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Leuchttürme – Wegweiser der Meere

Mai 18, 16 • NewsKommentare deaktiviertRead More »

Seit Jahrtausenden wagen es mutige Menschen, mit ihren Booten vom Festland hinaus auf das Meer zu fahren, um Fischfang und Handel zu betreiben, die Welt zu erkunden oder Eroberungen zu machen.

Eines hat sich bis heute nicht geändert, nämlich dass diese Reisen mit vielen Gefahren verbunden sind und die Orientierung auf dem Wasser besondere Kenntnisse und Hilfsmittel voraussetzt.

Jeder wird da sofort am Kompass, Lot oder den Sechstanten denken, aber das sind Erfindungen der neueren Geschichte.

Seefahrer kennen die Gestirne, die den Weg weisen, auch wenn kein Land mehr zu sehen ist. Aber bei bewölkter, rabenschwarzer Nacht hilft das wenig. Mitunter kommt es dennoch darauf an, sich meter genau zu orientieren, weil eine Hafeneinfahrt gefunden oder vor einer Untiefe oder gar einer auf dem Weg liegenden Insel gewarnt werden muss.

Menschen auf dem Land und Seefahrer arbeiteten von jeher zusammen, um sich den Weg zu weisen.

Waren es anfangs einfache auf einem Berg angezündete Feuer, die den Fischern den Weg nach Hause zeigten, errichtete man später Türme, die mit dem technischen Fortschritt ihr Licht heller und weiter in die Nacht schicken konnten.

So war es schließlich möglich, aus einem Mastkorb hoch oben am Segelboot Land zu erkennen, wenn es sich eigentlich noch hinter der Erdkrümmung verbarg.

Die Inselgruppe der Kanaren liegt bekanntlich im Atlantik an der Route zwischen Europa, Afrika und Amerika. Die schroff, hoch aufsteigenden Felsen der Vulkaninsel La Palma können somit sichere Zuflucht, wie auch gefahrvolles Land sein.

Darum sind die Leuchttürme auf La Palma nicht nur aus historischer Sicht interessant und sehenswert, sondern haben bis heute für die Seefahrt Bedeutung.

Leuchttürme weisen seit etwa 2300 Jahren die Wege. Überliefert ist, dass der Namensgeber der Leuchtturmkunde (Pharologie), der ägyptische Leuchtturm „Pharos von Alexandria“, über 1600 Jahre seinen Dienst verrichtet haben soll, bis er bei einem Erdbeben einstürzte.

Auf La Palma stehen vier dieser gigantischen Wegweiser der Meere, jeweils einer in jeder Himmelsrichtung. Im Norden wacht der älteste Leuchtturm der Kanarischen Inseln, der Punta Cumplida. Er wurde 1867 erbaut, ist über 33 Meter hoch und sendet sein Licht alle paar Sekunden über viele Seemeilen nach Nordost. An seinem Fuße befindet sich das alte Leuchtturmgebäude, welches nicht mehr in Betrieb ist. Es bestehen jedoch Pläne, dieses zu einem kleinen und romantischen Hotel umzubauen, sofern sich Investoren finden ließen. Im Zentrum von Barlovento kann man sich übrigens die alte Optik des Leuchtturms einmal ganz aus der Nähe ansehen.

Im Süden der Insel wurde der alte Leuchtturm aus dem Jahre 1892 durch einen neuen ersetzt, da er beim Vulkanausbruch des Teneguia 1971 zu stark beschädigt wurde. So findet man dort nun beide Leuchttürme nebeneinander und während der Neue jetzt den Dienst als Wegweiser für die Seefahrt übernommen hat, beherbergt der alte Turm in seinem Inneren eine interessante Ausstellung zur Unterwasserwelt vor den Kanaren, die auf die Probleme des Meeres aufmerksam macht und zu respektvollerem Umgang mit den Küstengewässern anregen will.

Die modernen Leuchttürme von La Palma sind der „Faro de Punta Lava“ mit seinem achteckigen Leuchtkörper in der Gemeinde Tazacorte und der „Faro de Arenas Blancas“ an der Ostküste in der Gemeinde Mazo.

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