Santa Cruz de La Palma

Santa Cruz de La Palma
Santa Cruz de La Palma
Der schönste Platz der Kanaren ist die Plaza de España in Santa Cruz de La Palma

Die Hauptstadt La Palma´s steckt längst mitten in den Vorbereitungen der wohl beeindruckendsten Fiesta der Insel im kommenden Jahr, der Bajada de La Virgen de las Nieves. Sie findet nur alle 5 Jahre in Santa Cruz de La Palma statt und lockt viele Gäste aus Nah und Fern.

Alonso Fernandez de Lugo gründete 1493 die Stadt Santa Cruz de La Palma und erhob sie zur Inselhauptstadt. Bereits nach wenigen Jahrzehnten bekam die Stadt das Privileg, mit Amerika Handel zu treiben, was bis dahin nur Sevilla und Antwerpen erlaubt war. So wurde Santa Cruz de La Palma bald die wichtigste Zwischenstation der Handelsschiffe auf dem Weg nach Amerika. Die Stadt stand in ihrer Blüte und viele Auswärtige kamen hierher, um ein Stück vom Reichtum abzubekommen. Heute leben hier etwa 20.000 Menschen.

Der Reichtum lockte aber auch im 16. Jahrhundert immer wieder Piraten an. So wurde unter der Führung von Francois Le Clerc die Stadt geplündert und in Brand gesetzt. Sie wurde umso prächtiger wieder aufgebaut und bekam moderne Verteidigungsbauwerke, wodurch der Angriff des Engländers Sir Francis Drake erfolglos blieb.

Der Handel mit Amerika lockte Kaufleute und Handwerker aus vielen Ländern herbei, die damals schon der Stadt ein gewisses internationales Flair gaben. Ein Erlass von 1657 bestimmte bedauerlicherweise, dass alle Schiffe auf dem Weg nach Amerika auf Teneriffa registriert werden mussten und dort die Abgaben zu entrichten hatten. Damit setzte historisch betrachtet der Niedergang des Handelsgeschäftes ein.

Die historischen Gassen in der palmerischen Hauptstadt zeugen noch vom Wohlstand vergangener Jahrhunderte und herrschaftliche Häuser mit üppigem Blumendekor geben herrliche Fotomotive ab.

Dass Christoph Kolumbus auf seinen Reisen auf La Palma war, ist allerdings nur eine Legende, denn tatsächlich setzte er nie einen Fuß auf die Insel. Dennoch steht der Nachbau seines Schiffes, der Santa Maria, an der Plaza Alameda und beherbergt das Schifffahrtsmuseum.

Sehenswertes in der palmerischen Hauptstadt

El Castillo de la Virgen

Am nördlichen Ende der Stadt, gleich nach dem Überqueren des großen Barranco befinden sich oberhalb des dortigen Parkplatzes die Festungsanlagen des Castillo de la Virgen. Hier findet alle 5 Jahre (Sommer 2015) während der großen Bajada de la Virgen de las Nieves der Dialog zwischen der Festung und dem davor befindlichen Schiffsnachbau der Santa Maria statt. Die Anlage kann besichtigt werden.

Das Museo Naval

Ebenfalls am nördlichen Ende der Stadt, unmittelbar vor dem großen Barranco steht der Nachbau des Kolumbusschiffes, der Santa Maria. Es beherbergt das Schifffahrtsmuseum. Neben einigen Schiffsmodellen findet man hier wertvolle alte Seekarten, auf denen deutlich wird, wie man sich die Welt damals vorstellte. Die Ausstellung beinhaltet weiterhin alte Navigationsgeräte und weitere Exponate. Über eine Wendeltreppe gelangt man auch ans Deck der Santa Maria.

Das Castillo de Santa Catalina

Von der Santa Maria geht man einige Meter Richtung Innenstadt, biegt in die zweite Gasse links und gleich darauf rechts in die Calle Castillete ein, um zu den Festungsanlagen des Castillo de Santa Catalina zu gelangen. Der Bau der quadratischen Bastion wurde 1674 fertiggestellt und sollte die Stadt vor Piratenangriffen schützen, jedoch musste sie ihre Funktionalität nie unter Beweis stellen. Eine Besichtigung dieser Anlage ist nicht möglich.

