneut die EU vor einer schweren Prüfung. Zu viel wurde zu schnell in einen Topf geworfen. Die Bürger der EU wurden nicht gefragt. Jetzt bekommen sie die Chance dazu.

Spanien stimmt drittem Kreditprogramm zu

Neues Kreditprogramm für Griechenland

Am Dienstag, den 18. August 2015 hat Spanien dem dritten Kreditprogramm für Griechenland zugestimmt. Von 322 Abgeordneten votierten lediglich 20 dagegen. Die Gehirnwäsche der Medien funktioniert offenbar auch bei den Staatslenkern. Warum Gehirnwäsche? Weil seit fünf Jahren klar belegt werden kann, dass alle Austeritätsprogramme genau das Gegenteil dessen bewirkt haben, was beabsichtigt war. Fatal an dieser Gemengelage ist, dass sich zu dem Griechenland-Problem und allen anderen in der Welt, immer nur die vermeintlich Studierten zu Wort melden und Entscheidungen treffen, die die Bürger zu bezahlen haben. Erst vor kurzem meldete sich das Wirtschafts-Institut, ein Deutscher Think Tank, zu Wort. Die sogenannte Denkfabrik hat ein Papier verfasst, in dem erneut erklärt wird, wie man denn nun das ganze Griechenland und Schuldenproblem in den Griff bekommen kann. Darin ist von der Hoffnung des arbeitgebernahen Wirtschafts-Institutes zu lesen, dass das Austeritätsprogramm, was nichts anderes als ein Sparprogramm ist, Wirkung zeigt. Das würde aber von jedermann verstanden, klingt aber nicht so gebildet. Das Institut HOFFT also, dass das Sparprogramm funktioniert. Anderenfalls müssten die Steuerzahler endgültig die 300 Milliarden übernehmen. Spanien hätte alleine für das dritte Programm 10 Milliarden zu tragen. Der Spanischen Wirtschaft geht es ja hervorragend. Der Think Tank schlägt vor, die 300 Milliarden zu vergemeinschaften und damit langfristig für Griechenland tragfähig zu gestalten. Die Forscher des IW schlagen vor, die Schulden weitgehend auf den Rettungsschirm ESM zu übertragen. Das Papier sieht vor, die Schulden um 20 Jahre zu verschieben und die Zinsen zu stunden. Um die Staatsschuldenquote von 200% des BIP auf 100% zu reduzieren sollen weitere Reformen und Sanierungen des Staatshaushaltes installiert werden. Das Ganze soll dann im Jahre 2040 zur angepeilten Schuldenlast von 100% führen.

Jeder Unternehmer würde längst wegen Insolvenzverschleppung angeklagt sein. Die EU aber stückelt und flickt an einem per se kranken System herum und wird unzählige Bürger in die Armut treiben.

Mit der Studie des IW wird jedoch deutlich, dass auch Deutschland dem vom IWF geforderten Schuldenschnitt nicht im Wege stehen dürfte. Die Vergemeinschaftung sämtlicher Staatsschulden im ESM ist ein vergleichsweise radikaler Vorschlag. Denn die vom IW als „Reformen“ bezeichneten Maßnahmen werden in Griechenland nicht dazu führen, dass die Wirtschaft wächst. Das alle Kredite an Griechenland bisher an Bedingungen geknüpft wurden wie „strikte Überwachung und Reformschritte, hat bisher nicht zum Ziel geführt. Die letzten fünf Jahre haben sich als schlichtweg falsch erwiesen, dass aber erklärt der IW nicht. Somit gehen auch aktuell alle Beobachter davon aus, dass dies nicht funktioniert. Veröffentlicht wurde die Studie dennoch wider besseren Wissens. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass alle Prognosen nach unten revidiert werden mussten, obwohl die Schwesterparteien der CDU, der SPD als auch der Partido Popular PP an der Macht gewesen sind und nicht die Syriza.

Die EU Kommission als auch der IWF haben noch nie richtig mit ihren Prognosen gelegen. Der IWF musste seine Zahlen laufend korrigieren und hat nach Ansicht vieler Ökonomen durch seinen falschen Optimismus die Lage in Griechenland verschärft.

Spanien: Anti-Demonstrationsgesetz in Kraft

Der Protest als freie Meinungsäußerung steht ab sofort unter Strafe

Spaniens rigides Anti-Demonstrationsgesetz ist entgegen aller massiven Proteste aus der Bevölkerung, der Opposition und selbst der Justiz in Kraft getreten. Es bedarf keiner Erklärung mehr, dass sich die Demokratie auflöst. Wer die Entwicklung nicht zur Kenntnis nimmt und begreift, welch Wandel sich gerade vollzieht, der sollte schnellst möglich an seiner Kritikfähigkeit und seiner Wahrnehmung arbeiten.

Ab sofort können die Behörden für die Teilname oder auch schon für den Aufruf zu Demonstrationen Geldbußen bis zu 600.000.-Euro verhängen. Die Polizei kann die Bürger bei der Ausübung ihrer Grundrechte ohne jede richterliche Entscheidung finanziell belangen.

