ALLGEMEINE INFORMATIONEN & NEWS ZU DEN KANAREN UND DER WELT Informaciones generales y actualidades de las islas canarias y del mundo

La Palma: Sommer der besonderen Feste in 2015

Jun 24, 15 • Kultur / Cultura, Leben auf / Vivir en La Palma, NewsKommentare deaktiviert für La Palma: Sommer der besonderen Feste in 2015Read More »

 

La Palma ist weltweit bekannt für seine vielen Fiestas in den Gemeinden, die überwiegend in dem tief verwurzelten religiösen Glauben der Bewohner oder in historischen Ereignissen ihren Ursprung haben und im Laufe vieler Generationen Tradition wurden. Neben den alljährlich wiederkehrenden Festen, erwarten uns in diesem Jahr aber auch außergewöhnliche Fiestas, die nur alle drei beziehungsweise fünf Jahre mit großem Aufwand vorbereitet und gefeiert werden.

Die Bajada de la Virgen de Las Nieves in Santa Cruz

Die Bajada de la Virgen de las Nieves (Herabkunft der Jungfrau vom Schnee) ist das bedeutendste aller Inselfeste der Kanaren und findet nur alle fünf Jahre statt. In diesem Jahr ist es wieder soweit. Die Virgen de las Nieves ist seit 1534 die Schutzpatronin der Insel La Palma. Die besondere Verehrung geht auf Ereignisse im Jahre 1676 zurück, als die Insel von einer Dürrekatastrophe heimgesucht wurde. In ihrer Verzweiflung baten die Palmeros die Jungfrau um ihren Beistand. Dazu trugen sie das Bildnis auf Geheiß des Bischofs Bartolomé Gracia Jiménez in einer Bittprozession hinunter in die Stadt. Als es danach tatsächlich wieder regnete, verfügte der Bischof, dass künftig alle fünf Jahre seit 1680 diese Prozession wiederholt werden soll.

Ende Juni beginnen die Feierlichkeiten damit, dass zunächst der tonnenschwere Thron in mehreren Teilen zerlegt in die etwa 6,5 km entfernte Kirche El Salvador gebracht wird, wo die Jungfrau während der Feierlichkeiten residieren wird. Erst im Juli öffnet sich dann das Portal des Santuario de la Virgen und in einer von Menschenmassen gesäumten Prozession wird die Terrakottafigur, aus dem 14. Jahrhundert stammend, von 12 ausgewählten Trägern, die sich immer wieder abwechseln müssen, hinunter in die geschmückte Stadt getragen.

Während der über mehrere Wochen andauernden Feierlichkeiten kommt es zu weiteren Höhepunkten mit historischen Aufzügen, sportlichen Wettkämpfen, Tanz und Schauspiel. Mit besonderer Spannung wird jedes Mal der Danza de los Enanos, ( Zwergentanz) erwartet, bei dem sich Männer in historischer Berufskleidung in Windeseile in Zwerge mit riesigen Dreispitzhüten verwandeln und dann die Nacht hindurch bis zum Morgen tanzen.

Die so genannte „Semana grande“ (große Festwoche) dauert etwa einen Monat an und erst im August wird die Marienstatue wieder in ihre alte Residenz für die nächsten fünf Jahre zurück gebracht.

Für die Palmeros ist es die größte Ehre, beim Tragen der Madonna selbst einige Meter mitgeholfen zu haben.

 

Die Seeschlacht von Lepanto in Barlovento

Dieses Ereignis, bei dem die Seeschlacht zwischen den Mauren und den Christen nachgestellt wird, findet nur alle drei Jahre statt. Aufgrund der zu erwartenden hohen Besucherzahl zur Bajada de la Virgen de las Nieves wurde das Event auf dieses Jahr vorverlegt.

Erinnert wird dabei an die Seeschlacht von Lepanto vom 7. Oktober 1571, bei der die christliche Kriegsflotte, befehligt von Don Juan de Austria erstmalig einen vernichtenden Sieg über die Flotte des damaligen osmanischen Reiches erringen konnte. Bis dahin gab es den Mythos von der Unbesiegbarkeit der Osmanen.

Angelehnt an diese historischen Ereignisse wird in Barlovento, ganz im Nordosten der Insel zu Ehren der Rosenkranzmadonna (Virgen del Rosario) mit großem Aufwand und Engagement immer neuer Protagonisten eine Schlacht auf dem Meer nachgestaltet. Die eine Kriegspartei kämpft unter dem muselmanischen Banner mit dem Schlachtruf „Es lebe die Türkei“, während vom christlichen Schiff erwidert wird „Es lebe die Jungfrau Maria“

Aus der Geschichte weiß man, wie die folgende Schlacht ausging. Anders, als in der historischen Überlieferung, überlebt der Admiral Ali Pascha (Ali Baja) die Schlacht und wird zum Katholizismus übertreten.

Da ist doch nur logisch, dass zum Ausgang der Schlacht die spanische Flagge zu den Klängen der Nationalhymne gehisst wird. Schließlich fand die Seeschlacht unter spanischer Führung statt.

 

Die Bajada de la Virgen del Pino

In El Paso, das sonst eher wegen seiner Seidenraupenzucht und der Zigarrenherstellung bekannt ist, findet im Rhythmus von drei Jahren, dieses Mal am 15. August 2015, die Bajada de Nuestra Senora de El Pino in statt. (Herabkunft unserer Heiligen Jungfrau der Kiefer)

Aus der Wallfahrtskapelle Ermita de la Virgen del Pino geleiten die Pilger in ihren typischen Trachten während der Romería (festlicher Umzug) mit unzähligen geschmückten Wagen die Marienstatue aus den Bergen in das etwa 6 Kilometer entfernt gelegene Zentrum der Stadt El Paso, wo sie bis zum 6. September verweilt. Diese Romería fand erstmalig im Jahr 1955 statt. Sie beginnt um ca. 14 Uhr oberhalb des Ortes El Paso, unmittelbar an der Ermita de la Virgen del Pino.

Das Fest ist nicht nur das Wichtigste der Gemeinde, sondern zählt auch zu den bedeutendsten der ganzen Insel. Die Häuser und Gassen werden zu diesem Ereignis aufwendig geschmückt und hergerichtet.

Zur Entstehung der Wallfahrtskapelle ist die Geschichte überliefert, dass an dem Ort im Jahr 1493 erstmals ein Soldat de Lugo´s eine Marienstatue im Geäst einer mächtigen Kiefer fand, der daraufhin für die Figur einen Hohlraum in den Baum schnitzte, den man noch heute sehen kann. Diese Figur kam allerdings irgendwann abhanden und wurde dann durch eine andere ersetzt, bis man 1930 die Kapelle baute und die heutige Statue dort ihren Platz einnahm. Solange es die Tunnel noch nicht gab, war der Renventón-Pass, an dem die Wallfahrtskapelle liegt, für die Bewohner der Insel die schnellste Verbindung zwischen Ost- und Westseite und so kam ein jeder Reisende an der Marienstatue vorbei und konnte dort sein Gebet sprechen.

Tags: ,

Comments are closed.