Convento de San Franzisco

Von der Plaza Alameda gelangt man an deren südlichem Ende über die kleine Gasse, die rechts am dortigen Café vorbeiführt, zur Plaza de San Franzisco und dem gleichnamigen Franziskanerkloster. Im frühen 16. Jahrhundert ließen sich die Franziskanermönche hier nieder, um die verbliebenen Palmeros nach der spanischen Eroberung zu gläubigen Christen zu missionieren. In der dreischiffigen Kirche sind vor allem die reich verzierte Kassettendecke aus der Renaissance und die vergoldeten Figuren der heiligen Anna und Maria sehenswert.

Das Inselmuseum

Durch den großen Hof und Kreuzgang des Klosters gelangt man in den Innenhof mit einem romantischen Patio, in dem Orangenbäume wachsen. Hier befindet sich auch der Eingang zum Inselmuseum, wo den Besucher eine große Sammlung an archäologischen, naturkundlichen und handwerklichen Fundstücken, sowie präparierte Tiere, Mineralien, Gemälde und Skulpturen aus mehreren Jahrhunderten erwarten.

Placeta de Borrero

Vom Convento de San Francisco gelangt man am südlichen Ende der dortigen Plaza über eine Treppe hinunter zur C/ de Anselmo Pérez de Brito. Die schmale Kopfsteinpflastergasse säumen herrschaftliche Häuser, die noch deutlich den Reichtum von einst erkennen lassen. Der Gasse abwärts folgend gelangt man schließlich zu einer kleinen Oase inmitten der Stadt, der kleinen Placeta de Borrero mit einem alten Springbrunnen und verschiedenen Cafe´s.

Die Markthalle

Folgt man der Gasse von der Placeta de Borrero weiter Richtung Süden und biegt an der Ampel nach rechts ab, führt der Weg direkt zur großen Markthalle, in der täglich frische heimische Waren in einem inseltypischen Ambiente angeboten werden.

Teatro Chico

Gleich neben der Markthalle findet man das „kleine“ Theater, in dem früher reisende Künstler ihre Gastauftritte hatten, Musik darboten und Theater spielten. Aktuell ist geplant, das Theater in ein kleines Kino zu verwandeln.

Teatro Circo de Marte

Über die gegenüberliegende kleine Gasse, führt der Weg weiter zur Calle de la Virgen de la Luz, wo im Theater „Circo de Marte“ die Akteure ihre Künste vorführen. In dem imposanten Gebäude wird für die Besucher hochkarätige Bühnenkunst und Musik dargeboten.

Plaza de Santo Domingo

Unmittelbar am Teatro „Circo de Marte“ liegt die beschauliche Plaza de Santo Domingo und die gleichnamige Kirche. Auch hier gibt es die Möglichkeit, sich etwas abseits des Hauptstadttreibens niederzulassen und zu verweilen.

Plaza de España, Rathaus und die Iglesia de El Salvador

An der Calle Real oder auch C/ O´Dalí liegt kurz vor der großen Avenida El Puente der wohl schönste Platz der Kanaren, die Plaza de España, an deren Flanken sich das Rathaus, die Erlöserkirche, ein großer antiker Brunnen und ehemalige Kaufmannspaläste aneinander reihen. In der Mitte der Plaza steht das Denkmal eines bekannten „Ketzers“, des Priesters Manuel Díaz Hernández, der aufgrund seiner liberalen Vorschläge von der Insel verbannt wurde.

Die Iglesia de El Salvador ist mit ihrem imposanten Portal und dem angrenzenden riesigen Glockenturm der mächtigste Bau in diesem Ensemble. Sie wurde bald nach der spanischen Eroberung erbaut und kurz darauf von einem französischen Korsaren wieder in Schutt und Asche gelegt, wenige Jahre später aber wieder aufgebaut. Ein Blick ins Innere der dreischiffigen Kirche lohnt sich.

Das ebenfalls aus der Renaissance stammende Rathaus mit seinem eleganten Säulengang beherbergte früher einmal den Kerker und war einst Tagungsstätte des Gerichts. Die Wände im Inneren sind mit Fresken von Mariano de Cossios versehen, die typische Alltagssituationen darstellen.

Sala O´Daly

wenige Meter von der Plaza de España entfernt in Richtung Süden befindet sich eine wechselnde Kunstausstellung, die Künstlern der Insel ermöglicht, hier ihre Werke zu präsentieren.