Spaniens äußerst umstrittenes Anti-Demonstrationsgesetz ist trotz massiver Proteste Anfang Juli in Kraft getreten. Das neue „Knebelgesetz“ ist von Bürgern, der Opposition, wie von Richtern und Anwälten gleichermaßen kritisiert worden. Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen sowie der Europarat kritisieren das Gesetz von Mariano Rajoy scharf, welches das Gesetz zur freien Meinungsäußerung komplett aushebelt. Durch die Gesetzgebung schafft sich die Politik Schritt für Schritt weitere Freiräume um ihrem Machtanspruch weiteren Platz zu verschaffen. Nur sieben Prozent der Bürger unterstützten laut Umfrage das Gesetz, seit Monaten gibt es dagegen Massendemonstrationen, ohne jeden Erfolg. Mariano Rajoy demontiert die Demokratie. Alle Oppositionsparteien haben jedoch bereits gesagt, dass sie das Gesetz aufheben werden, sollten sie zu einer Mehrheit gewählt werden. Die Entscheidungskraft der Bürger ist aktuell erst durch ein Referendum in Griechenland demonstriert worden. Dort haben sich vorwiegend die Jungen mit einem klaren Nein zu noch mehr Belastung für die Bevölkerung ausgesprochen. Die junge Partei „Podemos“ hat gute Chancen den korrupten und verstaubten Parteien Paroli zu bieten.

Über 50% Jugendarbeitslosigkeit bekämpft man nicht mit diktatorischen Demonstrationsverboten. Das werden die Parteien zu lernen haben. Die Knebelgesetze dauern so lange wie die Regierung Rajoy. Sobald wir in der Regierung sind werden sie aufgehoben“, so die sozialdemokratischen Führer Pedro.

Und El Dario schreibt, „Was auch passiert, nach dem Gesetz hat die Regierung immer Recht.“

Der Sprecher der Organisation „Richter für Demokratie“ Joaquim Bosch kritisiert zu Recht, „Es ist kein Gesetz für die Sicherheit der Bürger, sondern ein Gesetz für die Regierung, um die Bürger von ihrem Recht auf Demonstration abzuhalten. Sämtlichen Meinungsumfragen zeigen in aller Deutlichkeit, dass die spanischen Bürger sich keine Sorgen um ihre Sicherheit machen sondern um die Wirtschaftslage und vor allem die politische Korruption.“ Das Hauptproblem sei, dass das Gesetz versucht die Gerichte bei Entscheidungen zu umgehen, die die die Grundrechte der Bürger berühren. Um die Justiz zu umgehen, werden alle Delikte als Vergehen geahndet: So können die Geldstrafen direkt ohne Gerichtsverfahren durchgesetzt werden. Des weiteren kritisiert Joaquim Bosch die in Kraft getretenen Strafgesetz-Reformen, die sogar Gefängnisstrafen für diejenigen vorsehen, die Inhalte über soziale Netzwerke verbreiten, die die öffentlichen Ordnung beeinträchtigen könnten. Wurden die sozialen Netzwerke zu Beginn des Arabischen Frühling noch als die große Chance für die Verabredung friedlicher Demonstration bezeichnet, so stehen sie jetzt der Politik bei ihrem Machtanspruch im Wege. Vielleicht beschwören so die Politiker aus ganz Europa ja auch den Europäischen Frühling.

Spanien: Finanzämter forschen Bürger via Twitter und Facebook aus

 

Die ersten steuerlichen Überprüfungen aufgrund von Informationen aus dem Internet hatte es bereits im Jahr 2014 in Spanien gegeben. Jetzt zündet die Spanische Regierung die zweite Stufe im Kontrollwahn gegen die Bürger. Laut der Tageszeitung El Pais wollen die Ermittler nicht nur die Standard-Plattformen wie Twitter, Facebook und andere für die lückenlose Überprüfung der Bürger heranziehen sondern auch die Seiten, auf denen Autos angeboten werden oder die Website der Wohnungsvermittlung Airbnb. Mit Airbnb ist ja ein Markt gewachsen, der auch schon dem Hotelgewerbe ernsthaft Sorge bereitet. Nun wollen die fleißigen Beamten mit speziell entwickelter Software die Seiten scannen und daraufhin die Betroffenen überprüfen.

Da wird uns also seit Jahren suggeriert, wir müssen uns auf diesen ganzen sozialen Plattformen anmelden, sollen dem heiligen Gral folgen und unsere intimsten Geheimnisse posten um dann zu erkennen, dass das gar keine Freunde sind die uns da „liken“ sondern das Finanzamt. Guten Tag!

All-heilig-machend wurden uns die Errungenschaften der digitalen Kontrolle und der neuen Freundschaften verkauft. Weltweit sind Milliarden Bürger dem Aufruf gefolgt, vertreten nun militant die Meinung, dass der geneigte Verweigerer dieser Massenverblödung verkrustet und verdorrt im Geiste sei, um jetzt aber erkennen zu müssen, dass hinter all dem Methode steckt.

