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Charmantes und weniger Charmantes

Apr 19, 10 • Leben auf / Vivir en La PalmaKommentare deaktiviert für Charmantes und weniger CharmantesRead More »

Klick Klack, Klick Klack, kennen sie das auch? Täglich mehrere Male kann man es auf La Palma genießen, dieses rhythmische Tonspiel aneinander schlagender Metalldeckel oder Regenroste, eine Art „Hallo-wach“ für alle. Ich frage mich allerdings allen Ernstes, wie halten die Bewohner unmittelbar an den Strassen das aus – unglaublich. Ich meine diese ständig klappernden Wasserabläufe, Gullydeckel und Unelco Serviceschächte. Da fliegt die Menschheit zum Mond, kann bereits Lebewesen klonen und Tomaten Gen manipulieren, damit sie groß wie Fußbälle sind und nach so gar nichts mehr schmecken, aber einen ganz harmlosen, nur ruhig daliegen wollenden Metalldeckel bekommt sie nicht hin. Gut, ich weiß, der Palmero an sich ist von recht lauter Natur, meines Wissens sind die Spanier sogar die zweit lauteste Gesellschaft nach den Japanern. Aber funktioniert er nicht wie jeder andere Mensch auch? Erfreut er sich nicht auch an einer gewissen Ruhe, wenn er Feierabend hat.

Ein wenig irritiert sind wir allerdings davon, dass ein lieber palmerischer Freund so gar nicht in das Bild passen will. Er spricht leise, man kann sich mit ihm auf der Strasse unterhalten, ohne dass die ganze Stadt weiß, wie es um ihre Befindlichkeit bestellt ist – sehr angenehm. Ein anderer Bekannter wiederum, beschallt die ganze Plaza, wenn er sich mit ihnen unterhält. Somit ist Lautstärke relativ. Aber das wissen wir ja spätestens seit Einstein.

Oder, ein anderes Beispiel.

Haben sie bereits einmal versucht, einen Telefonanschluss bei der Telefonica, wo möglich noch mit ADSL zu beantragen? Na prost Mahlzeit. Wenngleich meine Erfahrung mit der Telefonica durchaus auch sehr lustige Seiten zu Tage trägt. Wir beantragten eine Telefonlinie und ADSL und warteten erst einmal ab. Kennt man ja. Dann, nach mehreren Wochen der Versuch, einen Ortstermin zu vereinbaren. Irgendwann klappte auch das. Der freundliche Techniker sah sich kurz auf dem Gelände um, sah den Mast, sagte: „kein Problem“ (im Übrigen eine tief verwurzelte Philosophie des Palmero „kein Problem“). Er entledigte sich einer 250 Meter Rolle Telefonkabel mit den Worten, wenn es verlegt sei, kommt jemand und schließt das Kabel an. Noch heute amüsiert mich diese charmante und flexibele Vorgehensweise und entlockt mir ein Schmunzeln. Schade ist nur, dass wir immer noch kein Telefon haben. Jetzt ist es nämlich doch ein Problem. Die Telefonica sagt nun, keine Möglichkeit, dort Telefon zu legen, es gäbe plötzlich keine freie Nummer. Muss man leiden mögen und Toleranz üben!

Oder kennen sie den?

Versucht eine Gemeinde eine Ampel aufzubauen. Die alte Cuesta ist nun wirklich langsam zu schmal für die immer breiter werdenden Autos. Was liegt also näher, als die Enge mittels einer Ampelregelung zu steuern. Ich glaube bemerkt zu haben, dass die Elektrik und die Mastsetzung schon im Jahre 2007 erfolgten. Nun, wir schreiben heute das Jahr 2009 und von Ampellichtern keine Spur. Wer sich diesem Charme der hiesigen Gepflogenheiten hingibt, bekommt etwas Wertvolles als Gegenleistung. Eine Art inneren Kompass dafür, was wir Menschen wirklich von Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden haben.
Also, bleiben sie entspannt, denn auf der anderen Seite ist der menschliche Umgang hier sehr entspannt und angenehm, dass man vieles mit einem Lächeln ertragen kann.

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