Campen auf La Palma

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Foto/Text: Jürgen Burchardt

Ein angenehmes und mildes Klima gepaart mit abwechslungsreicher und beeindruckender Naturlandschaft. Bedingungen, die auch von der immer größer werdenden Gemeinde der Campingurlauber geschätzt werden. Doch auf Grund der aufwändigen und kostspieligen Anreise mit dem eigenen Campingfahrzeug, verirren sich nur wenige Camper vom Europäischen Festland auf die Kanaren. Es sind vor allem Canarios und Residente, die in den Ferien mit ihren Wohnmobilen oder Wohnwagen die Nachbarinseln besuchen oder das Wochenende für einen Ausflug auf die andere Seite der Insel nutzen. Campingurlaub erfreut sich auch auf den Kanaren immer größerer Beliebtheit. So werden auch hier Anstrengungen unternommen, diesem Bedarf gerecht zu werden. Auf Teneriffa eröffnete vor kurzem der vierte Campingplatz. Der Campingplatz La Tejita bei El Medano befindet sich direkt an einem der schönsten Strände von Teneriffa.

Auch auf La Palma wird am Ausbau der Infrastruktur für Campingurlauber gearbeitet. Der bestehende Campingplatz Parque La Laguna bei Barlovento soll deutlich vergrößert und mit modernen Sanitäreinrichtungen ausgestattet werden. Vorgesehen ist, außer Duschen, WC und Entsorgungsstationen für Wohnmobile ein Spa-Bereich mit Sauna und Schwimmbad. Außerdem wird an den Plänen für einen Campingplatz im Süden der Insel gearbeitet. Die „Isla bonita“ bietet unzählige traumhafte Plätze für begeisterte Camper, um entspannte Urlaubstage zu verbringen und La Palma in aller Ruhe kennenzulernen. Da es derzeit auf La Palma keinen offiziellen Campingplatz am Meer gibt, versammeln sich die Campinggäste mit ihren fahrbaren Übernachtungsmöglichkeiten z.B. am Charco Verde bei Puerto Naos oder an den Piscinas La Fajana bei Barlovento.

Wer auf La Palma zelten möchte, sollte wissen, dass wildes Campen hier nicht erlaubt ist. Jedoch findet man in verschiedenen Refugios sowie auf dem Zeltplatz in der Caldera de Taburiente Möglichkeiten, sein Zelt aufzuschlagen. Diese Waldzeltplätze sind jedoch auf Grund ihrer Höhenlage nur im Sommer zu empfehlen. Die Übernachtungsdauer ist beschränkt und muss im Voraus schriftlich beim Medio Ambiente (Umweltamt) angemeldet werden.

Bila – Deutsche Bibliothek in Puntallana

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Schon die Lage ist einzigartig. Sicher, wer z.B. aus der norddeutschen Tiefeebene stammt, dem mutet manches Gebäude auf La Palma wie ein Adlerhorst an. Aber eine Bibliothek im historischen Ortskern von Puntallana an der Calle Procesiones 2, unmittelbar am steilen Abhang und mit fernem Meerblick, ist so überraschend wie die Insel selbst.
Die „BILA“ – „Biblioteca internacional en lengua alemana“ umfasst – mit steigender Tendenz – 5000 Bände vom Besten, was die deutsche und ins Deutsche übersetzte Weltliteratur zu bieten hat. Es ist im Kern der Nachlass eines Buchhändlers, der in den 90er Jahren auf der Insel verstarb. Dank der Großzügigkeit der Gemeinde Puntallana, die das, schon früher als Bibliothek genutzte, altkanarische Gebäude 2007 zur Verfügung stellte, lässt sich jetzt unter dem alten Tea-Dach in Ruhe eine vortreffliche Buchauswahl finden. Auf der Terrasse kann der Lesestoff auch sofort verzehrt werden – oder man leiht maximal 4 Bücher für bis zu vier Wochen aus.
Getragen wird die BILA von einem Verein auf La Palma, unterstützt von dem gerade gegründeten, gemeinnützigen deutschen Förderverein BILAPALMA e.V.