Als kommunikatives Muss wurden fäkale Befindlichkeiten und zuweilen noch unwichtigere Informationen mitgeteilt, die von jedermann einzusehen waren und sind. Clevere User mit kriminellen Energien nutzen diese neue Geschäftsidee um in aller Ruhe Wohnungen auszurauben, weil ja die Welt wissen muss, dass Lieschen Müller und Hein Blöd auf Malle Urlaub machen. Aber das Phänomen Facebook und Twitter wird natürlich nicht nur von wirbellosen, einfach strukturierten Erdbewohnern genutzt, nein, auch Herr und Frau Wichtig müssen eine Facebook-Seite haben um der Welt die wirklich tragenden Dinge des Lebens mitzuteilen. Und schon sind die ersten Prominenten ins Visier der Fahnder geraten. Der Motorradrennfahrer Jorge Lorenzo wurde steuerlich überprüft, nachdem er in einem Magazin seine Luxus Villa angeboten hatte. Auf diese oder ähnliche Weise wurden in Spanien im letzten Jahr nicht deklarierte Steuerschulden in Höhe von 12,3 Milliarden Euro entdeckt. Eine ordentliche Steigerung von fast 13% im Vergleich zum Vorjahr. Ins Steuernetz sind unter anderem auch die spanische Prinzessin Cristina und Fußballstar Lionel Messi gegangen. Weitere werden folgen.

Nun sind in der Politik ja nicht wirklich alle dumm und so kontrolliert jetzt das spanische Finanzamt vermehrt über die einschlägigen Websites, wer denn wann, was und wo zu veräußern oder zu vermieten hatte. Und da Steuerehrlichkeit nicht wirklich von der Politik vorgelebt wird, werden die Finanzbeamten

auch in Zukunft Erfolg haben, Trottel finden, die auf Facebook posten, wie schlau sie doch sind……..

Jean-Bas

Gastbeitrag: Warum wieder La Palma?

Damals, vor einem Dutzend Jahren, stellte sich diese Frage eigentlich nicht. Beim Stöbern in Reiseführern in unserer Bücherei wurden wir auf die Kanarischen Inseln aufmerksam und in Unterhaltungen erfuhr man, dass dieser und jener schon einmal dort gewesen sind. Meist war dann aber von Teneriffa die Rede. Die Pläne wurden konkreter und eine der Inseln sollte angeblich ideales Klima und entspannte Erholung in sich vereinen, La Palma. Die Flugzeit war vertretbar und die Preise sehr moderat. Also los!

Wir wurden nicht enttäuscht. Schon der Anflug auf den damals noch kleinen Flughafen ließ erahnen, dass hier die Uhren noch etwas anders gehen würden, als wir das aus dem heimischen Umfeld gewohnt waren. Wir fanden eine Insel vor, deren Einwohner sehr gelassen und gemütlich waren und mit ihrem Auto sogar mitten auf der Straße stehen blieben, um einen kleinen Plausch zu halten. Niemand kam, hupte oder fluchte gar.

Wer auf La Palma nach großen Shopping-Centern sucht, der sucht vergeblich. Vielmehr schlendert man durch die kleinen Gassen und entdeckt dabei die vielen kleinen Läden, die oftmals ein sehr vielseitiges Angebot vorzuweisen haben.

Langweilig wurde es auf La Palma eigentlich nie, weil sie so viele Gesichter zeigte. Nach langer Fahrt über viele Kurven kam man in den grünen Norden. Man traf wenige Autos. Die Straßenführung ließ Abenteuerliches erahnen. Nach einiger Fahrzeit wurde die Straße immer schmaler und die kleinen Holzbalken am Rande verdienen die Bezeichnung „Leitplanke“ aus heutiger Sicht vielleicht nicht. Aber alles passt irgendwie zueinander. Plötzlich steht man vor dem ersten Tunnel. Stockfinster. Man fragt sich, ob man da wirklich hinein fahren soll, aber wenn der erste durchquert ist, sind die weiteren reine Routine.

Ganz anders zeigte sich seinerzeit der Süden der Insel. Der ist eher trocken, oft windig und in den niedrigeren Zonen kaum bewachsen. Diese karge Lavalandschaft ist deswegen aber nicht weniger reizvoll oder gar uninteressant. Im Gegenteil! Auf der unteren Straße, die eine Zeit lang fast auf Meereshöhe dem Küstenverlauf folgt, gelangt man zum Princess-Hotel, zum Leuchtturm und den Salinen von Fuencaliente. Der Ort, dem sie ihren Namen verdanken, liegt oberhalb in geringer Entfernung.

Ebenso langsam, wie das Wasser verdunstet und sein weißes Gold hergibt, scheint hier auch das Leben zu verlaufen. Da passte der Esel, der damals vor uns auf dem Zebrastreifen die Straße überquerte ganz genau in das Bild. Mir kommt immer noch ein Schmunzeln ins Gesicht, wenn ich an dieses Bild zurück denke.

Ein paar ältere Männer saßen vor den Bars und ließen sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

Wir hatten auch angehalten und genehmigten uns ein Bocadillo und einen Cafe con Leche. Das Bestellte kam ohne große Worte und ziemlich wenig Freundlichkeit auf den Tisch. Da war nichts von dieser in den deutschen Landen anzutreffenden „Kriechermentalität“, auf die manche Leute aber einfach nicht verzichten wollen. Ob sie dieses künstliche Getue mit den gewohnten Floskeln, wie „Was können wir für Sie tun“ und „Was darf es sein?“ wohl mit Gastfreundlichkeit verwechseln. Wer weiß?