Casa Salazar

Weiter Richtung Süden auf der O´Daly gelangt man kurz vor deren Ende zum Casa Salzar mit seiner prächtigen Natursteinfassade. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Gebäude im Stil der Renaissance beherbergt den Sitz des UNESCO-Biosphärenreservates. Den Innenhof des vierstöckigen Hauses säumen massive Holz-Galerien.

Die Marina der Hauptstadt

Der Hafen von Santa Cruz hat in den letzten Jahren einen Wandel erfahren. Ein kleine und sehr moderne Flaniermeile mit Geschäften und Gastronomie lädt ein, den weiten Blick über die Hafenanlage und hinaus auf den Ozean zu werfen und vielleicht Fernweh zu empfinden.

Die Fiestas in Santa Cruz de La Palma

Der Karneval

Karneval wird auf der gesamten Insel gefeiert, doch der „Dia de los Indianos“ ist einer der meistbesuchten Höhepunkte dieses Events. An diesem Tag taucht die Stadt in eine dicke Wolke aus weißem Babypuder ein und umhüllt die Menschen in ihren weißen Gewändern. Karibische Klänge und tanzende, fröhliche Menschen zeichnen das Bild der Stadt zu diesem Ereignis, an dem die Ankunft der reichen Heimkehrer aus Übersee zelebriert wird.

Die Semana Santa

In der Karwoche finden auf der ganzen Insel sehenswerte Prozessionen statt, bei denen Heiligenfiguren durch die Städte und Dörfer getragen werden. Die Hauptstadt La Palmas stellt jedoch inselweit einzigartig den gesamten Leidensweg Jesu dar. Besonders beeindruckend sind dabei die unheimlich wirkenden Büßer in ihren langen Gewändern und spitzen Kapuzen, die am Karfreitag durch die Stadt ziehen.

Die Fiesta de las Cruces

Santa Cruz de La Palma, Villa de Mazo, Breña Baja und Breña Alta begehen im Mai das Kreuzfest, das vor allem für Santa Cruz von besonderer Bedeutung ist, denn hier feiert man die Stadtgründung am 3. Mai 1493 und neben den prunkvoll dekorierten Kreuzen findet man in der Hauptstadt dann auch wieder die lebensechten Stoffpuppen.

Die Mayos, wie man sie nennt, sind handgefertigte Puppen, die ab dem 3. Mai in den Gassen von Santa Cruz de La Palma und an einigen weiteren Orten der Nachbargemeinden ein buntes Potpourri an Alltagsgeschichten darstellen, Szenen aus dem täglichen Leben, Politik, Fernsehen, Wirtschaft und alles, was ansonsten so bewegt. Zu finden sind diese beispielsweise in der Nähe der Plaza Alameda.

Die Bajada de la Virgen de las Nieves

Alle fünf Jahre, das nächste Mal im kommenden Sommer 2015, feiert Santa Cruz de La Palma die Bajada de la Virgen de las Nieves (die Herabkunft der Jungfrau vom Schnee), der Schutzpatronin der Insel.

Im Jahre 1676 war sie für die Bewohner der Insel die letzte Hoffnung während einer langen Dürreperiode. Die Palmeros trugen das Marienbildnis in die Stadt, um die Hilfe der Heiligen Jungfrau zu erflehen. Seit diesem Zeitpunkt an wurde die Prozession ab 1680 alle fünf Jahre wiederholt.

Ende Juni beginnen die Feierlichkeiten mit der Bajada des Thrones und der Semana Chica (kleine Woche) und der anschließenden Semana Grande mit dem Umzug der Riesen und Dickköpfe, dem berühmten Minuett und dem unbestrittenen Höhepunkt: dem Danza de los Enanos, dem berühmten Zwergentanz.