Initiator, Bibliothekar, Rezensent und buchbegeisterter Gesprächspartner für alle Leser ist der, in Puntallana lebende Autor Andreas Greve. Er hatte die Idee eines kleinen Kulturinstituts am Ende der Welt, das neben der reichhaltigen Literaturauswahl auch Deutsch- und Spanischunterricht anbietet, Filme zeigt und Lesungen hält. Im Dezember 2007 kam auf Einladung der BILA immerhin Literaturnobelpreisträger Günther Grass nach La Palma.
Die „BILA“ steht jedem Leser Mittwoch bis Freitag von 17.00 bis 20.00 Uhr zur Verfügung. Pro geliehenem Buch erbittet sie eine Spende von einem Euro. Wer länger auf La Palma bleibt oder hier lebt und die „BILA“ auch fördern möchte, für den lohnt sich das Jahresabo für 50 Euro. Familien und vor allem privaten Vermietern von Ferienhäusern auf La Palma ist das übertragbare Abo für 70 Euro zu empfehlen. So können Sie Ihrer Familie und allen Gästen eine hervorragende Hausbibliothek bieten. Abos beinhalten zudem freien Eintritt zu allen BILA-Veranstaltungen.

Wer jetzt nicht gleich nach Puntallana fährt, weil die BILA gerade nicht geöffnet hat, der findet auf der Homepage www.bila-lapalma.com alles Wissenswerte über die Bibliothek, den Buchbestand und aktuelle Veranstaltungen. Aber was ist schon das Internet gegen ein Literaturerlebnis im Bibliosphären – Reservat… (hcr) (Ausgabe 1 / Sommer 2008)

Ausstellung im Faro von Fuencaliente

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Text: Do Fritzsche

Die äußerste Südspitze la Palmas lohnt in jedem Fall einen Besuch: nicht nur wegen des umwerfenden Ausblicks auf das tosende Meer, wie es an die steilen schwarzen Klippen kracht, nicht nur, weil die Fahrt dorthin über eine der schönsten Küstenstrassen der Insel führt, durch Weinfelder, alte begrünte Lavalandschaften und ganz plötzlich – durch schwarze bizarre Schlackeberge, bis schließlich die Strasse abzweigt hinunter zum Faro, dem alten Leuchtturm und den berühmten Salinen von la Palma.
Mittlerweile hat der alte Leuchtturm einen modernen großen Bruder bekommen, der dem Alten jetzt die Arbeit abgenommen hat und seinen Korpus klassisch rot weiß in den blauen Himmel reckt. Daneben aber steht der, beinahe trutzig wirkende alte Leuchtturm, in schwarzem Lavastein erbaut und von einem Gebäude umgeben, dass heute eines der schönsten und neuesten Informationszentren der Insel beherbergt: das Centro de Informacion de la Reserva marina: Es geht um die Unterwasserwelt.

Der Besucher tritt in einen Gang mit hohen Schautafeln, die ihre Aussagekraft aber weniger aus vielen Worten beziehen, die Macher dieser kleinen Schau vertrauen vielmehr auf die Wirkung des Bildes. Zurecht: nur die wenigen mehrsprachigen Sinnsprüche regen den Besucher zum genauen Hinschauen und Nachdenken an. Nach einigen Schritten verdunkelt und verengt sich der Gang. Rechts und links ragt buckliges Gestein aus der Wand. Durch einen engen Durchgang betritt der Besucher plötzlich einen schummrig beleuchteten Raum. Bereits nach dem ersten Schritt zögert er, denn es scheint, als ob sich unter ihm der Boden abgesenkt hat , nur mühsam erkennt er, dass dort Schrottteile auf steinigem Untergrund liegen und der Betrachter fragt sich irritiert: wo bin ich hier? Ein Blick in die Runde zeigt, es ist eine Unterwasserwelt, die hier entstanden ist.

