Wettbewerb der Kanarienvogelzüchter

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Dieser Tage stellen die Kanarienvogelzüchter aus La Palma, Gran Canaria und Teneriffa ihre besten Exemplare aus und hoffen auf den Gewinn des Wettbewerbs.

Der palmerische Züchterclub „Asociación de Canaricultura 10 de Febrero La Palma hat gemeinsam mit der Gemeinde El Paso den inzwischen 19. Wettbewerb der Kanarienvogelzüchter organisiert. Seit gestern, dem 1. Dezember 2014 kann man im Veranstaltungshaus „Recinto Ferial“, gegenüber der Markthalle in El Paso, über 600 verschiedene, kanarische und exotische Exemplare bestaunen.

Bis zum 7. Dezember 2014 läd die Ausstellung jeweils von 10-13 Uhr und 16-20 Uhr zum Besuch ein. Hier trifft man insgesamt 67 erfahrene Kanarienvogelzüchter, die einem sicher gern den einen oder anderen guten Tipp mit auf den Weg geben.

Der Urvater aller Züchtungen ist der Kanarengirlitz, den man hier auf La Palma in riesigen Scharen antrifft. Seit zarter Gesang ist unverkennbar und vielfältig, denn der Kanarengirlitz vermag es, sich ganze Abfolgen von Tönen einzuprägen und zu wiederholen.

Seine Art gehört zur Gattung der Girlitze in der Familie der Finken und sicher war die Heimat des Kanarengirlitz lange vor den Menschen die Inselwelt der Kanaren. Weitere Vorkommen gibt es auf den Azoren und Madeira.

Mit seiner Größe von 12,5 bis 13,5 Zentimetern ist der kleine rundliche Geselle bei einem Gewicht bis 25 Gramm mit seinem kurzen aber kräftigen Schnabel häufig , mitunter auch in kleineren Trupps, in der Nähe der Menschen zu finden.

Von der Küste bis zu einer Höhe von 2000 Meter über dem Meer erstreckt sich sein Lebensraum.

Geschäftig suchen die Vögel in Bodennähe und auf Büschen und Bäumen ihre Nahrung, die aus vielerlei Samen und Blättern bestehen. Auch kleinere Insekten werden nicht verschmäht. Dabei wirken sie recht zutraulich.

Männchen und Weibchen dieser Art haben ein so unterschiedliches Aussehen, dass man zwei Arten vermuten könnte. Während die Männchen an Kopf, Hals, Brust und Bauch gelblich grünes Gefieder haben, sind die Weibchen eher unscheinbar und haben eine graugestreifte Brust. Jungvögel sind bis zum Herbst sogar graubraun.

Meist sind es die Männchen, die von hohen Orten als eifrige Sänger zu hören sind. Ihr Gesang verändert und entwickelt sich im Laufe des ersten Lebensjahres Und machte den Vogel seit dem 16. Jahrhundert zu einem begehrten „ Exportartikel“ der Kanaren.

Das Weibchen baut das Nest aus Moos und Gras allein und polstert es weich aus.Das Männchen bewacht das Nest und versorgt sein Weibchen. Aus dem Gelege von 3 bis 5 Eiern schlüpfen nach 14 Tagen die Jungen, die nach 16 Tagen bereits das Nest verlassen. Sie werden aber noch 14 Tage weiter versorgt. Zwei Bruten im Jahr sind die Regel, weshalb der Kanarengirlitz nicht zu den gefährdeten Arten gehört.

Der schöne Gesang und die relativ einfache Haltung in Käfigen machten den Vogel für wohlhabende Europäer interessant. Mönche nutzten dieses und züchteten Kanarengirlitze für den Verkauf, Es wird berichtet, dass Spanien versuchte, ein Monopol für den Verkauf dadurch zu sichern, dass nur Männchen verkauft wurden, um Nachzuchten unmöglich zu machen, was aber schließlich doch nicht zu verhindern war.

Erst durch die Züchtung wurde im Laufe der Jahrhunderte aus dem eher unscheinbaren Kanarengirlitz der Kanarienvorgel mit dem typischen gelb oder in anderen hellen Farben leuchtenden Gefieder, wie ihn die meisten Menschen kennen. Fühlen sich die Vögel wohl und stellt man geeignetes Nistmaterial zur Verfügung, gelingt meist auch die Nachzucht von Jungen in der Wohnung.

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Herbstmesse auf La Palma

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Nach dem Motto: Deutschland zu Gast in Tazacorte“ findet in den kommenden Tagen die Herbstmesse auf La Palma statt.

La Palma ist und bleibt vor allem für deutsche Urlauber ein beliebtes Reiseziel. Um die deutsch-palmerische Bande noch zu vertiefen, veranstaltet die Gemeinde Tazacorte gemeinsam mit dem Rat für Kultur und Tourismus, dem Cabildo de La Palma, CIT Tedote und dem deutschen Konsulat erneut die Herbstmesse auf La Palma.