Die Inselhauptstadt Santa Cruz hat von ihrem Reiz nichts eingebüßt und ist wegen der architektonischen Sehenswürdigkeiten besonders interessant. Alles erscheint hier als Ensemble stimmig. Dem gegenüber möchte man den Stil von Los Llanos – der heimlichen Hauptstadt der Westseite der Insel – eher als zusammengewürfelt bezeichnen. Man findet die Mischung aus alten Pajeros neben kantigen Klotzbauten aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts und dazwischen wunderschön anzusehende Colonialhäuser.

Insgesamt war der Urlaub vor 12 Jahren sehr erholsam und stressfrei. Um sich ausschliesslich an den Strand in die Sonne zu legen, dazu war die Insel eher ungeeignet, obwohl es schöne Strände gibt. Und wer das turbulente Nachtleben sucht, sollte sicher ein anderes Reiseziel buchen.

Nachdem nun mehr als ein Jahrzehnt vergangen ist, trieb uns die Neugier wieder auf die Insel. Die Frage war: Wie mag es dort jetzt aussehen und ist der hektische Alltag auch dort angekommen?

Wie nicht anders zu erwarten, hat sich einiges verändert. Man kommt jetzt auf einem neuen Flughafen an, dessen nüchterne Kühle nichts mehr von der ehemaligen Gemütlichkeit hat. Aber, was soll´s? Stillstand will schließlich auch niemand und Fortschritt muss ja nicht gleichzeitig den Verlust der inseleigenen Identität mit ihren Lebensgewohnheiten bedeuten.

Es ist auch nur eine Sache kurzer Eingewöhnung, bis man sich an die neue Beschilderung gewöhnt hat und nach ein paar hundert Metern auf der Straße kommt alles recht vertraut vor. Pläne, was man unbedingt wieder besuchen möchte oder wohin man will, sind schnell geschmiedet.

Aber eines fiel doch sofort auf. Was ist aus dem damals immer gleichen wunderschönen Wetter geworden? Haben wir nur ein paar „falsche Tage“ erwischt, oder hat sich der Klimawandel bis hierher durchgesetzt? Das Wetter war nun bei Ankunft bescheiden schön mit dicken Wolken und leichtem Nieselregen. Doch der Blick durch den Cumbre-Tunnel in Richtung Westen ließ erahnen, dass auf jener Seite der Insel die Sonne scheint. Daran hatten wir uns oft erinnert und das wie eine Selbstverständlichkeit auch erwartet. Natürlich gibt es auch hier mal verregnete Tage.

Wenn man mit offenen Augen über die Insel fährt, findet man überall Modernisierungen und Bemühungen, sich auf die Anforderungen, die der Tourismus mit sich bringt, zukunftssicher einzustellen. Vor El Paso gibt es nun einen Kreisverkehr und der Service und die allgemeine Freundlichkeit den Kunden gegenüber sind spürbar verbessert. Man muss auch nicht mehr umständlich in seinem spärlichen spanischen Wortschatz kramen, um sich verständlich zu machen.

In den Touristeninformationen arbeitet mehrsprachiges Personal und wer auf Mc.Donald´s oder Lidl nicht verzichten kann, findet sogar diese Einrichtungen nun vor.

An den Badestränden sind Rettungsschwimmer tätig und Duschen, um das Salzwasser los zu werden und Umkleidekabinen sind entweder vorhanden, im Bau oder in Planung, wie man uns auf Nachfrage versicherte.

Santa Cruz ist eine riesige Baustelle. Dort soll aus dem großen Parkplatz am Meer ein neuer Stadtstrand entstehen. Leider wirkt dadurch zurzeit die Avenida Maritima mit den schönen Cafés nicht besonders einladend.

Wollen wir hoffen, dass wir in zwei, drei Jahren die Ergebnisse aller Anstrengungen in Augenschein nehmen können, denn eines ist sicher, nämlich, dass wir auf jeden Fall wiederkommen wollen und dass nicht wieder ein Jahrzehnt vergehen soll, bis es soweit ist.

Text: Josef May

Gastbeitrag: Kritische Gedanken von La Palma Liebhabern

La Palma Urlaub

 

Wir lernten sie 2010 auf einer Kreuzfahrt kennen, die „La Isla Bonita verde“, die schöne grüne Insel, eine der kleineren Schwestern der Kanaren – La Palma. Wir waren entzückt von der Hauptstadt Santa Cruz, die uns sehr gemütlich und harmonisch vorkam, anders als Santa Cruz de Teneriffe, anders als Las Palma de Gran Canaria.

Wir kamen im Februar und November 2011 wieder. Wir waren begeistert, so hatten wir uns unseren Urlaub vorgestellt. Das Wetter wie in Deutschland im Frühsommer, von allem etwas. Fast beständigen Sonnenschein auf der Westseite, wunderbare Badenachmittage in Puerto de Tazacorte und Porto Naos. Wanderungen in der Cumbrecita, auf dem Roque de los Muchachos, zur Priatenbucht und viele andere mehr.