Der Boden, belegt mit Plexiglas zeigt den Grund des Meeres, wie man ihn um La Palma herum sehen könnte, wäre man ein Taucher. Und die Wände sind wie ein Riff gestaltet, an dem Fische, Muränen und Wasserschildkröten zu schwimmen scheinen. Und mitten im Raum, riesig und etwas irritierend schwebt ein Delphin, gefangen- in einem Netz. Der Blick geht an die Decke und dort setzt sich die Unterwasserscheinwelt fort, den dort schwebt der Schatten eines Bootes, das das Netz ausgeworfen hat, in dem sich nun ein Delphin gefangen hat. Was will uns das Bild sagen? Ein Kurzfilm, der an der Stirnwand des Raumes abgespielt wird, löst das Rätsel: es geht um den Schutz der Unterwasserwelt und insbesondere der Delphine vor den Folgen falschen Fischfangs.

Und auch der Hauptfilm, der folgt, zeigt uns, was wir durch überfischen verlieren könnten: die überwältigende Schönheit der Unterwasserwelt um La Palma. Die Vielfalt dieser Unterwasserwelt vor den Küsten La Palmas ist erstaunlich. Nicht nur die filigrane Zartheit der Quallen, die mit ihren Tentakeln vielfarbig das tiefe Blau durchpflügen, auch die beinahe meditative Behäbigkeit der Wasserschildkröten und vor allem das majestätische Gleiten des Riesenrochens entlocken den Besuchern vielfache „Aahs und oohs“.
Trotz des Staunens empfiehlt es sich, in diesem Raum einen Moment der Stille zu genießen, den Blick schweifen zu lassen, sich von der Atmosphäre dieser nachempfundenen Unterwasserwelt ganz gefangen nehmen zu lassen: Es ist ein schöne, eine äußerst fragile Welt, bedroht, wie so vieles, von Menschenhand und kann doch nur durch sie erhalten und gerettet werden. Der Besucher spürt: diese Art Informationszentrum macht Sinn.

Tritt man dann wieder hinaus in die blendende Sonne und lässt den scharfen Atlantikwind die Haare durchpusten, ist man einen Moment fast wie blind und doch ganz erfüllt und tief berührt. Wie schön, das dieser Ausflug in die Unterwasserwelt ganz kostenlos, doch sicher nicht umsonst, zu haben ist. (Ausgabe 1 / Sommer 2008)

Hinweis: Die Ausstellung ist zeitweise leider immer mal wieder geschlossen. Wer sich jedoch auf den Weg gen Südspitze La Palma macht, findet gleich nebenan die ebenfalls sehenswerten Salinen.

Tauchgang vor La Palma

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Wer auf die Kanaren fliegt, will baden gehen. Wer sich für La Palma entscheidet, merkt bald, dass der Atlantik überall schnell tief wird. Was über Wasser durch steile Barrancos und hohe Berge beeindruckt, geht unter Wasser weiter und ist mit Flossen, Tauchermaske und Schnorchel allenfalls zu erahnen. Warum also nicht richtig tauchen lernen?
Sicher, wir sind für das Leben unter Wasser im Grunde nicht geeignet. Wir brauchen Luft, festen Boden unter den Füßen und eine Orientierung im Raum. Doch die Schwerkraft zu überwinden, in einem für uns lebensfeindlichen Element mit Hilfe einfacher Technik für ungefähr eine Stunde Gast sein zu dürfen, ist ein Menschheitstraum und gerade mitten im Atlantik an Faszination kaum zu übertreffen.
Wer Schwimmen kann, gesunde Ohren hat und über eine durchschnittliche körperliche Konstitution verfügt, der sollte Gerätetauchen ausprobieren. Ohne Leistungsdruck, ganz langsam, denn Tauchen ist kein Wettbewerb. Viele schnelle Bewegungen und Stress brauchen auch viel Luft und verkürzen das Vergnügen – also ist Ruhe angesagt.

