Edle Tropfen aus dem Lavaland

Seit dem Jahre 1995 ist La Palma ein Weinbaugebiet mit der gesetzlichen Herkunftsbezeichnung „Denominacion de Origen“. Dabei zählte der palmerische Malvasier bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts in den herrschaftlichen Häusern ganz Europas zu den besonders edlen Tropfen. Sogar Shakespeare und andere Dichter damaliger Zeit rühmten den hiesigen Wein. War er doch einst wichtigste Einnahmequelle der Insel. Der hohe Mineralstoffgehalt der Vulkanasche macht die Insel zu einem hervorragenden Anbaugebiet für Rebengewächse. So prägen die weitläufigen Weinberg-Hänge einen großen Teil des Landschaftsbildes. Die meist am Boden wachsenden Reben sind so bestens vor Wind geschützt und werden in Höhen von 200 bis 1400 m.ü.M. auf insgesamt 1600 ha kultiviert.

Die Hauptanbaugebiete der Insel sind Hoyo de Mazo, Fuencaliente und weite Teile des Nordens. Bekannteste Sorten sind: Negramoll, Listan, Malvasia, Sabro, Verdello, Moscatel, Bujariego, Gual, Albillo, Almuneco und Prieto.
Aus dem Norden stammen die bekannten Tea-Weine mit ihrem typischen harzigen Geschmack, der durch die Reifung in Tea-Holz Fässern entsteht.
Mehr Informationen erhalten sie auch im Weinmuseum in Las Manchas und vielleicht begeben Sie sich im Anschluss ja direkt ins Weinmuseum.

La Palma Tauchen – Entdecke das Meer

La Palma bietet perfekte Bedingungen zum Tauchen. Das warme Wasser mit einer Temperatur von 21,5°C im Jahresdurchschnitt und nur sehr geringen Schwankungen von 18°C im März/April und maximalen Temperaturen von 25°C im September-Oktober bietet die perfekte Grundlage der subtropischen Meeresfauna. Abhängig von den Wetterbedingungen, der Richtung und Höhe der Wellen ist das Tauchen auf jeder Seite der Insel, ganzjährig möglich. Die Insel bietet den Tauchern daher vielfältige Möglichkeiten. Durch den vulkanischen Ursprung der Kanaren ist es möglich, größere Tiefen in Küstennähe zu erreichen – ein Paradies für Taucher, die sich auf Attraktionen wie „dropoffs und Höhlen“ freuen und die hohe Konzentration marinen Lebens, auch mit Korallen erleben wollen. Ebenso gestalten das Küstenbild von La Palma eine Menge von Bögen und schönen Unterwasser-Tunneln. Die Kombination der Unterwasser-Lavalandschaft, dem tiefblauen Wasser und die Vielfalt marinen Lebens, macht jeden Tauchplatz besonders. Tauchen auf La Palma ist für Anfänger und auch erfahrene Taucher. Belegen Sie direkt vor Ort einen Tauchkurs und entdecken das Element “Wasser” für sich.

Triggerfish

Das Meer ist auch zum Schnorcheln gut geeignet. Zum Beispiel im Meeres-Reservat zwischen El Remo und Punta Larga findet man eine reiche Unterwasserwelt. Das Angeln ist begrenzt und gut kontrolliert, so dass man hier zahlreiche, große Fische sehen kann. Tauchen und Schnorcheln ist möglich, an jedem Tag des Jahres, z.B. mit „Casa de Buceo – duikhuis La Palma“, der niederländischen Tauchbasis in Los Llanos (We spreken Nederlands, wir sprechen Deutsch, we speak English, hablamos Español.). Wenn Sie wissen wollen wie es ist, mit voller Ausrüstung im Atlantischen Ozean zu Tauchen, bietet „Casa de Buceo“ – autorisierter PADI Dive Resort – die „Discover Scuba Diving” Erfahrung, um unter der Anleitung eines Instructors die wunderschöne Unterwasserwelt von La Palma zu entdecken. Alle PADI Kurse und Tagesausflüge zum Tauchen und Schnorcheln werden angeboten.