Schon die Ankunft im Feburar 2011 auf dem kleinen Flughafen in Santa Cruz bei 24 Grad am 1. Februar war ein Genuß – keine Warteschlange, Aussteigen auf dem Rollfeld, ein kurzer Gang in die Ankunftshalle, ein Kofferband, kurze Wege zur Leihwagenstation – aber doch schon im Hintergrund rege Bautätigket auf dem Flughafengelände.

Im November sah es schon etwas anders aus. Ein Bus fuhr vom Rollfeld zur Abfertigungshalle, die schon damals eine Nummer zu groß wirkte. Viele Abfertigungschalter waren entstanden, aber nur einer in Betrieb. Eine kleine Cafeteria mit Blick auf die Start- und Landebahn vertrieb die Zeit bis zum Abflug und im Hintergrund immer noch rege Bautätigkeit. Wo wollten die Palmeros wohl hin mit Ihrem Terminal?

Egal, die kleine grüne Insel zeigte immer noch ihr frisches, junges Gesicht. Wir genossen die Wochen mit weiteren Erkundungen und waren angetan von der Freundlichkeit der Einheimischen, der Rücksicht im Straßenverkehr und den wenigen, aber guten Lokalen.

Als wir 2013 anreisten, war der neue Terminal fertig. Ein gigantischer Flughafen mit insgesamt acht Ebenen mit einer Gesamtfläche etwa 95.000 m². Im obersten Stockwerk befinden sich diverse Geschäfte und Restaurants sowie der Abflugbereich. In der mittleren Ebene befindet sich der Ankunftsbereich, dessen Gepäckausgabe über fünf Gepäckbänder verfügt. Ebenfalls auf dieser Ebene sind 24 Check-in-Schalter, sehr viele (leerstehenden) Geschäfte, ein Bistro, das wie auf einer halbfertigen Baustelle wirkte. 1 Schalter hatte geöffnet! Die unteren Ebenen bilden ein zweistöckiges Parkhaus.

Das Investitionsvolumen betrug 103,9 Millionen Euro. Der Bau des neuen Terminalbereichs des Flughafens La Palma wurde mit der finanziellen Unterstützung des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (FEDER) der EU durchgeführt.

Im November 2014 zeigte sich ein neuer Komfort, durch „Finger“ gelangt man jetzt in und aus dem Flugzeug, leider können sich die Bediener dieser sog. „Finger“ nicht entscheiden, an welcher Flugzeugtür sie andocken sollen. Dadurch Verzögerung beim Aussteigen bis zu 20 Minuten. Man mußte sich erst einigen, wo angedockt wird.

Was nützen auch die vielen Gepäckbänder, wenn die Abfertigung dennoch äußert schleppend vor sich geht. Man kann gut beobachten, wie langsam die Gepäckwagen beladen und zum Gepäckband transportiert werden. – Palmerische Lebensart –

Nun kommen wir zum 2. Monumentalbau: Die Hafenanlagen in Puerto Tazacorte

Ich habe diesen Artikel aus Wikipedia übernommen, da er am besten den Wahnsinn des Hafens von Tazacorte darstellt.

„Im Rahmen des EU-Programms für die Kanarischen Inseln wurde der Hafen von Tazacorte in den Jahren 2000 bis 2006 mit Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 8,2 Millionen Euro mit einer 176 Meter lange Hafenmauer versehen. In einem zweiten Bauabschnitt von 2007 bis 2013 wurde eine zweite Hafenschutzmauer mit einer Länge von 400 Metern, bei Gesamtkosten in Höhe von 54 Millionen Euro und einem EU-Förderbeitrag von 27 Millionen Euro, errichtet.

Als Begründung für den zweiten Bauabschnitt wurde angeführt: „Wegen schlechter Witterungsbedingungen war der Hafen nach Abschluss der Bauarbeiten nur eingeschränkt funktionsfähig. Daraufhin wurde der Bau eines zusätzlichen Damms zum Schutz des Hafens und zur Erweiterung der Gewerbezone beschlossen.“

Der Hauptzweck des Hafenausbaus von Tazacorte bestand gemäß einer Mitteilung des Petitionsausschusses des Europäischen Parlamentes in der Entfaltung von Wirtschaftstätigkeit als Beitrag zum Abbau der hohen Arbeitslosigkeit von 25 Prozent. Insbesondere sollte der Export der auf der Insel angebauten Bananen, die nur aufgrund von EU-Subventionen wettbewerbsfähig sind, gefördert werden. Mit der Hafenerweiterung könnten auch neue Verkehrsverbindungen zwischen Tazacorte und den Inseln La Gomera und El Hierro geschaffen werden. Bisherige Versuche, Fährverbindungen zu den Nachbarinseln aufzubauen und Kreuzfahrtschiffe anzuziehen, missglückten jedoch.