Dem Anfänger sei ein Probetauchgang angeraten, z.B. in einer PADI-Tauchschule das „Discover-Scuba-Diving“. Der Tauchlehrer gibt eine ausführliche Einweisung, von einem Video unterstützt. Die Ausrüstung wird gemeinsam vorbereitet und das Tauchgebiet sowie das Verhalten unter Wasser erklärt – dann geht es los.
Die Ausrüstung wiegt schon einiges, Flasche, Jackett zum tarieren der Tauchtiefe, Bleigurt zum Ausgleich des Auftriebs vor allem des Anzugs, Atemregler, Flossen, Maske etc. – da kommen schon 20 Kg zusammen. Selbst im Winter ist jedem Taucher warm, der das Wasser erreicht hat.
Das eigene Körpergewicht wie das der Ausrüstung ist verflogen, sobald man im Wasser ist. Und darum geht es: Schwerelos wie ein Astronaut darf man sein, am Jackett lässt sich der Auftrieb im Zusammenspiel mit der Atmung so genau regulieren, das man frei in der gewählten Tiefe schwebt. Kaum ein Flossenschlag ist nötig, um dem vielfältigen Leben unter Wasser zu folgen. Selbst in Tiefen bis zu 10 Metern.

Fischschwärme begleiten die Taucher, einzelne Exemplare suchen die Felsen ab oder verbergen sich in Höhlen und Nischen. Was man bisher nur aus dem Fernsehen kannte, ist unmittelbare Gegenwart, dazu noch in der grandiosen Felslandschaft erstarrter Lavaströme. Auch Anfänger können zwischen 30 und 45 Minuten unter Wasser sein, bis der Füllstand der Flasche zur Rückkehr zwingt.
Sicher, das tiefe Blau, der erforderliche Druckausgleich, die fehlende Schwerkraft und die – wie eingangs erwähnt – eigentlich für den Menschen ungeeignete Umgebung sind Herausforderungen – aber man ist nie alleine. Mit Hilfe einfacher Zeichensprache der Taucher kann jeder jederzeit den Tauchgang beenden – doch, aus diesem Film taucht man nur ungern wieder auf. (hcr) (Ausgabe 1 / Sommer 2008)

La Palma politisch

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Text: Mathias Siebold

Ganz ohne ein bisschen über den Inselhorizont hinaus zu sehen sollte man unsere politische Landschaft auch nicht schildern. – La Palma gehört zu den Kanarischen Inseln, welche in zwei Provinzen unterteilt sind, Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria. – Beide Provinzen zusammen bilden die autonome Region Kanarische Inseln und wählen auch als Gesamtheit ihre Regierung, das „Gobierno de Canarias“. – Dabei wechselt alle vier Jahre der Sitz des Parlamentspräsidenten zwischen den beiden Hauptstädten der Inseln Tenerifes und Gran Canarias, das Parlament selbst befindet sich in Santa Cruz de Tenerife. – Regiert werden die Kanarischen Inseln aus einer Koalition der Regionalisten der „CC“ – Coalición Canaria (23%) und der „PP“ Partido Popular (20%) gegen die Opposition der meist gewählten Partei der PSOE – Partido Socialista Obrero Español (34%). – Die Zahlen in Klammern geben die Ergebnisse der letzten Kommunalwahlen wieder. – Regierungspräsident ist seit dem Juni 2007 Paulino Rivero von der „CC“ und der erste Stellvertreter José Manuel Soria von der „PP“. – Alle 7 Inseln haben darüber hinaus noch eigene Inselparlamente, die „Cabildos Insulares“, mit einem eigenen Präsidenten und kompletter Regierungsmannschaft für alle Ressorts, die allerdings nur untergeordnete Entscheidungen alleine ohne Konsultation der Provinzregierung entscheiden können. – Danach gibt es auf La Palma noch 14 Gemeinden, welche alle eigene Rathäuser führen, die „Ayuntamientos“ genannt werden.