Die „Feria de Otoño“ findet in diesem Jahr zum 2. Male statt. Ab morgen, dem 13. November bis zum Samstag, den 15. November werden im Casa Massieu in Tazacorte zwischen 18:00 und 22:30 Uhr typische deutsche Speisen und Getränke angeboten. Ein Mix aus deutscher und heimischer Musik sorgt für den passenden Rahmen. Neben einer Kunsthandwerksausstellung werden einige deutsche Künstler hier ihre Werke präsentieren und es werden deutsche Filme mit spanischem Untertitel gezeigt. Am Samstag Vormittag kann man außerdem ab 10:00 Uhr ein typisches deutsches Frühstück probieren.

FERIA DE SETAS in Breña Baja

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Liebe Pilzfreunde,

nach den letzten guten Regenfällen spriessen die Pilze mit Macht und füllen die Körbe. Wie jedes Jahr übrigens, denn La Palma bietet wegen des konstanten Wetters mit Regenfällen Ende Oktober oder Anfang November eine Pilzsaison mit Garantie. Das ist etwas ganz Besonderes, denn im übrigen Europa können die Pilze wegen Trockenheit auch mal ganz ausfallen. Bis Ende Dezember lohnt es, sich im Wald umzusehen. Wer Steinpilze finden möchte, suche bei Esskastanien, wo der Sommersteinpilz schon früh erscheint. Er ist begleitet vom essbaren Mehlräsling und auch vom beliebten Pfifferling. Aber auch der giftige Pantherpilz erscheint in diesem Biotop. In den Kiefernwäldern der Cumbre findet man massenhaft den guten Jodoformtäubling, erkennbar am Jodoformgeruch an der Stielbasis, der jedoch bei der Zubereitung völlig verschwindet. Die Palmeros suchen gerne die Nacidas, gelbliche knollenförmige Pilzgebilde, die mit reichlich Gewürzen und Knoblauch ganz pasabel sind, aber kein besonderes Pilzaroma aufweisen. Den tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilz habe ich in 35 Jahren nur in zwei Exemplaren zu sehen bekommen, er ist also keine grosse Gefahr. Schädlich hingegen ist, zu alte Pilze zu essen, oder einfach irgendwelche Pilze, die man nicht kennt.

Wer gerne noch viele Pilze der palmerischen Wälder kennenlernen möchte, besuche doch die geplante Pilzmesse am 22. November im Hotel PARADOR, von 11 – 19 Uhr. Ich übersetze nachfolgend den Artikel eines palmerischen Pilzfreundes, der die aktuelle Pilzscene gut beschreibt.

Die deutsche Mykologin Rose Marie Dähncke, bekannt durch die Herausgabe von mehr als 20 Büchern und der Entwicklung der grössten Pilze-App für iPad etc. mit 3.300 Fotos, organisiert die FERIA DE SETAS am Sonnabend, dem 22. November 2014, im PARADOR DE TURISMO, Breña Baja. Die Messe ist von 11 – 19 Uhr geöffnet.

Dank der Mitarbeit der Gesellschaft für Pilzkunde Gran Canaria, Teneriffa und La Palma können wir den Besuchern neben einer Frischpilzausstellung diverse Stände kunstgewerblicher Produkte anbieten, die zum Pilz Beziehung haben, wie Glasbläserei, Holzschnitzarbeit, Stickereien, Stoffmalerei, Schmuck etc.. Die Expertin Frau Nilia Bañares zeigt, wie man mit Pilzen Stoff oder Wolle färben kann, und man kann sich auch informieren, wie gute Esspilze im eigenen Garten zu züchten sind, so wie es auf der Biofinca Tropical in La Palma gemacht wird. Es wird einen Stand mit Literatur über die Pilze von La Palma geben, und eine Kostprobe des Rezeptes ‘La Palma-Pilze à la crema’ wird Ihnen gefallen.

Rose Marie möchte sich mit dieser Veranstaltung von der wissenschaftlichen Pilzarbeit verabschieden, die sie übeer 70 Jahre praktiziert hat, 35 Jahre davon auf La Palma. Als Erfolg für ihre Bemühungen hat sie hier 35 neue Pilze für die Wissenschaft entdeckt, die ihren Namen tragen und auch den von La Palma als Fundort, was zu internationaler Aufmerksamkeit führt. Als Zeichen dafür gehen Anfragen aus Kanada, Mexiko, Italien und überhaupt ganz Europa ein, was zeigt, dass La Palma für die Mykologen sehr interessant ist.

Sie können gerne eigene Pilze zur Bestimmung mitbringen.

Es werden 100 kleine Pilzbücher in deutscher Sprache vergeben.

