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La Palma – Die Vulkangeborene

Dez 20, 08 • Natur / NaturalezaKommentare deaktiviertRead More »

La Palma – grünes Paradies im Atlantik

Sie ist die drittkleinste der kanarischen Inselgruppe und mit ihren ca. 2 Mio Jahren im Verhältnis zu den meißten anderen Inseln des Archipels noch recht jung. La Palma verfügt über den größten Senkkrater der Welt und zählt, im Verhältnis der Höhe zur Fläche zu den steilsten Inseln des Planeten.

Blick über die Cumbre nueva auf La Palma

Grund der vulkanischen Entstehung ist die sog. Kontinentaldrift zweier tektonischer Platten: der des Atlantiks und der Afrikas. Bewegen sich die Platten aufeinander zu oder von einander weg, so treibt an einem heißen Punkt an der Grenze zwischen Magma und Erdkruste – einem sog. Hotspot – ein heißer Materiestrom nach oben, der einen Hotspot-Vulkan versorgt. Da sich die Erdkruste etwa doppelt so schnell (10 cm pro Jahr) bewegt, wie der Erdmantel (5 cm pro Jahr), verändert sich die Position des Hotspots relativ zur Erdoberfläche und es bilden sich ganze Ketten von vulkanischen Inseln, wie auch die Kanaren. Dem Vulkanismus hat La Palma nicht nur seine Existenz zu verdanken, sondern er verleiht dieser kleinen Insel auch ihr ungewöhnliches Landschaftsbild. Beherrscht wird sie von der Caldera de Taburiente. Man nimmt an, dass es sich ursprünglich um ein Ensemble von mehreren kleinen und einem gewaltigen Vulkan handelte, dessen 3.500 Meter hoher Dom schließlich einstürzte. Die Kraterränder erodierten dann in den folgenden Jahrmillionen zur heute faszinierenden Naturschönheit der Caldera. Ihre Hänge steigen bis auf 2.426 Meter – am Roque de los Muchachos auf, ihr Durchmesser beträgt 9 Kilometer. Das Innere der Caldera ist von Schluchten zerfurcht, ein Paradies für Wanderer. Südlich der Caldera erstreckt sich ein Höhenzug wie ein Rücken zur Südspitze der Insel bis hinunter ins Meer, übersät mit Vulkankegeln: die Cumbre Nueva und die Cumbre Vieja.

Über die Cumbre Vieja verläuft ein beliebter Wanderweg – Die Vulkanroute. Von hier aus bieten sich bei klarem Wetter weite Ausblicke auf La Palma und die drei Nachbarinseln Teneriffa, La Gomera und El Hierro. Der einzige, noch immer nicht erloschene Vulkan, welcher erst 1971 ausbrach, ist der Teneguia im Süden der Insel. Wer bis hierhin kommt, erreicht den jüngsten und größten Lavastrom, der sich vom Teneguia ins Meer erstreckt. Hier zeigt sich die vulkanische Landschaft in seiner extremsten Form: bizarre Schlackefelder, sich auftürmende Basaltbrocken und feinerer Lavasand begleiten den Wanderer am Teneguia vorbei bis hinunter ans Wasser. Der große Bruder des Teneguia, der Vulkan San Antonio bietet von seinem Kraterrand einen beeindruckenden Ausblick auf den rot-braunen Teneguia und das Lavafeld. Obwohl dieser letzte Vulkanausbruch gerade erst etwas über dreißig Jahre her ist, haben die Palmeros sich das Land bereits wiedergeholt: rund um den Teneguia wachsen die aromatischen Trauben, die den bekannten Teneguia-Wein ergeben und an der Küste erstrecken sich große Bananenplantagen.

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