Dabei muss man beachten, dass politisch und verwaltungstechnisch auf den Kanaren die Gemeinden sowohl die Aufgaben eines Stadtrates sowie eines Kreistages ausüben. – Auf La Palma begegnen uns politisch bedeutend genau die drei Parteien wieder, die auch im Provinzparlament vertreten sind, wobei hier auf La Palma die Coalición Canaria das Inselparlament in absoluter Mehrheit beherrscht, aber eine Koalition mit der Partido Popular aus Respekt vor der regional geführten Koalition führt. – Inselpräsident La Palma ist José Luis Perestelo von der „CC“ der seit 1983 politisch tätig ist und ab 1996 das höchste politische Inselamt ausfüllt. – In den 14 Gemeinden gibt es je nach Einwohneranzahl 9 bis 21 Stadträte, die auch alle vier Jahre neu gewählt werden. – Auch hier besitzt die Coalición Canaria eine Mehrheit, lediglich in 5 Gemeinden ist sie nicht an der Zusammensetzung des Stadtrates beteiligt, das sind El Paso, Breña Alta, Puntagorda und Puntallana und Garafía.

Um das Stimmungsverhältnis mal in Zahlen auszudrücken: Die Coalición Canaria hat in den 14 Gemeinden insgesamt 80 Ratsposten inne, die Sozialisten der PSOE immerhin noch 58 und die Bürgerlichen der Partido Popular kommen nur noch auf 19 Sitze. – Den Niedergang der Partido Popular auf La Palma kann man auch noch mit dem Auftauchen einer neuen Gruppierung erklären, der CCN (Centro Canario Nacionalista), die sich zwar als Hüter des politischen Vakuums sieht welches da „Mitte“ heißt, zum großen Teil aber aus ehemaligen Parteigängern der Partido Popular besteht und auch in deren Wählerpotential ordentlich geräubert hat. – Allerdings hat die CCN zwar insgesamt 6 Stadtratsposten erringen können, hat aber den Sprung ins Inselparlament verfehlt. – Eine weitere kleine Partei, welche in den Kommunalwahlen von 2003 noch mit Achtungserfolgen Furore machen konnte, ist inzwischen fast gänzlich verschwunden, die INPA (Iniciativa por La Palma), hauptsächlich aus Ex-Mitgliedern der PSOE entstanden, hat nur noch 3 Ratsposten ergattern können und inzwischen sind fast alle aktiven Posten dieser Partei zur Gruppierung NC (Nueva Canarias) abgewandert, die bislang auf La Palma noch nicht vertreten war.

SALZ – Das Gold aus dem Meer

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Nicht selten wird zum Einzug ins neue Zuhause Brot und Salz verschenkt, um Nachbarn oder Freunden eine gute Zukunft zu wünschen. Ein uralter Brauch, den schon die Römer mit Wohlstand und Sesshaftigkeit verbanden.
Heutzutage ist Salz ein ständiger Begleiter in den verschiedensten Bereichen des täglichen Lebens. Nicht nur als wesentliche Zutat all unserer Rezepte, dient das Salz in seinen verschiedenen Formen vor allem auch vielen Industriezweigen wie der Metall verarbeitenden-, chemischen- oder Textil- und Glasindustrie als Grundstoff und wird auch zur Herstellung von Medikamenten verwendet.Als Lebensmittel ist Salz nicht nur auf seinen Bestandteil Natriumchlorid zu reduzieren. Für den menschlichen Organismus ist es wesentlich mehr. Unser Körper benötigt die, in natürlichem Salz vorkommenden Elemente, welche auch in unserem Organismus nachgewiesen werden können, um die Gesundheit aufrechtzuerhalten. Meersalz z.B. ist dem Salzgehalt der Körperflüssigkeiten des Menschen sehr ähnlich. Es enthält eine Vielzahl an Mineralien, die auch im menschlichen Organismus nachgewiesen wurden. Eine tägliche Menge von mind. 2,5 g ist bereits ausreichend, um den Bedarf zu decken.