Gastbeitrag: Rose Marie Dähncke
Centro de Micología La Palma

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Ausstellung im Faro von Fuencaliente

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Text: Do Fritzsche

Die äußerste Südspitze la Palmas lohnt in jedem Fall einen Besuch: nicht nur wegen des umwerfenden Ausblicks auf das tosende Meer, wie es an die steilen schwarzen Klippen kracht, nicht nur, weil die Fahrt dorthin über eine der schönsten Küstenstrassen der Insel führt, durch Weinfelder, alte begrünte Lavalandschaften und ganz plötzlich – durch schwarze bizarre Schlackeberge, bis schließlich die Strasse abzweigt hinunter zum Faro, dem alten Leuchtturm und den berühmten Salinen von la Palma.
Mittlerweile hat der alte Leuchtturm einen modernen großen Bruder bekommen, der dem Alten jetzt die Arbeit abgenommen hat und seinen Korpus klassisch rot weiß in den blauen Himmel reckt. Daneben aber steht der, beinahe trutzig wirkende alte Leuchtturm, in schwarzem Lavastein erbaut und von einem Gebäude umgeben, dass heute eines der schönsten und neuesten Informationszentren der Insel beherbergt: das Centro de Informacion de la Reserva marina: Es geht um die Unterwasserwelt.

Der Besucher tritt in einen Gang mit hohen Schautafeln, die ihre Aussagekraft aber weniger aus vielen Worten beziehen, die Macher dieser kleinen Schau vertrauen vielmehr auf die Wirkung des Bildes. Zurecht: nur die wenigen mehrsprachigen Sinnsprüche regen den Besucher zum genauen Hinschauen und Nachdenken an. Nach einigen Schritten verdunkelt und verengt sich der Gang. Rechts und links ragt buckliges Gestein aus der Wand. Durch einen engen Durchgang betritt der Besucher plötzlich einen schummrig beleuchteten Raum. Bereits nach dem ersten Schritt zögert er, denn es scheint, als ob sich unter ihm der Boden abgesenkt hat , nur mühsam erkennt er, dass dort Schrottteile auf steinigem Untergrund liegen und der Betrachter fragt sich irritiert: wo bin ich hier? Ein Blick in die Runde zeigt, es ist eine Unterwasserwelt, die hier entstanden ist.

Der Boden, belegt mit Plexiglas zeigt den Grund des Meeres, wie man ihn um La Palma herum sehen könnte, wäre man ein Taucher. Und die Wände sind wie ein Riff gestaltet, an dem Fische, Muränen und Wasserschildkröten zu schwimmen scheinen. Und mitten im Raum, riesig und etwas irritierend schwebt ein Delphin, gefangen- in einem Netz. Der Blick geht an die Decke und dort setzt sich die Unterwasserscheinwelt fort, den dort schwebt der Schatten eines Bootes, das das Netz ausgeworfen hat, in dem sich nun ein Delphin gefangen hat. Was will uns das Bild sagen? Ein Kurzfilm, der an der Stirnwand des Raumes abgespielt wird, löst das Rätsel: es geht um den Schutz der Unterwasserwelt und insbesondere der Delphine vor den Folgen falschen Fischfangs.

Und auch der Hauptfilm, der folgt, zeigt uns, was wir durch überfischen verlieren könnten: die überwältigende Schönheit der Unterwasserwelt um La Palma. Die Vielfalt dieser Unterwasserwelt vor den Küsten La Palmas ist erstaunlich. Nicht nur die filigrane Zartheit der Quallen, die mit ihren Tentakeln vielfarbig das tiefe Blau durchpflügen, auch die beinahe meditative Behäbigkeit der Wasserschildkröten und vor allem das majestätische Gleiten des Riesenrochens entlocken den Besuchern vielfache „Aahs und oohs“.
Trotz des Staunens empfiehlt es sich, in diesem Raum einen Moment der Stille zu genießen, den Blick schweifen zu lassen, sich von der Atmosphäre dieser nachempfundenen Unterwasserwelt ganz gefangen nehmen zu lassen: Es ist ein schöne, eine äußerst fragile Welt, bedroht, wie so vieles, von Menschenhand und kann doch nur durch sie erhalten und gerettet werden. Der Besucher spürt: diese Art Informationszentrum macht Sinn.

Tritt man dann wieder hinaus in die blendende Sonne und lässt den scharfen Atlantikwind die Haare durchpusten, ist man einen Moment fast wie blind und doch ganz erfüllt und tief berührt. Wie schön, das dieser Ausflug in die Unterwasserwelt ganz kostenlos, doch sicher nicht umsonst, zu haben ist. (Ausgabe 1 / Sommer 2008)

Hinweis: Die Ausstellung ist zeitweise leider immer mal wieder geschlossen. Wer sich jedoch auf den Weg gen Südspitze La Palma macht, findet gleich nebenan die ebenfalls sehenswerten Salinen.