Palmerischer Karneval – Wenn es Pulver regnet

carnaval

Jeder Jeck is anners“ sagen die Kölner. Die palmerischen „Jecken“ sind in der Tat anders und der palmerische Karneval auch. Man macht sich hier lustig, so wie auch in Deutschland über andere und zwar bevorzugt über die neureichen Ex-Palmeros, die einstmals mit „Koffern voller Geld“, nach Jahren des Exils in Kuba, wieder auf La Palma landeten und hier ihren Landsleuten heftig auf die Nerven gingen. Das ist zumindest der Ursprung des größten Festtages im palmerischen Karneval, dem „Dia de los Indianos“. „Indianer“ nennen sie sie spöttisch und lassen sie alljährlich in einer bizarren Ulk-Prozession mit Pappkoffern, aus denen (Papier)geld quillt am Rosenmontag in Santa Cruz de La Palma wiederauferstehen und unter manchem Gelächter des Publikums an Land gehen.

In Begleitung üppig wogender, schwarz angemalter „Mammies“ schleppen sie ihren demonstrativen Reichtum ins Rathaus. Von dort setzt sich dann mit vielfältiger Begleitmusik ein munterer Zug in Bewegung. Besonders auffällig: Die Menschen sind alle weiss angezogen und das aus gutem Grund. An diesem Tag bewerfen sich nämlich die Feiernden ausgiebig mit weißem Talkum- oder auch Babypuder, der schon Tage und Wochen vorher in allen Supermärkten in Kilo schweren Säcken angeboten wird. Ein Mordsgaudi für alle und so wird getanzt, gelacht und gefeiert in der Stadt bis zum Morgengrauen, wenn dann irgendwann die Stadtreinigung die Spuren der Nacht beseitigt. Anders als in Deutschland ist der Karneval nicht schon am Aschermittwoch wieder vorbei.  

Das Ende es Karnevals wird mit großem TamTam am darauffolgenden Samstag in einer bunten und grellen Zeremonie gefeiert, wenn nämlich „die Sardine“ beerdigt wird. Dabei handelt es sich um einen riesigen knallbunten Pappmaché-Fisch, liebevoll in wochenlanger Handarbeit hergestellt. Unter großem Gejammer und Gejaule wird die Sardine – vor allem in der Gemeinde Barlovento herrlich anzuschauen – angezündet und abgefackelt. Zum Schluss donnert noch ein großes Feuerwerk über dem Städtchen und dann ist auch auf La Palma alles vorbei. Bis zum nächsten Jahr.

Der Podenco canario

Podenco canario

Podenco canario

Er ist schon ein ganz besonderer Hund, der Podenco. Von mittlerer Größe, mit schmalem, langgezogenen Kopf, einem eleganten Windhundkörper, großen Ohren und einer meist rosafarbenen Nase. Hierzulande sieht man sie in grossen Rudeln durch das Gelände streifen und manchmal kreuzen sie, leider auch, völlig abgemagert die Strassen. In Spanien und hier auf den Kanaren ist der Podenco vor allem als Jagdhund eingesetzt und somit in erster Linie eine Art Nutztier. Und genauso sind dann auch oft seine Haltungsbedingungen. Wer hat nicht schon die Pick-Ups mit den Hundekäfigen gesehen, in denen die Tiere teilweise in großen Gruppen zusammengedrängt sind. Oft werden die Tiere unter – für uns schwer erträglichen – Bedingungen gehalten. Und taugen sie nicht, werden sie einfach im Wald zurückgelassen.

Die Wurzeln dieser Hunderasse liegen vermutlich im alten Ägypten. Darstellungen aus der Zeit um ca. 3800 – 3600 v.Chr. zeigen einen stehorigen, ringelschwänzigen, windhundartigen Hund der eine deutliche Ähnlichkeit zu dem heutigen Podenco erkennen läßt. Antike Seefahrer sollen für seine Verbreitung verantwortlich gewesen sein und machten die Hunde somit seit jeher zum treuen Begleiter des Hirtenvolkes auf den Kanaren.