Und schließlich folgt die Prozession, bei der die Jungfrau vom Schnee aus ihrem Domizil hinunter in die Kirche El Salvador ins Stadtzentrum getragen wird. (Wir berichten in der kommenden Ausgabe noch ausführlich)

Bajada de la Virgen del Pino

 Die „Bajada de la Virgen del Pino“ 2009

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Auf La Palma gibt es viele Feste, kleine, große, solche heidnischen Ursprungs, aber meistens natürlich solche, welchen ihren Grund tief in unserem Glauben verwurzelt finden. Eine Besonderheit der Katholischen Kirche ist dabei die Marienverehrung, die so ganz ohne künstlichen Paritätsanspruch die Mutter des Jesus Christus auf einen sehr hohen Thron stellt. Dabei verleiht man der, ganz lokal in vielen unterschiedlichen Erscheinungsbildern auftretenden Maria immer den Beinamen „Virgen“, was auf Deutsch zwar Jungfrau bedeutet, aber sich weniger auf den rein medizinischen Zustand beruft , sondern eher mit dem Ausdruck Reinheit oder Unschuldigkeit übersetzt werden muss. Dabei haben wir so viele „Virgenes“ wie Dörfer könnte man meinen und in der Tat ist die Vielzahl der Marienabbilder für nicht Eingeweihte fast verwirrend. Auf La Palma ist die wohl bekannteste Marienfigur die „Virgen de Las Nieves“, die in der Wallfahrtskirche eben des Ortes Las Nieves Zuhause ist und der man auch den Titel Schutzpatronin der Insel La Palma verliehen hat, obwohl das eigentlich die Aufgabe des „San Miguel Arcángel“ ist, der zumindest Namensgeber der Insel San Miguel de La Palma ist.

Auf jeden Fall warten diese Schutzpatroninnen ja meist einsam in Wallfahrtskirchen „geparkt“ auf Besucher und ihren großen Auftritt, der meist allerdings nur alle paar Jahre stattfindet, es ist halt ein wirkliches Großereignis, wenn die Jungfrau dann auch mal in die Stadt ausgeführt wird. „Bajada de La Virgen“ ist da das Zauberwort, die „Niederkunft der Jungfrau“ und Hauptbestandteil dieser wirklich ausgiebigen Feste ist dabei die „Romería“, der festliche Umzug der Marienstatue von ihrer Wallfahrtsstätte in die eigentlich zu schützende Stadt. Alle fünf Jahre findet die „Bajada de la Virgen de Las Nieses“ statt, die „Virgen del Pino“ aus El Paso wird alle drei Jahre in den Stadt getragen. Dabei muss man beachten, auch auf Gran Canaria gibt es eine Virgen del Pino, das ist sogar die Schutzheilige der ganzen Insel dort, allerdings erschien dort eine Mariengestalt in der Krone einer Kiefer, bei uns auf La Palma fand diese Erscheinung im Stamm der wohl ältesten Kanarischen Kiefer des gesamten Archipels statt.

Die erste Erwähnung einer Marienerscheinung in dem Baum datiert auf das Jahr 1493, also ein Jahr nachdem Alonso Fernández de Lugo mit seinen Mannen in Tazacorte landete und just einer seiner Soldaten soll eine Marienstatue im Geäst der damals schon mächtigen Kiefer gefunden haben. Er schnitzte einen Hohlraum in den Baum, um die kleine Staute wohl besser zu schützen, den Hohlraum kann man heute noch sehen, die Statue aber nicht mehr. Wann genau diese, allererste Statue, abhanden kam, das weiß man nicht mehr, jedenfalls stand bis 1930 in der Baumhöhle, beleuchtet von einer Laterne, die zweite Statue der Virgen del Pino, bis man die heutige Wallfahrtskirche baute und eine neue, deutlich größere Statue weihte, welche bis heute die Virgen del Pino verkörpert. Als es noch keinen Tunnel gab und keine Autos, war die schnellste Verbindung zwischen Ost- und Westseite der Insel der Reventón-Pass, so dass jeder Reisende an der großen Kiefer vorbeikam, dort Rast machte und der Marienstatue ein Gebet schenkte, einen Dankesspruch ausbrachte, vielleicht für die geglückte Reise oder das gut Geschäft was man mit der Ware von der anderen Inselseite gemacht hatte, oder einfach auch nur einen geheimen Wunsch zuflüsterte.

