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Kanaren: Ölsuche beginnt

Nov 21, 14 • Leben auf / Vivir en La Palma, Natur / Naturaleza, NewsKommentare deaktiviert für Kanaren: Ölsuche beginntRead More »

Trotz aller Proteste gegen die geplanten Probebohrungen hat die Suche nach Öl vor den Kanaren begonnen. Friedlichen Aktionen der internationalen Umweltorganisation Greenpeace wird von der spanischen Marine mit Brutalität begegnet.

Protest Against Repsol in Canary Islands

Die Greenpeace-Aktivisten werden bei ihrem friedlichen Protest heftig von der Marine attackiert Foto: Greenpeace

Seit Monaten kämpfen die Bewohner der kanarischen Inseln gegen die geplanten Probebohrungen vor Lanzarote und Fuerteventura, doch alle friedlichen und demokratischen Mittel liefen ins Leere. Die spanische Zentralregierung wittert ein lukratives Geschäft, gegen das offenbar ein blankes Interesse an Umwelt und Natur machtlos scheint. Mehr noch, Gegenworte werden einfach untersagt. (Weitere Informationen hierzu finden sie in unserem Artikel „Madrid genehmigt die Suche nach Erdoel vor den Kanaren

Als letztes Mittel, die Probebohrungen doch noch zu verhindern, wollte der Ministerpräsident der kanarischen Inseln, Paulo Rivero, am 23. November die Bürger über die geplante Ölsuche abstimmen lassen. Immerhin steht deren Existenz auf dem Spiel, denn vor allem Lanzarote und Fuerteventura erwirtschaften ihr Bruttoinlandsprodukt zu 50 Prozent im Tourismussektor, der wiederum unmittelbar mit einer intakten Natur verbunden ist. Ein Zwischenfall bei der Suche oder späteren Förderung von Öl hätte katastrophale Folgen für Mensch und Natur.

Der spanische Innenminister José Manuel Soria, der selbst von den kanarischen Inseln stammt, bezeichnete die geplante Abstimmung als illegal. Sie würde seiner Auffassung nach die Kompetenzen der spanischen Zentralregierung beschneiden. Da jedoch auch die spanische Regierung durch demokratische Abstimmung als Vertreter des Volkes gewählt wurde sollte man doch davon ausgehen, dass die Meinungsfreiheit zur politischen Willensbildung elementar ist.

Greenpeace versucht Ölsuche vor Lanzarote zu verhindern

Aerial of Arctic Sunrise in Canary Islands

Foto: Greenpeace

Vor wenigen Tagen hat der spanische Mineralölkonzern Repsol mit der Suche nach Rohöl vor Lanzarote begonnen, nur 50 Kilometer von der Küste entfernt. Doch nicht nur die Bevölkerung der Kanaren hat Angst um ihre Zukunft, auch Umweltorganisationen sind in Sorge um die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt des Archipels.

greenpeace-kanaren1

Foto: Greenpeace

Zum Protest kreuzte das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ in den Gewässern vor den Kanaren. Greenpeace-Aktivisten, die sich mit Schlauchbooten in die Nähe des Repsol-Forschungsschiffes begeben hatten, um die Ölsuche zu verhindern, wurden massiv von der spanischen Marine attackiert. Dabei wurden zwei Aktivisten verletzt und zwei Schlauchboote erlitten Totalschaden.Wie brutal die Marine dabei vorging, zeigt ein Video der Umweltorganisation.

 

Mittlerweile wurde die „Arctic Sunrise“ beschlagnahmt und liegt nun im Hafen von Lazarote fest. Das Schiff hätte die maritime Sperrzone missachtet und Anweisungen der Marine ignoriert. Es wurde eine Kaution von 50.000 Euro festgesetzt. Gegen den Kapitän des Schiffes wird wegen „Verstoßes gegen die Seefahrtsegeln“ ermittelt.

Ölsuche um jeden Preis

Repsol verspricht ein äusserst lukratives Geschäft, vermutet der Konzern doch ganze 900 Mio bis 1 Milliarde Tonnen Rohöl vor den Kanaren. Repsol investiert hunderte Millionen Euro in die Ölsuche und hat zunächst die Erlaubnis zu drei Probebohrungen erhalten. Sollte die erste Bohrung erfolgreich sein, dürfen die beiden weiteren Probebohrungen erfolgen. Dazu darf der Konzern in gewaltige Tiefen bis zu 6 Kilometern vordringen. Die Risiken von Tiefseebohrungen sind sicher noch vielen im Gedächtnis, seit es zu dem folgenschweren Unglück auf der Deepwater-Horizon kam. Das größte Problem jeder Bohrung ist der enorme Druck, unter dem ein Ölfeld in der Tiefsee stehen kann. Das Bohrloch wird darum mit deinem gewaltigen Ventil versehen. Was aber passiert, wenn seismische Aktivitäten auftreten? Eine Frage, die in einem vulkanisch aktiven Gebiet wohl nicht unbegründet ist.

Die Deutsche RWE, die ebenfalls beteiligt war, ist mittlerweile aus dem Projekt ausgestiegen, vermutlich aufgrund des Medienrummels. Noch immer dabei ist dagegen der australische Konzern Woodside.

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