Die Auffangstationen stecken voller Hunde, vor allem Podencos, was in erster Linie daran liegt, dass Tiere oft schon nach wenigen Jahren von ihren Haltern aussortiert werden, weil sie für die Jagd nicht oder nicht mehr taugen oder als Zuchthündinnen ausgedient haben. Ein hartes Schicksal, das schon vor Jahren das Engagement von Tierschützern herausgefordert hat. Zu diesem Engagement gehört auch, dass Podenco oft nach Deutschland vermittelt werden, da es auch dort Liebhaber dieser speziellen Rasse gibt. Defakto liegt der Schlüssel des Ganzen jedoch darin, die „Massenproduktion“ dieser Rasse zu unterbinden und nicht die Verantwortlichkeit von einem zum nächsten zu schieben. Auf den grösseren Inseln gibt es bereits einige Gemeinden, in denen die Haltung von Hunden auf maximal 4 Tiere begrenzt wurde – ein erster Schritt.

Felsmalereien – Zeichen aus vergangener Zeit

felsmalereien

Tief verborgen in den Wäldern und Schluchten La Palmas befinden sich die Felsmalereien der Ureinwohner.
Die sogenannten Petroglyphen leiten ihren Namen aus dem Griechischen ab: petros>der Stein, glyphein>aushöhlen, herausschnitzen. Sie stammen von den prähispanischen Ureinwohnern und zählen zu deren bedeutendsten kulturellen Hinterlassenschaften. Durch Schaben und Ritzen entstanden in den Felswänden La Palmas Bilder, die am häufigsten Spiralen und Mäander von einer Größe bis zu einem Meter zeigen. Bis Heute weiß man kaum etwas über die Bedeutung der Bilder. Man vermutet jedoch, dass es sich um die Darstellung natürlicher Phänomene handelt und das die Guanchen die Zeichnungen in unmittelbarer Nähe ihrer Kultstätten anbrachten, um damit die Götter um fruchtbare Weiden für ihr Vieh zu bitten.

Eine dieser Kultstätten liegt im archäologischen Park von La Zarza und La Zarcita im Nordwesten der Insel zwischen La Mata und Llano Negro. Im Besucherzentrum erfährt man Interessantes über die Kultur dieses Hirtenvolkes, das einst auf La Palma lebte. Auf dem etwa 30minütigen Rundweg zur Fuente de La Zarza informieren Schautafeln über Flora und Fauna der Insel. Nach weiteren 5 Gehminuten gelangt man schließlich zu den hiesigen Felsbildern, den interessantesten Entdeckungen auf der Insel.
Weitere Felsmalereien findet man unter anderem in der Cueva de Buracas, die man über einen Wanderpfad in Las Tricias erreichen kann.

Außerdem gibt es eine sehenswerte Fundstelle in Valencia, oberhalb von El Paso auf dem Weg zum Bejenado. Hier befinden sich die Felsgravuren von La Fajana, die erst 1982 entdeckt wurden, sowie ganz in der Nähe die Petroglyphen von El Cementerio im Barranco de Las Canales. Eine weitere Fundstelle gibt es im Südosten der Insel in der Cueva de Belmaco nahe dem Ort Mazo. Auch sie ist für Besucher zugänglich und lohnt einen Besuch. In diesem Zusammenhang sei auch das Archäologiemuseum in Los Llanos in der Calle Las Adelfas empfohlen, das erst vor kurzer Zeit eröffnet wurde.

Guanchen – Die ersten Siedler der Kanaren

guanche

Der allgemein bekannte Teil der kanarischen Geschichte beginnt mit der gewaltsamen Eroberung der Kanaren durch Jean de Bethencourt und Alonso Fernandez de Lugo im 15. Jahrhundert. Die Ureinwohner der Inseln wurden in der Folge versklavt oder verschleppt. Von ihrer Kultur und Geschichte ist nur wenig überliefert. Das Wissen darüber stammt überwiegend von den Eroberern und deren Siedlern.
Historiker gehen mittlerweile davon aus, dass die ersten Menschen etwa 3000 v. Chr. zu einem Teil von Osten, etwa der Sahara, auf die Kanaren kamen. Archäologischen Ausgrabungen zufolge stammte eine weitere Bevölkerungsgruppe aus Südwesteuropa. In den folgenden Jahrtausenden bis 200 v. Chr. sind weitere Menschen aus Nordafrika übersiedelt und auch die Phönizier kamen auf die Inseln. Die letzte große Zuwanderungsgruppe waren die Berber, etwa ab dem 6. Jahrhundert bis in das Jahr 800.