So gelangte die Virgen del Pino zu allergrößter Popularität hier auf La Palma, weit über die Grenzen der Stadt El Paso hinaus. Noch heute pilgern viele Menschen zu der Wallfahrtskirche, aus den bereits vorher genannten Gründen, die anziehende Wirkung der Virgen del Pino , welche Statue es denn nun auch sei, hat kaum nachgelassen. Allerdings gab es seinerzeit noch keine festen Termine an denen die Statue in die Stadt getragen wurde, es kam eher sporadisch vor, dass man eine „Bajada“ veranstaltete, die aber dann auch rein religiöser Natur war. Die erste „Romería“, so wie wir sie heute noch kennen, fand 1955 statt und von da an alle drei Jahre. Auch in diesem Jahr, 2009 ist es wieder so weit, am 16. August findet der große Auftritt unserer zarten und so verletzbar anmutenden Marienstatue statt, die ganze Stadt, festlich in traditioneller Kleidung und mit unzähligen von geschmückten Wagen zieht hinauf zur Wallfahrtskirche und begleitet diese in einem rauschenden Umzug in den Ort. Manche sagen sogar, unsere „Romería“ sei schöner als die in Santa Cruz, wobei man das vielleicht eher so beschreiben sollte, der Festumzug in El Paso ist ursprünglicher und mit weniger Medieninteresse behaftet, auch einfach noch näher an den Menschen und eben auch an der Jungfrau selbst.

So hat im Gegensatz in der Hauptstadt zum Beispiel der berühmte „Zwergentanz“ an Bekanntheit, zumindest außerhalb der Insel, den Ruf der Jungfrau bereits überflügelt, obwohl dieses Schauspiel ursprünglich überhaupt nicht Bestandteil der Marienverehrung war, sondern erst später als Programmpunkt der Feierlichkeiten mit aufgenommen wurde. Aber da liegen sich Traditionalisten und Populisten schon immer in den Haaren, während die einen den „wahren“ Charakter der religiösen Feierlichkeiten durch zuviel „Kollateralgeschunkel“ gefährdet sehen, vertreten die anderen die Ansicht, so viel Feierlichkeit wie nur irgend möglich kann nicht verkehrt sein. Dennoch bleibt bei allem Pomp und feierlichen Nebenschauplätzen den Menschen des Ortes und der Insel immer die „Romería“ selbst als unbestrittener Höhepunkt der „Bajada“ in Erinnerung. In unserem pragmatisch katholisch geprägten Umfeld gibt es keine Möglichkeit seine Religiosität unbefangener und fröhlicher zur Schau zu stellen, wie auch die wirkliche Verehrung und Devotion der Schutzpatronin unseres Ortes zu zelebrieren als auf einem solchem Umzug. So sind es auf der Romería nicht nur die frommen Witwen und strengen Honoratioren der Stadt, welche in religiösem Tun ihre Verwirklichung suchen, sondern auch aus jungen Kehlen stolzer Bürgern hört man die lauten wie freudigen Rufe: ¡ Viva la Virgen ! und etwas leiser vielleicht, ¡Vivia El Paso!

Dabei ist die „Jungfrau der Kiefer“ eigentlich gar nicht die Patronin der Kirchengemeinde des Ortes, denn unsere Pfarrkirche ist dem Schutz der „Nuestra Señora de la Concepción de Bonanza“ anvertraut, aber das tut der Marienverehrung allgemein und eben der Devotion an die „Virgen del Pino“ schon lange keinen Abbruch. Der Festzug beginnt gegen Mittag, um 14:00Uh, die Statue wird aus der Wallfahrtskriche getragen und erst gegen Abend ist die „Virgen“ dann im Ort, das hängt von der Organisation, dem Pfarrer, dem Wetter und vielleicht auch von der „Jungfrau“ selbst ab, wie schnell die 6 Kilometer in den Ort zurückgelegt werden. Da muss man auch keine Eile haben, wenn die ersten Schmuckwagen bereits in den Ort einbiegen, fahren die letzten Karossen erst bei der Wallfahrtskirche ab. Allerdings kann man jedem Interessenten nur empfehlen, bereits mittags einen der vielen Shuttlebusse aus dem Stadtzentrum El Pasos zu nehmen, sich hochfahren zu lassen und dann lässt man sich mit der „Jungfrau“ und einer unüberschaubaren Anzahl an ausgelassen fröhlich feiernden Menschen mit in die Stadt treiben, wobei ein Glas Wein oder zwei an dem Tag keinen Schaden anrichten können, wir sind ja in bester Gesellschaft. Wie lange dann jeder durchhält und ob es noch bis zum anschließenden Tanz unter freiem Himmel in El Paso bis in die Morgenstunden reicht, das ist dann jedem selbst überlassen. (Mathias Siebold)