Blitzer auf La Palma

Blitzer auf La Palma

Damit kann man leben….

Blitzer sind generell ja weniger zur Verkehrsüberwachung denn als Einnahmequelle für den Staat gedacht. Auf La Palma kann man aber damit leben. Hier gibt es derzeit nur einen stationären Blitzer, nämlich den am Centro de Visitantes in El Paso.

Wer kann also schon behaupten, dass er sich immer an die Verkehrsregeln hält. Dennoch ist man im Falle einer Buße immer wieder verärgert auf´s System. Hier auf La Palma gibt es aber auch noch die faire Variante der Verkehrsüberwachung. Heute Vormittag sah ich diese mobile Schild mit dem Hinweis, dass mit einem mobilen Blitzer zu rechnen sei. Por su seguridad controles móviles de velocidad steht darauf zu lesen. Wer also als Besucher oder auch Residenter die schöne Insel befährt, und dieses Schild sieht, sollte kurz prüfen, ob er die Geschwindigkeit einhält. Wenig später stand auch der schon hier auf der Seite von Aventura Verde erwähnte silberfarbene Citroen C5 am Straßenrand.

Ob es sich um ein Gesetz der Kanaren handelt, dass die Kontrolle angezeigt werden muss, werden wir in den nächsten Tagen prüfen und sodann veröffentlichen. Bis dahin allzeit Gute Fahrt

Blitzer auf La Palma

 

Einbrecher in El Paso geschnappt

Am heutigen Morgen gegen 8:30 Uhr gelang es der Guardia civil mehrere Personen festzunehmen, die verdächtig sind, in der zurückliegenden Zeit eine ganze Serie an Einbrüchen begangen zu haben. Sowohl Firmeninhaber als auch Privatpersonen und auch öffentliche Einrichtungen waren Tatorte der Einbrecher. Dabei suchten die Täter zielgerichtet nach Geldschränken und Safes. Die Vorgehensweise legte nahe, dass die Tatorte zuvor bestens ausgespäht und die Taten sorgfältig geplant wurden.

Im Zusammenhang mit der erfolgten Festnahme vernahmen Anwohner bis zu 7 Schüsse, die unmittelbar zuvor gefallen sein sollen. Verletzt wurde jedoch offenbar niemand.

Die zurecht beunruhigten Anwohner in der Region waren in ständiger Sorge und können nun endlich aufatmen.

Erst vor wenigen Tagen wurde der Baumarkt „Frapper“ in El Paso beraubt. Dabei sollen die Diebe den Geldschrank mit 50.000 Euro entwendet haben.

Wettbewerb der Kanarienvogelzüchter

kanarienvogelzuechter

Dieser Tage stellen die Kanarienvogelzüchter aus La Palma, Gran Canaria und Teneriffa ihre besten Exemplare aus und hoffen auf den Gewinn des Wettbewerbs.

Der palmerische Züchterclub „Asociación de Canaricultura 10 de Febrero La Palma hat gemeinsam mit der Gemeinde El Paso den inzwischen 19. Wettbewerb der Kanarienvogelzüchter organisiert. Seit gestern, dem 1. Dezember 2014 kann man im Veranstaltungshaus „Recinto Ferial“, gegenüber der Markthalle in El Paso, über 600 verschiedene, kanarische und exotische Exemplare bestaunen.

Bis zum 7. Dezember 2014 läd die Ausstellung jeweils von 10-13 Uhr und 16-20 Uhr zum Besuch ein. Hier trifft man insgesamt 67 erfahrene Kanarienvogelzüchter, die einem sicher gern den einen oder anderen guten Tipp mit auf den Weg geben.

Der Urvater aller Züchtungen ist der Kanarengirlitz, den man hier auf La Palma in riesigen Scharen antrifft. Seit zarter Gesang ist unverkennbar und vielfältig, denn der Kanarengirlitz vermag es, sich ganze Abfolgen von Tönen einzuprägen und zu wiederholen.

Seine Art gehört zur Gattung der Girlitze in der Familie der Finken und sicher war die Heimat des Kanarengirlitz lange vor den Menschen die Inselwelt der Kanaren. Weitere Vorkommen gibt es auf den Azoren und Madeira.

Mit seiner Größe von 12,5 bis 13,5 Zentimetern ist der kleine rundliche Geselle bei einem Gewicht bis 25 Gramm mit seinem kurzen aber kräftigen Schnabel häufig , mitunter auch in kleineren Trupps, in der Nähe der Menschen zu finden.

Von der Küste bis zu einer Höhe von 2000 Meter über dem Meer erstreckt sich sein Lebensraum.

Geschäftig suchen die Vögel in Bodennähe und auf Büschen und Bäumen ihre Nahrung, die aus vielerlei Samen und Blättern bestehen. Auch kleinere Insekten werden nicht verschmäht. Dabei wirken sie recht zutraulich.