Die Ureinwohner hießen „Guanchen“, abgeleitet von der Bezeichnung Guanchinet>Mensch. Die Altkanarier waren friedliebend und lebten in einer Art steinzeitlichen Kultur , geprägt durch Ackerbau und Viehzucht. Um Gerste, Weizen und Hülsenfrüchte anzubauen, legten sie riesige Terrassen mit Bewässerungsgräben an. Außerdem züchteten sie Ziegen, Schafe und Schweine und jagten Rieseneidechsen, eine endemische Eidechsenart, die jedoch heute nur noch auf Gomera, El Hierro, Gran Canaria, Teneriffa und Fuerteventura zu finden ist. Auf La Gomera wurde daher mit der Vermehrung dieser Spezies begonnen, um sie vor dem aussterben zu bewahren.

Im kulturellen Zusammenleben der Guanchen spielten Tanz und Gesang eine große Rolle, vor allem während der zahlreichen Feste im Sommer. Besonders beliebt waren auch verschiedene Wettkämpfe, wie Steinheben oder Stockfechten. Aus der damaligen Form der Ringkämpfe entwickelte sich dann der auch heute noch praktizierte Lucha Canaria.

Die Ureinwohner hatten eine eigene Sprache, das sog. Guanche. Auf den Inseln entwickelten sich eigene Mundarten, allerdings gab es zwischen den Bewohnern der verschiedenen Inseln keine Verbindung, da die Altkanarier die Schifffahrt nicht kannten.
Eine besonders – im wahrsten Sinne des Wortes – „pfiffige“ Form der Kommunikation war die spezielle Pfeifsprache, „El Silbo“. Die Altkanarier hatten sie entwickelt, um die großen Entfernungen über die schroffen Barrancos hinweg leichter überbrücken zu können und so Nachrichten und Mitteilungen schnell und unproblematisch übermitteln zu können. Heutzutage ist diese Pfeifsprache gelegentlich noch auf Gomera zu hören. Dort wird sie mittlerweile auch wieder in den Schulen unterrichtet.
Zur Kultur der Altkanarier gehörten vor allem auch die reich verzierten Töpfereien. Weit verbreitet sind die typischen kringelförmigen Muster. Sie zieren auch heute noch die Replikate in den Kunsthandwerksläden.

Ihre Kleidung stellten die Guanchen vor allem aus Tierfellen her, ihr Schmuck war aus Muscheln, Steinen, Tonkugeln und Knochen gefertigt. Sie wohnten entweder in natürlichen Berghöhlen oder in Steinhütten, die mit Stroh gedeckt waren.
Die Guanchen lebten in größeren Gruppen zusammen, die von einem Häuptling angeführt wurden. Der wohl bekannteste war Tanausu. Er versuchte die Stämme La Palmas zusammenzuführen, um sich gegen die spanischen Invasoren zu wehren, doch auch er wurde letztlich durch einen Hinterhalt gefangen. Wer sich für die Geschichte Tanausus und den Kampf der Guanchen gegen die Spanier interessiert, dem sei folgendes Buch empfohlen: „Tanausu, der letzte König der Kanaren“.

Pauker; Pennäler und kein Pisa..

Das Schulsystem in Spanien

schule

Die Schulbänke sind wohl überall auf der Welt gleich hart, auch auf La Palma gibt es diese nicht gepolstert oder mit Erfolgsgarantie versehen. Auch in Spanien ist Bildung „Ländersache“, oder wie hier, Angelegenheit der Provinz. Oberste Behörde ist die „Consejería de Educación, Universidades, Cultura y Deportes”, die aufgeteilt zwischen den Hauptstädten der beiden kapitalinen Inseln Tenerife und Gran Canaria ihre Dependancen unterhält. Das Schulsystem kennt auf den verschiedenen Inseln keine Unterschiede, die ergeben sich lediglich durch die wenigen Privatschulen, die aber quantitativ nur eine kleine Rolle spielen. Auf La Palma gibt es deren zwei, das „CPEIPS Sagrada Familia”, im Volksmund aber „Colegio Nazaret” genannt und das „CPEIPS Santo Domingo De Guzman” in der Hauptstadt Santa Cruz. Beide dieser Schulen sind katholisch orientiert und werden von der Kirche unterstützt, die Lehrkräfte selbst sind aber bis auf wenige Ausnahmen weltlich orientiert. Den ehemaligen Nimbus als Elite-Schulen haben die beiden Zentren längst abgelegt, zumal die öffentlichen Einrichtungen deutlich modernisiert wurden und der Noten- und Leistungsdurchschnitt in den nicht privaten Schulen inzwischen meist höher liegt. Darüber hinaus gibt es eine kleine Waldorf-Initiative, die allerdings nur die Unterstufenklassen bedient.