Die EU kritisierte 2012 den überdimensionierten, nur teilweise genehmigten Hafenausbau aus EFRE-Mitteln.“

Nun der „Höhepunkt“: Die Erschließung des Tubo in Todoque entnommen aus einem Artikel „Wandern in La Palma“:

„Neueste Nachricht von der Vulkanhöhle Todoque“

Im Bereich der Vulkanhöhle Todoque wird ein Besucherzentrum gebaut. Mit den Bauarbeiten wurde bereits begonnen. Es stehen laut Cabildo 1,8 Millionen €uro zur Verfügung, die von der EU und vom spanischen Staat finanziert werden. Grundsätzlich ist es natürlich zu begrüßen neue touristische Attraktionen auf La Palma zu schaffen. Ob dafür so viel Geld in Zeiten der Wirtschaftskrise in die Hand genommen werden muss, darüber lässt sich vortrefflich diskutieren. Sicher gäbe es auf La Palma sinnvollere vor allem nachhaltigere Projekte, die auch langfristige Arbeitsplätze schaffen würden.

Es bleibt zu hoffen das, dass Bauvorhaben “Besucherzentrum Tubo de volcánico Todoque” schnellst möglich beendet wird und sich nicht in die vielen
unvollendete Bauvorhaben auf La Palma einreiht.“

Es wird sich einreihen, das ist meine feste Überzeugung. Und ein riesiges Areal von natürlicher Lavalandschaft wird zerstört. Man wundert sich, dass die einheimischen Bewohner ob solch einem Vorhaben nicht auf die Barrikaden gehen.

Was wird uns nächstes Jahr erwarten? Wir sind sehr gespannt und hoffen das Beste für diese wunderschöne Insel, für die es sich lohnen würde, so zu bleiben wie sie ist: Ein Kleinod im Atlantik.

Text: Hannelore Langer-Lausmann

Gastbeitrag: Was uns auf die Insel trieb

 

 

Weit herumgekommen waren wir nicht in der Welt, einmal auf La Gomera. Das muß damals so im Februar gewesen sein. Dort hatten uns die vollen Orangenbäume imponiert und , ja, da lagen auch welche auf dem Boden herum. Welche Art von Fallobst! Im Februar sieht es in Deutschland anders aus.

Nach La Palma müßt ihr unbedingt, riet uns ein Bekannter in Berlin, da hängen so blaue Dinger am Baum. Schon wieder Früchte, Feigen hatte er wohl gesehen.

Nächster Urlaub, neue Insel: La Palma. Diesmal im März 2005. Die blauen Dinger gab es nicht. Heute wissen wir, auf unserer Finca reifen sie im Spätsommer und im Herbst. Natürlich auch Orangen, Bananen, Khakis, Guaven ect. – Wir sind zwei Jahre später im ländlichen Raum gesiedelt. Die Weichen stellten wir bereits im zweiten Urlaub auf La Palma. Und das nicht nur der Früchte wegen.

Die Insel hat viel Ursprünglichkeit, eine imposante Natur, hohe Berge, welche einem besonders beim Wandern zu schaffen machen, es geht immer bergauf oder bergab. Aber solche Anstrengungen machen richtig happy. Und die Aussichten von weiter oben sind atemraubend. Zum Baden an den schwarzen Strand, oder nur zum Wellen schauen, schließlich haben wir hier einen echten Ozean und da drüben, ganz weit hinten soll Amerika liegen, jawohl.

Das Wetter ist hier moderat. Das fanden wir auch, als wir uns damals ein altes Haus kauften, das wir renovieren und ausbauen wollten. Es hatte ein winziges Bad, dem fehlte das Dach, aber die Sonne schien und das war gut so. Bis es regnete, da zogen wir eine Plane auf, darunter war es mollig. Bis der Sturm mit „winterlichen“ Temperaturen kam und die Plane wegriss. Mein Mann mußte schleunigst ein Bad bauen.

Manchmal schneit es auf La Palma, oben auf den „Rocky´s“. Dann ist dort oben Fiesta, es wird gerodelt, man trifft sich gekleidet in der neusten Wintermode und der Zivilschutz regelt den Verkehr und die Parkmöglichkeiten, damit niemand zu Schaden kommt wegen der Sommerreifen. In Deutschland undenkbar.

Warum wir ausgewandert sind? Deswegen. Und des klaren Sternenhimmels wegen. Wissen Sie wie die Milchstrasse aussieht?

Unser Haus ist inzwischen rundherum fertig. Dort, wo wir damals über Kakteen und Felsen unser Häuschen umrunden mußten, gibt es jetzt Terassen mit Fliesenmosaik, mit einem Küchenblock im Freien. Mein Mann ist vom Fach.

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Er ist schon wieder am Ausbauen, da ist noch ein Stall, den er in ein Apartment verwandeln will…

Text: Carola Fiedler

Warum Auswandern nach La Palma?

Ende der Demokratie in Spanien?

