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Ausstellung
im Faro von Fuencaliente (01/08) |
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Die äußerste
Südspitze la Palmas lohnt in jedem Fall einen Besuch: nicht
nur wegen des umwerfenden Ausblicks auf das tosende Meer, wie es
an die steilen schwarzen Klippen kracht, nicht nur, weil die Fahrt
dorthin über eine der schönsten Küstenstrassen der
Insel führt, durch Weinfelder, alte begrünte Lavalandschaften
und ganz plötzlich – durch schwarze bizarre Schlackeberge,
bis schließlich die Strasse abzweigt hinunter zum Faro, dem
alten Leuchtturm und den berühmten Salinen von la Palma.
Mittlerweile hat der alte Leuchtturm einen modernen großen Bruder bekommen,
der dem Alten jetzt die Arbeit abgenommen hat und seinen Korpus klassisch rot
weiß in den blauen Himmel reckt. Daneben aber steht der, beinahe trutzig
wirkende alte Leuchtturm, in schwarzem Lavastein erbaut und von einem Gebäude
umgeben, dass heute eines der schönsten und neuesten Informationszentren
der Insel beherbergt: das Centro de Informacion de la Reserva marina: Es geht
um die Unterwasserwelt.
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Der
Besucher tritt in einen Gang mit hohen Schautafeln, die ihre Aussagekraft
aber weniger aus vielen Worten beziehen, die Macher dieser kleinen
Schau vertrauen vielmehr auf die Wirkung des Bildes. Zurecht: nur
die wenigen mehrsprachigen Sinnsprüche regen den Besucher
zum genauen Hinschauen und Nachdenken an. Nach einigen Schritten
verdunkelt und verengt sich der Gang. Rechts und links ragt buckliges
Gestein aus der Wand. Durch einen engen Durchgang betritt der Besucher
plötzlich einen schummrig beleuchteten Raum. Bereits nach
dem ersten Schritt zögert er, denn es scheint, als ob sich
unter ihm der Boden abgesenkt hat , nur mühsam erkennt er,
dass dort Schrottteile auf steinigem Untergrund liegen und der
Betrachter fragt sich irritiert: wo bin ich hier? Ein Blick in
die Runde zeigt, es ist eine Unterwasserwelt, die hier entstanden
ist.
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Der
Boden, belegt mit Plexiglas zeigt den Grund des Meeres, wie man
ihn um La Palma herum sehen könnte, wäre man ein Taucher.
Und die Wände sind wie ein Riff gestaltet, an dem Fische,
Muränen und Wasserschildkröten zu schwimmen scheinen.
Und mitten im Raum, riesig und etwas irritierend schwebt ein Delphin,
gefangen- in einem Netz. Der Blick geht an die Decke und dort setzt
sich die Unterwasserscheinwelt fort, den dort schwebt der Schatten
eines Bootes, das das Netz ausgeworfen hat, in dem sich nun ein
Delphin gefangen hat. Was will uns das Bild sagen? Ein Kurzfilm,
der an der Stirnwand des Raumes abgespielt wird, löst das
Rätsel: es geht um den Schutz der Unterwasserwelt und insbesondere
der Delphine vor den Folgen falschen Fischfangs.
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Und
auch der Hauptfilm, der folgt, zeigt uns, was wir durch überfischen
verlieren könnten: die überwältigende Schönheit
der Unterwasserwelt um La Palma. Die Vielfalt dieser Unterwasserwelt
vor den Küsten La Palmas ist erstaunlich. Nicht nur die filigrane
Zartheit der Quallen, die mit ihren Tentakeln vielfarbig das tiefe
Blau durchpflügen, auch die beinahe meditative Behäbigkeit
der Wasserschildkröten und vor allem das majestätische
Gleiten des Riesenrochens entlocken den Besuchern vielfache „Aahs
uns oohs“.
Trotz des Staunens empfiehlt es sich, in diesem Raum einen Moment der Stille
zu genießen, den Blick schweifen zu lassen, sich von der Atmosphäre
dieser nachempfundenen Unterwasserwelt ganz gefangen nehmen zu lassen: Es ist
ein schöne, eine äußerst fragile Welt, bedroht, wie so vieles,
von Menschenhand und kann doch nur durch sie erhalten und gerettet werden. Der
Besucher spürt: diese Art Informationszentrum macht Sinn.
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Tritt man dann wieder
hinaus in die blendende Sonne und lässt den scharfen Atlantikwind
die Haare durchpusten, ist man einen Moment fast wie blind und
doch ganz erfüllt und tief berührt. Wie schön, das
dieser Ausflug in die Unterwasserwelt ganz kostenlos, doch sicher
nicht umsonst, zu haben ist.
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