Die Benotung der schulischen Leistungen erfolgt anhand einer Skala von 0 bis 10, wobei 0 die niedrigste und 10 die höchste Einstufung ist. Ab der Note 5 gilt der Wert als ausreichend, wer darunter liegt, hat nicht bestanden. In den höheren Klassen wird minuziös auch der Wert hinter dem Komma beachtet, was besonders vor der Hochschulreife wichtig sein kann, um eventuelle Zulassungsbeschränkungen für die Universität zu umgehen. Grundsätzlich unterscheidet sich das spanische Schulangebot vom deutschen durch den Verzicht auf mehrgleisige Bildungssysteme. Die, leider oft deklassierende Einstufung in Hauptschule, Realschule oder Gymnasium kennen wir nicht, hier gibt es eine Linie, die man eben je nach Begabung oder Engagement der Schüler wie der Eltern begehen kann. Dazu werden in den oberen Klassen Förderkurse angeboten, um spezielle Problemfälle unterstützen, dennoch scheiden immer noch bis zu 20% der Schüler vorzeitig aus und vollenden eben gerade nur die obligatorischen Jahre.

Die Schulpflicht beginnt mit 6 Jahren und endet 10 Klassen später mit 16 Jahren, was im besten Falle dann die 10. Jahrgangsstufe bedeutet. Die meisten Kinder auf La Palma gehen schon früher in die Schule, oft bereits mit 3 Jahren, alle „Primarias” (Grundschulen) bieten 3 „Ciclos preescolares” (Vorschulgruppen) an, die gerne angenommen werden. Öffentliche Kindergärten gibt es nicht, nur städtische Krippen, aber gerade in kleinen Gemeinden fehlen diese häufig und so übernehmen die Schulen diese Aufgabe. Die Vorschulklassen werden zusammen mit den Grundschulklassen unterrichtet, das beinhaltet wohl auch schon disziplinären Geist, es findet aber noch keine Benotung statt. Der „ernsthafte” Schulzyklus, auch hier beginnend als „Erste Klasse” betitelt, findet auf den Schulen der „CEIP” (Colegio de Educación Infantil y Primaria) statt und endet mit der sechsten Klasse. Danach wechseln die Kinder auf die „Institutos” des zweiten und auch bereits letzten schulischen Zyklus, der auf diesen Schulen bis hin zur Hochschulreife führt.

Diese Schulen heißen „Instituto de Educación Secundaria” und unterteilen sich in die vier Pflichtjahre der „ESO” (Educación Secundaria Obligatorio) und die, im besten Falle zwei Jahre der „Bachillerato” Kurse, die somit der Oberstufe oder der 11. und 12. Klasse entsprechen. Für die Universitätszulassung reicht das aber noch nicht, dazu müssen die Schüler noch die „PAU” (Pruebas de Acceso a la Universidad) Prüfung zur Erlangung der Hochschulreife ablegen, welche dann nicht in den einzelnen Schulen stattfinden, sondern gesammelt in der Hauptstadt Santa Cruz. Diese Prüfung findet direkt im Anschluss an die bestandene zweite Bachillerato-Klasse statt und die Erfolgsquote liegt dabei kanarenweit an die 80%. Damit kann man an allen Universitäten studieren, allerdings gibt es auch in Spanien eine Art „Numerus Clausus” für bestimme Studienfächer, so dass der Notendurchschnitt auch entscheidend ist.

