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Meeressäuger
vor La Palma
Das Meer um die Kanarischen Inseln ist unvergleichlich reich an
interessanten Meeressäugetieren, unter denen die Wale und
Delfine, mit 27 nachgewiesenen Arten, und Meeresschildkröten
wohl die bekanntesten sind.
Der Grund für diese Häufung liegt in der Tatsache, dass
im Bereich der Kanaren die Populationen aus den gemäßigten
und kalten Zonen mit denen der tropischen Verbreitungsgebiete zusammentreffen.
Jedoch der wichtigste Grund für diese Häufung ist der
Golfstrom, da dieser an der Westküste Afrikas endet und dort
befinden sich die Kanaren.
Während die Wale in kleinen Gruppen oder einzeln das Meer
in Oberflächennähe durchstreifen und meist bis zu 200
Meter tief tauchen, sind die Delfine in kleineren Gruppen mit bis
zu 50 Tieren in Küstennähe unterwegs. Im offenen Meer
sind diese Gruppen, die als Schulen bezeichnet werden, oft weit
größer. Der Pottwal gelangt bei seinen Tauchgängen
sogar bis in 2000 Meter Tiefe und kann dabei 2 Stunden unter Wasser
bleiben, ohne zum Atmen auftauchen zu müssen. Dies liegt daran,
dass er ein Zahnwahl ist und seine Lieblingsspeise in den tiefsten
Gewässern lebt, die Riesenkalmare.
Zwei der regelmäßig zu beobachtenden ortsansässigen
Arten sind der Große Tümmler (Tursios truncatus) und
der Pilotwal (Globicephala melas), der auch unter der Bezeichnung
Grindwal oder dem spanischen Namen Calderón tropical bekannt
ist.
Der Große Tümmler, der den meisten Menschen wohl aus
Fernsehserien als „Flipper“ in Erinnerung sein wird,
erreicht erwachsen die stattliche Größe von 4 Metern
bei einem Gewicht von 200 Kilogramm. Er wird bis zu 20 Jahre alt
und ist bis auf die Polarregion in allen Weltmeeren zu finden.
Das mit 6 bis 10 Jahren geschlechtsreife Weibchen bringt nach einer
Tragzeit von 11 bis 12 Monaten ein Junges zur Welt, das dabei schon
einen Meter lang und bis zu 30 Kilogramm schwer ist. Das Männchen
erreicht die Geschlechtsreife mit 10 bis 12 Jahren.
Große Tümmler verständigen sich untereinander durch
Bewegungen und Echolaute. Sie haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten
und helfen sich gegenseitig. Ihre Nahrung besteht überwiegend
aus Fischen, Tintenfisch und Krabben. Gegen die Angriffe von großen
Haien verteidigen sie sich, indem sie mit ihrer 7 bis 8 Zentimeter
langen Schnauze dem Hai in die Kiemen rammen.
Der Pilotwal verdankt seinen Namen dem Umstand, dass die etwa 20
Tiere umfassenden Gruppen (Schulen) durch ein Männchen als
Leittier geführt werden, dem die Gruppe bedingungslos folgt.
Die dicke Kugel am Kopf über dem Maul macht ihn auch für
Laien leicht erkennbar. Pilotwale können 30 bis 50 Jahre alt
werden. Die männlichen Tiere erreichen eine Größe
bis 6 Meter (selten bis 8 Meter), die Weibchen maximal 6 Meter
bei einem Gewicht von bis zu 3 Tonnen. Nachts tauchen die Tiere
bis in 600 Meter Tiefe nach Tintenfischen, von denen sie 50 Kilogramm
am Tag fressen. Bei der im Sommer stattfindenden Geburt sind die
im Frühjahr des Vorjahres gezeugten Jungen bereits 160 bis
190 cm lang. Sie werden dann zwei Jahre lang gesäugt.
Die Schulen folgen Wanderungen der Tintenfische. Mit etwa 6 km/h
durchstreifen sie das Meer, sind aber durchaus zu Sprints bis 40
km/h fähig.
Die grösste Gefahr für diese Tiere stellt der Mensch
dar, der die Meere verschmutzt oder in dessen Netze sich die Tiere
verfangen und qualvoll ersticken. Eigens für Beobachtungen
konzipierte Boote sichern, dass die Tiere nicht gefährdet
und trotzdem aus nächster Nähe in ihrem Element unter
sachkundiger Führung bewundert werden können.
Während sich weltweit Menschen und Organisationen für
den Schutz der Meeressäuger mit großem Engagement einsetzen,
kommt es regelmäßig auf den zwischen Island und Schottland
gelegenen Färöer Inseln mitunter mehrmals im Jahr zur
Grindadráp (Waltötung). Die Färiger (Bewohner
der zwar zu Dänemark, aber nicht zur EU gehörenden Inseln)
treiben dabei mit Booten Wale, die in Küstennähe kommen,
in Richtung Strand, wo das Schlachten der Tiere stattfindet. Die
Methode, bei der den Säugern das Rückenmark und die Schlagader
durchstoßen werden, wird von den Jägern mit hergebrachten
Traditionen begründet, findet jedoch weltweite Ablehnung.
Organisationen, darunter auch die Whale and Dolphin Conservation
Society gGmbH (WDCS), die sich dem Schutz der Wale und Delfine
verschrieben haben und für Unterstützung dankbar sind,
findet man in Internet unter der Kategorie Walschutzorganisationen
.
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