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Thema: Die Faszination der Sonnenauf- und untergänge
Wer den Blick für das Schöne und die Natur nicht verloren hat, wird morgens kurz vor Sonnenaufgang das Morgenrot bewundern und zum Tagesende die untergehende Sonne und das Abendrot auf sich wirken lassen.
Aber warum gibt es diese Phänomene, wo doch der Himmel am Tage so herrlich blau ist und das Weltall dahinter tiefschwarz?

Morgenrot und Abendrot gibt es nur in der Dämmerung. Der Fachmann unterscheidet die „astronomische“ und die „bürgerliche“ Dämmerung und beschreibt damit die Zeit, in der die Sonne entweder noch nicht über dem Horizont aufgetaucht ist und bereits dahinter versunken ist. Während die astronomische Dämmerung beendet ist, wenn die Sonne 18 Grad unter den Horizont gesunken ist und man bereits die ersten Sterne sehen kann, endet die bürgerliche Dämmerung bereits, wenn die Sonne 6,5 Grad unter dem Horizont ist.
Die Phase der Dämmerung ist je nach dem Breitengrad, auf dem man sich befi ndet, unterschiedlich. Am Äquator ist sie am kürzesten und an den Polen am längsten. Dort schneidet die Bahn der Sonne den Horizont so fl ach, dass Abenddämmerung und Morgendämmerung je nach der Jahreszeit fast ineinander übergehen oder aber Polarnacht herrscht. Somit erklärt sich nun auch, warum es hier so schnell dunkel wird.

Aber wie kommt dieses herrliche Morgenrot und Abendrot zustande, wenn doch von der Sonne immer das gleiche weiße gleißende Licht zur Erde gesandt wird? Und warum wechselt dabei sogar noch die Farbe von gelbem Abendschein über apfelsinenrot bis zum feurigen Rot?

Jeder weiß, dass sich das weiß erscheinende Sonnenlicht aus vielen Farben zusammensetzt, die sichtbar wieder gestreut werden, wenn man einen Regenbogen sieht. Während dabei die Wassertröpfchen in der Luft zur Streuung des Lichtes führen, können auch andere Gasmolekühle dieses bewirken. Die Einzelfarben des Lichtes sind abhängig von der Wellenlänge, die bei rotem Licht am längsten und bei blauem Licht am Kürzesten ist. Steht die Sonne – egal ob morgens oder abends – tief, wird ein großer Teil des blauen, kurzwelligen Lichtes weggestreut und der Rotanteil überwiegt. Je kleiner die Wellenlänge, desto Stärker die Streuung. Steht die Sonne hoch, kommt das Licht fast direkt zu uns auf dem kürzesten Weg durch die Atmosphäre. Hauptsächlich der Anteil des blauen Lichtes wird gestreut und wir sehen den
herrlichen tiefblauen Himmel. Aha, wird man jetzt sagen. Deswegen ist der wolkenfreie Himmel am Tage blau und bei Sonnenaufgang und Sonnengang wunderschön rot.
Wissenschaftlich ausgedrückt, nennt man diese Art der Lichtstreuung – also der Streuung an der Atmosphäre unseres Planeten – Rayleigh – Streuung. Sie liegt vor, wenn die Teilchen die zur Streuung führen, viel kleiner sind, als die Wellenlänge der Strahlung. Die Streuung an Wassertröpfchen, wie z. B. beim Regenbogen ist darum keine Rayleigh-Streuung.
Wirklich schön und stimmungsvoll wird der Anblick aber erst, wenn das gestreute Licht der untergehenden Sonne am Himmel an die Wolken trifft.

Übrigens kann sogar das vom Mond beim Aufgang reflektierteLicht ausreichen, um den Himmel auf gleiche Weise rötlich zu färben.
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Ausgabe:
Nº 07 Sommer 2011

erscheint am:
01.Juni 2011

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