Auf den Kanaren gibt es zwei Universitäten, eine eher technisch orientierte Hochschule in Las Palmas de Gran Canaria und die größere der kanarischen Universitäten, in La Laguna auf Tenerife. Dabei darf man ruhig noch einfügen, La Palma ist die Kanarische Insel mit den meisten Studenten auf die Einwohnerzahl bezogen und diesen Rekord halten wir nun bereits im 10. Jahr hintereinander. Allerdings muss man dazu auch betonen, dass die allermeisten jungen Menschen aus La Palma nach ihrem Hochschulstudium, nicht mehr zur Arbeit nach La Palma zurückkehren, es mangelt an besser dotierten Stellen auf der Insel und an interessanten Aufstiegschancen, so dass man hier auf der Insel wohl von einem Akademikermangel sprechen muss.

Nach vielen Jahren des Ausbaus und der Verbesserung des Schulsystems hier auf den Kanaren, welches durchaus mitteleuropäischen Standard besitzt, darf man in den letzten Jahren allerdings einen zunehmenden Spardrang seitens der Provinzregierung feststellen, welche die Bildungsaufgabe wohl nur noch protokollarisch als prioritäres Ziel ansieht. Eine würdelose Bestätigung dafür werten wir in der Aussage der kanarischen Schulbehörde, dass man nicht an der „Pisa-Studie” teilnehmen werde, da es niemand von außen etwas anginge, was unsere Kinder hier lernen. Auf lange Sicht und in unserem immer stärker von globaler Konkurrenz geprägten Karrieresystem, sicher keine intelligente Entscheidung, eine Standortbestimmung auf solch großem Rahmen abzulehnen. (Mathias Siebold)

Urlaub, Sonne, Strand und …

Strand

Ein Tag am Strand, Sonne tanken, aber richtig!

Endlich! Der Urlaub hat begonnen, die Sonne scheint, La Palma empfängt seine Gäste einmal mehr mit bestem Wetter. Die sonnenverwöhnte Insel strahlt in den schönsten Farben und lockt sogleich zu einem ersten Sonnenbad. Unzählige Glückshormone werden freigesetzt und erfüllen uns mit einem unbeschreiblichen Wohlgefühl.
Wer denkt in solch einem Moment schon an gezielten Sonnenschutz, der doch gerade hier so extrem wichtig ist.
La Palma ist das ganze Jahr über extrem hoher UV-Strahlung ausgesetzt. In den Sommermonaten liegt der Wert des UV-Index oft bei 10 Punkten. Der Index-Wert gibt an,in welcher Intensität die energiereichen, sonnenbrandverursachenden UV-Strahlen auf uns wirken. Je höher der Index, desto größer die Gefahr einer Hautschädigung bei übermäßigem, ungeschütztem Aufenthalt in der Sonne. Das Internetportal www.wetteronline.de bietet neben den aktuellen Wetterdaten auch Informationen zu UV-Werten an. So kann man sich bereits vor der Abreise entsprechende Informationen zum Reiseziel beschaffen. Doch was genau bedeutet richtiger Sonnenschutz? Obwohl immer häufiger Artikel zu diesem wichtigen Thema zu lesen sind, beherzigen noch zu wenige die Ratschläge und Tipps der Fachleute. Der Grund dafür ist sicher, dass die Meisten die Langzeitschädigung der Haut unterschätzen, die durch einen Sonnenbrand verursacht werden kann, denn die oberflächlichen Rötungen heilen in einigen Tagen ab und hinterlassen kaum sichtbare Spuren. Genießen Sie daher die Sonne in Maßen und mit Verstand, damit sie ihre positive Wirkung für sich nutzen!