Besuch im Seidenmuseum

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Etwas versteckt, aber mitten im Herzen der Altstadt von El Paso liegt das kleine aber feine Seidenmuseum. In dem traditionsreichen Gebäude, das mit kundiger Hand und behutsam renoviert worden ist, kann der Besucher einen Blick in die Vergangenheit der Insel tun. Seit dem 17. Jahrhundert war die Produktion und Verarbeitung auf der Insel Hauptwirtschaftszweig, daran soll das Museum erinnern.

Mit viel Liebe zum Detail kann der Besucher sich hier über alle Stationen der Seidenproduktion und Verarbeitung ein lebensnahes Bild machen. Gleich im Eingangsbereich ringeln sich in einem Körbchen Seidenraupen auf grünen Blättern. Sie produzieren den edlen Stoff, aus dem so mancher textiler Traum gewebt ist. Gleich daneben findet sich ein Körbchen mit Kokons, in denen es noch lebt und in einem weiteren Korb kann man dann die fertigen Seidenkokons sehen.

Aus der abgewickelten Rohseide entstehen zunächst fluffige, seidenweiche (was auch sonst) Bällchen, die dann zu Fäden versponnen werden. Das übrigens kann der Besucher in Aktion sehen, denn einige freundliche Frauen zeigen die verschiedenen Verarbeitungsstufen live. Da drehen sich merkwürdig anmutende Spinnräder und von der Decke hängen Spindeln, die von regen Händen in Drehung versetzt werden, damit der Seidenfaden fester wird. Gefärbt wird mit allerlei Pflanzenfarben, darunter mit dem Saft der Cochinelle-Laus, die auf den heimischen Kakteen unterwegs ist und deren Zucht in früheren Zeiten ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftszweig war. An Webstühlen kann man dann den Damen bei der Arbeit zuschauen und bewundern, wie ein feines Seidentuch entsteht. Gerne kann der Besucher auch selbst an einem der Webstühle Platz nehmen und auf das vielfältige Gewirr der Fäden und Schiffchen schauen und dem Knarzen des uralten Holzes lauschen.

Erläuterungen zu den Abläufen der Seideproduktion kann man auf Schautafeln nachlesen, wenn man des Spanischen mächtig ist. Falls nicht, erklärt eine freundliche Mitarbeiterin gerne auch auf deutsch, was es zu wissen gibt. Im Foyer werden, in Schaukästen ersichtlich, die fertigen Kostbarkeiten schließlich zum Kauf angeboten und nachdem man nun auch erfahren hat, wieviel Arbeit hinter jedem einzelnen Stück steckt, ist auch der Preis sicher angemessen.
Auf Nachfrage erfahren wir, dass auftragsweise auch Heute exquisite Schals, Tücher und Krawatten in alter Handwerkstradition und Qualität gefertigt werden. Ein solches Souvenir hat Seltenheitswert und ist etwas ganz Besonderes. Insgesamt ein lohnenswerter Besuch. (Ausgabe 1 / Sommer 2008)

Auswandern nach La Palma

Roque de Los Muchachos

Auswandern nach La Palma

Jedes Jahr erwägen viele Besucher unserer schönen Insel, ihren Lebensmittelpunkt ganz nach La Palma zu verlegen, aber wie so etwas anfangen? Wie verkraftet man die Trennung von Familie und Freunden? Findet man hier einen Job?

Do und Rainer Fritzsche aus dem westfälischen Hagen fällten die Entscheidung nach La Palma zu gehen 2007 nach einem zweiwöchigen Urlaub auf der Insel. Zwar hatten sie schon länger über das Auswandern nachgedacht, aber der Aufenthalt hier machte klar: das war das ideale Domizil. Ein Häuschen war dank Internet und reichlich Immobilienmaklern schnell ausfindig gemacht. Beruflich war die Trennung von Deutschland für beide nicht schwierig: Rainer Fritzsche, vormals Theaterdirektor, mittlerweile über 60 Jahre alt und nach einem schweren Schlaganfall vor sechs Jahren früh verrentet, hatte in Deutschland keine beruflichen Verpflichtungen mehr. Dorothe Fritzsche, 47 Jahre alt, hatte sich bereits drei Jahre zuvor als Coach in Deutschland selbstständig gemacht und träumte seitdem einen großen beruflichen Traum: Seminare für Menschen anbieten, die in ihrem Alltag erschöpft und ausgepowert Ruhe und Stille suchen, sich selbst reflektieren wollen und nach Orientierung in ihrem Leben suchen. Das traurige verregnete Deutschland schien dafür nicht der ideale Ort.