Vor einigen Monaten veröffentlichten verschiedene Presseagenturen das Vorhaben der Regierung um Mariano Rajoy, die Bürgerrechte in Spanien elementar beschneiden zu wollen. Wie immer sollte man dazu erklären, dass in der „System Presse“ darüber nicht berichtet wurde. Der Gesetzentwurf, der bereits in der vergangenen Woche in der ersten Kammer des Parlaments angenommen wurde, sieht folgende Bürgerrechtsverletzungen vor:

Verboten werden soll zum Beispiel das Fotografieren von Polizisten, das demonstrieren vor Parlamentsgebäuden und selbst der Aufruf zu Demonstrationen via sozialer Netzwerke kann zu einem Bußgeld führen. Unter anderem sieht der Gesetzentwurf Strafen vor, die völlig absurd erscheinen. Für ein Foto eines Polizisten, der angeblich durch die Veröffentlichung gefährdet sein könnte, will der Staat bis zu 30.000.- Euro festsetzen. Für die Demonstration vor dem Parlament oder anderer wichtiger Gebäude sollen bis zu 600.000.- fällig werden. Wobei das Gesetz nicht genauer belegt, von wem im Einzelnen oder ob von jedem Demonstranten die 600.000.- erhoben werden. Der Vorschlag an sich ist schon eine Farce, belegt aber nur zu deutlich, das wir von einer demokratischen Gesellschaftsform sehr weit entfernt sind. Laut Meinung der (man kann sie ja wirklich nun noch als verblendet bezeichnen) Politiker und Gefolgsleute dient das alles nur der Sicherheit der Bevölkerung. Doch wird die Sicherheit der Bevölkerung nicht vielmehr dadurch hergestellt, wenn Politik sich darum kümmert, die Gründe für Massenaufbegehren anzupacken? Den Bürgern die Meinungsfreiheit und die Demonstrationsfreiheit zu nehmen, wird kaum die Sicherheit im Lande erhöhen. Lassen sie sich nicht weiter diesen Quatsch der Politiker eintrichtern, wir würden in einer Demokratie leben. Diese Form der Politik darf und muss man als Diktatur bezeichnen. Viel zu viele Personen in der EU sind nicht vom Volk gewählt worden, sie sind bestimmt worden von einer nicht legitimierten kleine elitären Gruppe. Das ganze Gebilde ist sicherlich absichtlich so gestaltet, dass der Bürger nicht mehr durchblickt. Siehe beispielsweise die weitläufig bekannten Äußerungen des Jean- Claude Juncker: (1999) Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter. 2003 hielt Juncker mit seiner Kritik am Europäischen Verfassungskonvent nicht hinter dem Berg: „Der Konvent ist angekündigt worden als die große Demokratie-Show. Ich habe noch keine dunklere Dunkelkammer gesehen als den Konvent.“ Und im Jahr 2011 sorgte das Zitat im Zusammenhang mit der Schuldenkrise für Aufregung: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“

Dieses schmerzende Gesäusel aller Parlamentarier von Freiheit, Frieden und Demokratie muss für Menschen mit Verstand unerträglich sein. Und wer die Abläufe etwas beobachtet, sieht in den völlig zu Recht stattfindenden Demonstrationen, wie viel Angst die Regierungen haben, dass ihre völlig verfehlte Politik sich rächt. Und das wird sie tun. Wir haben uns über viele Generationen die demokratische Freiheit mühevoll und unter erheblichem Widerstand erarbeitet und jetzt gilt es sie mit allem Nachdruck zu erhalten.

Da kann die Regierung Strafen erheben, wie sie will. Sollten die Bürger der Meinung sind, der Bogen sei überspannt, dann kümmert es das Volk wenig, mit welchen Strafen argumentiert wird, dann herrscht das Recht des Volkes. Die Politik hat es selbst zu verantworten, wenn sich der Bürger dagegen auflehnt. Und wenn solche Meinungsäußerungen bereits Strafen nach sich ziehen sollten, dann sollten diese bornierten Politiker einfach sagen, wir leben in einer Diktatur, Punkt um. Dann weiß man zumindest, womit man es zu tun hat.

Jean Bas

Hier noch ein Video von Euronews über die Demonstrationen gegen das neue Gesetz…..

Pauker; Pennäler und kein Pisa..

Das Schulsystem in Spanien

schule

Die Schulbänke sind wohl überall auf der Welt gleich hart, auch auf La Palma gibt es diese nicht gepolstert oder mit Erfolgsgarantie versehen. Auch in Spanien ist Bildung „Ländersache“, oder wie hier, Angelegenheit der Provinz. Oberste Behörde ist die „Consejería de Educación, Universidades, Cultura y Deportes”, die aufgeteilt zwischen den Hauptstädten der beiden kapitalinen Inseln Tenerife und Gran Canaria ihre Dependancen unterhält. Das Schulsystem kennt auf den verschiedenen Inseln keine Unterschiede, die ergeben sich lediglich durch die wenigen Privatschulen, die aber quantitativ nur eine kleine Rolle spielen. Auf La Palma gibt es deren zwei, das „CPEIPS Sagrada Familia”, im Volksmund aber „Colegio Nazaret” genannt und das „CPEIPS Santo Domingo De Guzman” in der Hauptstadt Santa Cruz. Beide dieser Schulen sind katholisch orientiert und werden von der Kirche unterstützt, die Lehrkräfte selbst sind aber bis auf wenige Ausnahmen weltlich orientiert. Den ehemaligen Nimbus als Elite-Schulen haben die beiden Zentren längst abgelegt, zumal die öffentlichen Einrichtungen deutlich modernisiert wurden und der Noten- und Leistungsdurchschnitt in den nicht privaten Schulen inzwischen meist höher liegt. Darüber hinaus gibt es eine kleine Waldorf-Initiative, die allerdings nur die Unterstufenklassen bedient.

