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Gastbeitrag: Kritische Gedanken von La Palma Liebhabern

Jan 8, 15 • La Palma - GastbeiträgeKommentare deaktiviertRead More »

La Palma Urlaub

 

Wir lernten sie 2010 auf einer Kreuzfahrt kennen, die „La Isla Bonita verde“, die schöne grüne Insel, eine der kleineren Schwestern der Kanaren – La Palma. Wir waren entzückt von der Hauptstadt Santa Cruz, die uns sehr gemütlich und harmonisch vorkam, anders als Santa Cruz de Teneriffe, anders als Las Palma de Gran Canaria.

Wir kamen im Februar und November 2011 wieder. Wir waren begeistert, so hatten wir uns unseren Urlaub vorgestellt. Das Wetter wie in Deutschland im Frühsommer, von allem etwas. Fast beständigen Sonnenschein auf der Westseite, wunderbare Badenachmittage in Puerto de Tazacorte und Porto Naos. Wanderungen in der Cumbrecita, auf dem Roque de los Muchachos, zur Priatenbucht und viele andere mehr.

Schon die Ankunft im Feburar 2011 auf dem kleinen Flughafen in Santa Cruz bei 24 Grad am 1. Februar war ein Genuß – keine Warteschlange, Aussteigen auf dem Rollfeld, ein kurzer Gang in die Ankunftshalle, ein Kofferband, kurze Wege zur Leihwagenstation – aber doch schon im Hintergrund rege Bautätigket auf dem Flughafengelände.

Im November sah es schon etwas anders aus. Ein Bus fuhr vom Rollfeld zur Abfertigungshalle, die schon damals eine Nummer zu groß wirkte. Viele Abfertigungschalter waren entstanden, aber nur einer in Betrieb. Eine kleine Cafeteria mit Blick auf die Start- und Landebahn vertrieb die Zeit bis zum Abflug und im Hintergrund immer noch rege Bautätigkeit. Wo wollten die Palmeros wohl hin mit Ihrem Terminal?

Egal, die kleine grüne Insel zeigte immer noch ihr frisches, junges Gesicht. Wir genossen die Wochen mit weiteren Erkundungen und waren angetan von der Freundlichkeit der Einheimischen, der Rücksicht im Straßenverkehr und den wenigen, aber guten Lokalen.

Als wir 2013 anreisten, war der neue Terminal fertig. Ein gigantischer Flughafen mit insgesamt acht Ebenen mit einer Gesamtfläche etwa 95.000 m². Im obersten Stockwerk befinden sich diverse Geschäfte und Restaurants sowie der Abflugbereich. In der mittleren Ebene befindet sich der Ankunftsbereich, dessen Gepäckausgabe über fünf Gepäckbänder verfügt. Ebenfalls auf dieser Ebene sind 24 Check-in-Schalter, sehr viele (leerstehenden) Geschäfte, ein Bistro, das wie auf einer halbfertigen Baustelle wirkte. 1 Schalter hatte geöffnet! Die unteren Ebenen bilden ein zweistöckiges Parkhaus.

Das Investitionsvolumen betrug 103,9 Millionen Euro. Der Bau des neuen Terminalbereichs des Flughafens La Palma wurde mit der finanziellen Unterstützung des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (FEDER) der EU durchgeführt.

Im November 2014 zeigte sich ein neuer Komfort, durch „Finger“ gelangt man jetzt in und aus dem Flugzeug, leider können sich die Bediener dieser sog. „Finger“ nicht entscheiden, an welcher Flugzeugtür sie andocken sollen. Dadurch Verzögerung beim Aussteigen bis zu 20 Minuten. Man mußte sich erst einigen, wo angedockt wird.