Den fand Do Fritzsche auf La Palma: „ Als ich zum ersten Mal auf der Terrasse unseres Hauses stand und sich vor meinen Augen der schier unendliche Blick auf den Ozean öffnete, wusste ich: hier ist der richtige Ort für mein Projekt: mein Seminargarten.“ Fritzsches verkauften ihre Eigentumswohnung in Deutschland, kündigten alle Verträge, Versicherungen und Zeitschriften, verkauften die Hälfte ihres Hausstands und orderten einen Überseecontainer. „Mit sechs Monaten Vorbereitung war unser Zeitplan sicher eher knapp, aber alles klappte wie geschmiert. Sogar einen Teilzeitjob hatte ich schon gefunden, per Internet natürlich.“ Internet macht auch den Kontakt mit Familie und Freunden jederzeit und fast unbegrenzt möglich. „Eigentlich haben uns alle nur beneidet. Sicher hatten wir einige Probleme von vorneherein nicht, andere sollten sich erst nach unserem Umzug ergeben.“ Unerwartet lange dauerte z.B. die Reise des Umzugscontainers, solange machten Fritzsches in ihrem renovierungsbedürftigen Häuschen Hauscamping mit bescheidensten Mitteln: kein Strom, Wasser nur in der Küche. „Nach Sonnenuntergang war der Tag für uns praktisch beendet. Essen bei Kerzenschein, dann ab ins Bett. Die ersten Nächte hier waren lang!“ schmunzelt Do Fritzsche.

Mittlerweile haben sie sich eingerichtet, obwohl die Renovierung lange noch nicht abgeschlossen ist. „Manches dauert hier doch etwas länger“, so Rainer Fritzsche, ein erfahrener Hausrestaurateur. „Hier gibt es nun mal keine großen Baumärkte, dafür aber viele gut sortierte Ferreterias. Aber wer hat was? Das dauert ein wenig, das herauszufinden und vieles muss man erstmal langwierig bestellen. Da braucht es Geduld und Gelassenheit.“ Hilfe hatten Fritzsches nicht nur von deutschen Handwerkern, die auf der Insel zahlreich vertreten sind, sondern vor allem auch von Spaniern. Die Nachbarn liefern per Verlängerungskabel den Strom, der örtliche Ferreteria-Chef erweist sich als „Mann für alle Fälle“.

Spanisch-Kenntnisse? „Sollte man haben,“ meint Do Fritzsche. „Mit dem Lernen habe ich sofort angefangen, als unsere Entscheidung feststand. Mir hat allerdings geholfen, dass ich schon Englisch und Französisch unterrichtet habe. Viele Worte sind ähnlich und die Grammatik ähnelt sehr dem Französischen. Mein Mann allerdings…“ – „…behilft sich mit Italienisch und lernt ansonsten beim Sprechen“ fällt Rainer Fritzsche seiner Frau ins Wort. Nach drei Monaten ist aus einem völlig zugewucherten Grundstück eine gärtnerische Oase geworden, die ihrer Bestimmung als Seminargarten entgegenwächst. „Oft höre ich hier nur die Schreie der Dohlen und irgendwo bellt ein Hund. Die Lichtspiele auf dem Meer sind manchmal geradezu überirdisch schön. Ich bin sicher, hier werden die Menschen, die zu mir kommen, Ruhe finden und Kraft schöpfen.“ Wir wünschen viel Erfolg! (Ausgabe 1 / Sommer 2008)