Solarpark: Innovation und Weitblick auf La Palma

Das Zeitalter des Erdöls neigt sich dem Ende zu, wir brauchen Alternativen

Wer sich heute mit unseren zur Neige gehenden Ressourcen und dem Thema Klima beschäftigt, kommt nicht umhin, über Alternativen zu unserem bisherigen Verhalten nachzudenken. „Peak Oil“ oder das globale Öl-Produktionsmaximum unserer Ölressourcen ist seit 2005 überschritten. Erst kürzlich äußerte sich der Saudi-arabische Ölminister Ali al-Nuaimi, dass Öl sicher nicht mehr unter 60 bis 70 US Dollar fallen wird. Zur Erinnerung, Öl stand vor genau 10 Jahren bei 11 Dollar, derzeit steht das Barrel (159 Liter) bei 104 Dollar.
Eine der bemerkenswertesten Entwicklungen der letzten Jahre ist die Solarenergie. Das Cabildo Insular hat Anfang letzten Jahres beschlossen, die Energieversorgung der Insel bis zum Jahr 2013 vollständig auf 100% erneuerbare Energien umzustellen und das Konzept dafür zu erarbeiten. Die Insel setzt besonders auf Solar-und Windenergie, auf Wasserkraft und begleitend auf geothermische Energieerzeugung aus Biomasse. Damit verfolgt La Palma ein sehr ehrgeiziges Projekt.

Solarpark in La Punta

Einen Anfang macht der Solarpark La Punta. Der erste Bauabschnitt begann im April 2008 mit 1,8 MW und soll bis zur Fertigstellung 2,4 MW erzeugen. Das ist etwa die doppelte Leistung dessen, was die gesamte Gemeinde Tijarafe derzeit an Energie benötigt. Das von der Grupo Solantis ( Los Llanos ) geplante und ausgeführte Projekt ist aber erst der Anfang einer sich immer mehr durchsetzenden Entwicklung.
Höchste Zeit also, dass Projekte wie „La Punta“ oder das „100 Dächer-Programm“, die Installation von Solarmodulen auf öffentlichen Gebäuden, so schnell wie möglich realisiert werden. Wir können es uns kaum leisten, nicht in erneuerbare Energien zu investieren. Umso erfreulicher, dass mit dem Solarpark La Punta ein sehr innovatives Projekt Realität wird. Mehr als 13.000 Solarmodule, die computergesteuert dem Sonnenverlauf folgen, und damit 35% mehr Energie erzeugen als die feststehenden Paneele, werden wegweisend für den Erhalt unserer schönen Insel sein. Das Ayuntamiento Tijarafe führte vor Baubeginn eine Informationsveranstaltung für die Bürger durch und eröffnete anschließend ein Informationscenter, in dem jeder sich vor Ort mit dem Thema vertraut machen kann. Je schneller wir das Umdenken, weg von endlichen Ressourcen vollziehen, umso besser. Ich denke, das sind wir der Welt und unseren Kindern schuldig.

Regenerative Energie

windkraft

Unsere größte Quelle für Energie, das Erdöl, ist nicht unerschöpflich. Wir brauchen dringend Alternativen.

Der Verbrauch von fossilen Energieträgern steigt Jahr für Jahr unerbittlich an. Mitte des 19. Jahrhunderts haben wir damit begonnen, Erdöl als Energiequelle zu nutzen. In der Zeit lebten in etwa 1 Milliarde Menschen auf unserem Planeten. Heute leben deutlich über 6 Milliarden Menschen auf der Welt, die täglich soviel Öl verbrennen, wie in Tausend Jahren neu entstehen. Lassen sie sich diese Zahlen durch den Kopf gehen. Es ist an der Zeit umzudenken und auf erneuerbare Energien zu setzen.

Sonnen- und Windenergie sind nur zwei von vielen Möglichkeiten, wie wir in Zukunft unseren Strom erzeugen werden. La Palma setzt immer mehr auf regenerative Energie. Es gibt viele Einsatzbereich,e um mit Hilfe der Sonne wertvolle Ressourcen zu schonen. Es gibt hier auf La Palma einige innovative Unternehmen, die Komplettlösungen rund um das Thema Fotovoltaik, Windkraft, Erdwärme und Energie aus Biomasse anbieten. Angefangen bei der Stromversorgung, über die Heizung bis hin zum beheizten Pool kann man heute weitestgehend auf den Verbrauch von fossilen Rohstoffen verzichten. Gerade hier im Süden bietet es sich förmlich an, die Sonnenenergie zu nutzen. Sie ist sauber und steht uns in unbegrenztem Maße zur Verfügung. Die Industrie rund um die regenerative Energie bietet jetzt schon hunderttausenden Menschen einen Arbeitsplatz und sie leistet einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung unserer Umwelt. In zehn oder zwanzig Jahren werden wir Öl ähnlich wie Gold behandeln. Viel zu wertvoll um einfach verbrannt zu werden.