Die Benotung der schulischen Leistungen erfolgt anhand einer Skala von 0 bis 10, wobei 0 die niedrigste und 10 die höchste Einstufung ist. Ab der Note 5 gilt der Wert als ausreichend, wer darunter liegt, hat nicht bestanden. In den höheren Klassen wird minuziös auch der Wert hinter dem Komma beachtet, was besonders vor der Hochschulreife wichtig sein kann, um eventuelle Zulassungsbeschränkungen für die Universität zu umgehen. Grundsätzlich unterscheidet sich das spanische Schulangebot vom deutschen durch den Verzicht auf mehrgleisige Bildungssysteme. Die, leider oft deklassierende Einstufung in Hauptschule, Realschule oder Gymnasium kennen wir nicht, hier gibt es eine Linie, die man eben je nach Begabung oder Engagement der Schüler wie der Eltern begehen kann. Dazu werden in den oberen Klassen Förderkurse angeboten, um spezielle Problemfälle unterstützen, dennoch scheiden immer noch bis zu 20% der Schüler vorzeitig aus und vollenden eben gerade nur die obligatorischen Jahre.

Die Schulpflicht beginnt mit 6 Jahren und endet 10 Klassen später mit 16 Jahren, was im besten Falle dann die 10. Jahrgangsstufe bedeutet. Die meisten Kinder auf La Palma gehen schon früher in die Schule, oft bereits mit 3 Jahren, alle „Primarias” (Grundschulen) bieten 3 „Ciclos preescolares” (Vorschulgruppen) an, die gerne angenommen werden. Öffentliche Kindergärten gibt es nicht, nur städtische Krippen, aber gerade in kleinen Gemeinden fehlen diese häufig und so übernehmen die Schulen diese Aufgabe. Die Vorschulklassen werden zusammen mit den Grundschulklassen unterrichtet, das beinhaltet wohl auch schon disziplinären Geist, es findet aber noch keine Benotung statt. Der „ernsthafte” Schulzyklus, auch hier beginnend als „Erste Klasse” betitelt, findet auf den Schulen der „CEIP” (Colegio de Educación Infantil y Primaria) statt und endet mit der sechsten Klasse. Danach wechseln die Kinder auf die „Institutos” des zweiten und auch bereits letzten schulischen Zyklus, der auf diesen Schulen bis hin zur Hochschulreife führt.

Diese Schulen heißen „Instituto de Educación Secundaria” und unterteilen sich in die vier Pflichtjahre der „ESO” (Educación Secundaria Obligatorio) und die, im besten Falle zwei Jahre der „Bachillerato” Kurse, die somit der Oberstufe oder der 11. und 12. Klasse entsprechen. Für die Universitätszulassung reicht das aber noch nicht, dazu müssen die Schüler noch die „PAU” (Pruebas de Acceso a la Universidad) Prüfung zur Erlangung der Hochschulreife ablegen, welche dann nicht in den einzelnen Schulen stattfinden, sondern gesammelt in der Hauptstadt Santa Cruz. Diese Prüfung findet direkt im Anschluss an die bestandene zweite Bachillerato-Klasse statt und die Erfolgsquote liegt dabei kanarenweit an die 80%. Damit kann man an allen Universitäten studieren, allerdings gibt es auch in Spanien eine Art „Numerus Clausus” für bestimme Studienfächer, so dass der Notendurchschnitt auch entscheidend ist.

Auf den Kanaren gibt es zwei Universitäten, eine eher technisch orientierte Hochschule in Las Palmas de Gran Canaria und die größere der kanarischen Universitäten, in La Laguna auf Tenerife. Dabei darf man ruhig noch einfügen, La Palma ist die Kanarische Insel mit den meisten Studenten auf die Einwohnerzahl bezogen und diesen Rekord halten wir nun bereits im 10. Jahr hintereinander. Allerdings muss man dazu auch betonen, dass die allermeisten jungen Menschen aus La Palma nach ihrem Hochschulstudium, nicht mehr zur Arbeit nach La Palma zurückkehren, es mangelt an besser dotierten Stellen auf der Insel und an interessanten Aufstiegschancen, so dass man hier auf der Insel wohl von einem Akademikermangel sprechen muss.

Nach vielen Jahren des Ausbaus und der Verbesserung des Schulsystems hier auf den Kanaren, welches durchaus mitteleuropäischen Standard besitzt, darf man in den letzten Jahren allerdings einen zunehmenden Spardrang seitens der Provinzregierung feststellen, welche die Bildungsaufgabe wohl nur noch protokollarisch als prioritäres Ziel ansieht. Eine würdelose Bestätigung dafür werten wir in der Aussage der kanarischen Schulbehörde, dass man nicht an der „Pisa-Studie” teilnehmen werde, da es niemand von außen etwas anginge, was unsere Kinder hier lernen. Auf lange Sicht und in unserem immer stärker von globaler Konkurrenz geprägten Karrieresystem, sicher keine intelligente Entscheidung, eine Standortbestimmung auf solch großem Rahmen abzulehnen. (Mathias Siebold)