Männchen und Weibchen dieser Art haben ein so unterschiedliches Aussehen, dass man zwei Arten vermuten könnte. Während die Männchen an Kopf, Hals, Brust und Bauch gelblich grünes Gefieder haben, sind die Weibchen eher unscheinbar und haben eine graugestreifte Brust. Jungvögel sind bis zum Herbst sogar graubraun.

Meist sind es die Männchen, die von hohen Orten als eifrige Sänger zu hören sind. Ihr Gesang verändert und entwickelt sich im Laufe des ersten Lebensjahres Und machte den Vogel seit dem 16. Jahrhundert zu einem begehrten „ Exportartikel“ der Kanaren.

Das Weibchen baut das Nest aus Moos und Gras allein und polstert es weich aus.Das Männchen bewacht das Nest und versorgt sein Weibchen. Aus dem Gelege von 3 bis 5 Eiern schlüpfen nach 14 Tagen die Jungen, die nach 16 Tagen bereits das Nest verlassen. Sie werden aber noch 14 Tage weiter versorgt. Zwei Bruten im Jahr sind die Regel, weshalb der Kanarengirlitz nicht zu den gefährdeten Arten gehört.

Der schöne Gesang und die relativ einfache Haltung in Käfigen machten den Vogel für wohlhabende Europäer interessant. Mönche nutzten dieses und züchteten Kanarengirlitze für den Verkauf, Es wird berichtet, dass Spanien versuchte, ein Monopol für den Verkauf dadurch zu sichern, dass nur Männchen verkauft wurden, um Nachzuchten unmöglich zu machen, was aber schließlich doch nicht zu verhindern war.

Erst durch die Züchtung wurde im Laufe der Jahrhunderte aus dem eher unscheinbaren Kanarengirlitz der Kanarienvorgel mit dem typischen gelb oder in anderen hellen Farben leuchtenden Gefieder, wie ihn die meisten Menschen kennen. Fühlen sich die Vögel wohl und stellt man geeignetes Nistmaterial zur Verfügung, gelingt meist auch die Nachzucht von Jungen in der Wohnung.

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Besuch im Seidenmuseum

Seide

Etwas versteckt, aber mitten im Herzen der Altstadt von El Paso liegt das kleine aber feine Seidenmuseum. In dem traditionsreichen Gebäude, das mit kundiger Hand und behutsam renoviert worden ist, kann der Besucher einen Blick in die Vergangenheit der Insel tun. Seit dem 17. Jahrhundert war die Produktion und Verarbeitung auf der Insel Hauptwirtschaftszweig, daran soll das Museum erinnern.

Mit viel Liebe zum Detail kann der Besucher sich hier über alle Stationen der Seidenproduktion und Verarbeitung ein lebensnahes Bild machen. Gleich im Eingangsbereich ringeln sich in einem Körbchen Seidenraupen auf grünen Blättern. Sie produzieren den edlen Stoff, aus dem so mancher textiler Traum gewebt ist. Gleich daneben findet sich ein Körbchen mit Kokons, in denen es noch lebt und in einem weiteren Korb kann man dann die fertigen Seidenkokons sehen.

Aus der abgewickelten Rohseide entstehen zunächst fluffige, seidenweiche (was auch sonst) Bällchen, die dann zu Fäden versponnen werden. Das übrigens kann der Besucher in Aktion sehen, denn einige freundliche Frauen zeigen die verschiedenen Verarbeitungsstufen live. Da drehen sich merkwürdig anmutende Spinnräder und von der Decke hängen Spindeln, die von regen Händen in Drehung versetzt werden, damit der Seidenfaden fester wird. Gefärbt wird mit allerlei Pflanzenfarben, darunter mit dem Saft der Cochinelle-Laus, die auf den heimischen Kakteen unterwegs ist und deren Zucht in früheren Zeiten ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftszweig war. An Webstühlen kann man dann den Damen bei der Arbeit zuschauen und bewundern, wie ein feines Seidentuch entsteht. Gerne kann der Besucher auch selbst an einem der Webstühle Platz nehmen und auf das vielfältige Gewirr der Fäden und Schiffchen schauen und dem Knarzen des uralten Holzes lauschen.

Erläuterungen zu den Abläufen der Seideproduktion kann man auf Schautafeln nachlesen, wenn man des Spanischen mächtig ist. Falls nicht, erklärt eine freundliche Mitarbeiterin gerne auch auf deutsch, was es zu wissen gibt. Im Foyer werden, in Schaukästen ersichtlich, die fertigen Kostbarkeiten schließlich zum Kauf angeboten und nachdem man nun auch erfahren hat, wieviel Arbeit hinter jedem einzelnen Stück steckt, ist auch der Preis sicher angemessen.
Auf Nachfrage erfahren wir, dass auftragsweise auch Heute exquisite Schals, Tücher und Krawatten in alter Handwerkstradition und Qualität gefertigt werden. Ein solches Souvenir hat Seltenheitswert und ist etwas ganz Besonderes. Insgesamt ein lohnenswerter Besuch. (Ausgabe 1 / Sommer 2008)