Was nützen auch die vielen Gepäckbänder, wenn die Abfertigung dennoch äußert schleppend vor sich geht. Man kann gut beobachten, wie langsam die Gepäckwagen beladen und zum Gepäckband transportiert werden. – Palmerische Lebensart –

Nun kommen wir zum 2. Monumentalbau: Die Hafenanlagen in Puerto Tazacorte

Ich habe diesen Artikel aus Wikipedia übernommen, da er am besten den Wahnsinn des Hafens von Tazacorte darstellt.

„Im Rahmen des EU-Programms für die Kanarischen Inseln wurde der Hafen von Tazacorte in den Jahren 2000 bis 2006 mit Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 8,2 Millionen Euro mit einer 176 Meter lange Hafenmauer versehen. In einem zweiten Bauabschnitt von 2007 bis 2013 wurde eine zweite Hafenschutzmauer mit einer Länge von 400 Metern, bei Gesamtkosten in Höhe von 54 Millionen Euro und einem EU-Förderbeitrag von 27 Millionen Euro, errichtet.

Als Begründung für den zweiten Bauabschnitt wurde angeführt: „Wegen schlechter Witterungsbedingungen war der Hafen nach Abschluss der Bauarbeiten nur eingeschränkt funktionsfähig. Daraufhin wurde der Bau eines zusätzlichen Damms zum Schutz des Hafens und zur Erweiterung der Gewerbezone beschlossen.“

Der Hauptzweck des Hafenausbaus von Tazacorte bestand gemäß einer Mitteilung des Petitionsausschusses des Europäischen Parlamentes in der Entfaltung von Wirtschaftstätigkeit als Beitrag zum Abbau der hohen Arbeitslosigkeit von 25 Prozent. Insbesondere sollte der Export der auf der Insel angebauten Bananen, die nur aufgrund von EU-Subventionen wettbewerbsfähig sind, gefördert werden. Mit der Hafenerweiterung könnten auch neue Verkehrsverbindungen zwischen Tazacorte und den Inseln La Gomera und El Hierro geschaffen werden. Bisherige Versuche, Fährverbindungen zu den Nachbarinseln aufzubauen und Kreuzfahrtschiffe anzuziehen, missglückten jedoch.

Die EU kritisierte 2012 den überdimensionierten, nur teilweise genehmigten Hafenausbau aus EFRE-Mitteln.“

Nun der „Höhepunkt“: Die Erschließung des Tubo in Todoque entnommen aus einem Artikel „Wandern in La Palma“:

„Neueste Nachricht von der Vulkanhöhle Todoque”

Im Bereich der Vulkanhöhle Todoque wird ein Besucherzentrum gebaut. Mit den Bauarbeiten wurde bereits begonnen. Es stehen laut Cabildo 1,8 Millionen €uro zur Verfügung, die von der EU und vom spanischen Staat finanziert werden. Grundsätzlich ist es natürlich zu begrüßen neue touristische Attraktionen auf La Palma zu schaffen. Ob dafür so viel Geld in Zeiten der Wirtschaftskrise in die Hand genommen werden muss, darüber lässt sich vortrefflich diskutieren. Sicher gäbe es auf La Palma sinnvollere vor allem nachhaltigere Projekte, die auch langfristige Arbeitsplätze schaffen würden.

Es bleibt zu hoffen das, dass Bauvorhaben “Besucherzentrum Tubo de volcánico Todoque” schnellst möglich beendet wird und sich nicht in die vielen
unvollendete Bauvorhaben auf La Palma einreiht.“

Es wird sich einreihen, das ist meine feste Überzeugung. Und ein riesiges Areal von natürlicher Lavalandschaft wird zerstört. Man wundert sich, dass die einheimischen Bewohner ob solch einem Vorhaben nicht auf die Barrikaden gehen.

Was wird uns nächstes Jahr erwarten? Wir sind sehr gespannt und hoffen das Beste für diese wunderschöne Insel, für die es sich lohnen würde, so zu bleiben wie sie ist: Ein Kleinod im Atlantik.

Text: Hannelore Langer-Lausmann

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