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Spanien: Finanzämter forschen Bürger via Twitter und Facebook aus

Mrz 6, 15 • aus aller Welt / de todo el mundoKommentare deaktiviertRead More »

 

Die ersten steuerlichen Überprüfungen aufgrund von Informationen aus dem Internet hatte es bereits im Jahr 2014 in Spanien gegeben. Jetzt zündet die Spanische Regierung die zweite Stufe im Kontrollwahn gegen die Bürger. Laut der Tageszeitung El Pais wollen die Ermittler nicht nur die Standard-Plattformen wie Twitter, Facebook und andere für die lückenlose Überprüfung der Bürger heranziehen sondern auch die Seiten, auf denen Autos angeboten werden oder die Website der Wohnungsvermittlung Airbnb. Mit Airbnb ist ja ein Markt gewachsen, der auch schon dem Hotelgewerbe ernsthaft Sorge bereitet. Nun wollen die fleißigen Beamten mit speziell entwickelter Software die Seiten scannen und daraufhin die Betroffenen überprüfen.

Da wird uns also seit Jahren suggeriert, wir müssen uns auf diesen ganzen sozialen Plattformen anmelden, sollen dem heiligen Gral folgen und unsere intimsten Geheimnisse posten um dann zu erkennen, dass das gar keine Freunde sind die uns da „liken“ sondern das Finanzamt. Guten Tag!

All-heilig-machend wurden uns die Errungenschaften der digitalen Kontrolle und der neuen Freundschaften verkauft. Weltweit sind Milliarden Bürger dem Aufruf gefolgt, vertreten nun militant die Meinung, dass der geneigte Verweigerer dieser Massenverblödung verkrustet und verdorrt im Geiste sei, um jetzt aber erkennen zu müssen, dass hinter all dem Methode steckt.

Als kommunikatives Muss wurden fäkale Befindlichkeiten und zuweilen noch unwichtigere Informationen mitgeteilt, die von jedermann einzusehen waren und sind. Clevere User mit kriminellen Energien nutzen diese neue Geschäftsidee um in aller Ruhe Wohnungen auszurauben, weil ja die Welt wissen muss, dass Lieschen Müller und Hein Blöd auf Malle Urlaub machen. Aber das Phänomen Facebook und Twitter wird natürlich nicht nur von wirbellosen, einfach strukturierten Erdbewohnern genutzt, nein, auch Herr und Frau Wichtig müssen eine Facebook-Seite haben um der Welt die wirklich tragenden Dinge des Lebens mitzuteilen. Und schon sind die ersten Prominenten ins Visier der Fahnder geraten. Der Motorradrennfahrer Jorge Lorenzo wurde steuerlich überprüft, nachdem er in einem Magazin seine Luxus Villa angeboten hatte. Auf diese oder ähnliche Weise wurden in Spanien im letzten Jahr nicht deklarierte Steuerschulden in Höhe von 12,3 Milliarden Euro entdeckt. Eine ordentliche Steigerung von fast 13% im Vergleich zum Vorjahr. Ins Steuernetz sind unter anderem auch die spanische Prinzessin Cristina und Fußballstar Lionel Messi gegangen. Weitere werden folgen.

Nun sind in der Politik ja nicht wirklich alle dumm und so kontrolliert jetzt das spanische Finanzamt vermehrt über die einschlägigen Websites, wer denn wann, was und wo zu veräußern oder zu vermieten hatte. Und da Steuerehrlichkeit nicht wirklich von der Politik vorgelebt wird, werden die Finanzbeamten

auch in Zukunft Erfolg haben, Trottel finden, die auf Facebook posten, wie schlau sie doch sind……..

Jean-Bas

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