Einmaliger Nachthimmel über La Palma

(Beitragsfoto: Carsten Schmitt http://www.lost-infinity.com)

La Palma ist in vielerlei Hinsicht einmalig und vereint einige Superlative in sich und diese kleine Insel hat es bis heute geschafft, die strengen Richtlinien gegen die Lichtverschmutzung am Nachthimmel einzuhalten. Was von hier aus noch von fast jedem Punkt der Insel mit bloßem Auge zu beobachten ist, ist in 99% der europäischen Städte bereits nicht mehr möglich.


Der Nachthimmel war schon immer Quelle der Inspiration für Dichter und Denker und für die Wissenschaft ist er das Tor zu unserer Zukunft aber auch Vergangenheit.

La Palma ist in diesem Zusammenhang eine kleine Oase, wo strenge Gesetze gegen Lichtverschmutzung den Nachthimmel rein halten und die Beobachtung des Kosmos vom Observatorium am Roque de Los Muchachos sicherzustellen.

Der Präsident des Cabildo, Anselmo Pestana, legte den Schwerpunkt weiterhin auf die Umsetzung und Beibehaltung der Richtlinien, um die klare Sicht auf den Nachthimmel zu garantieren und spricht damit sicherlich dem Physiker und Astrophysiker Stephen Hawking aus der Seele, der La Palma erst kürzlich besuchte und ganz nebenbei auch den ersten Stern im „Walk of Fame“ in Santa Cruz bekam.

Kanaren: Ölsuche geht weiter

Unermüdlich kämpfen die Kanaren mit allen Mitteln gegen die Ölsuche vor Lanzarote und Fuerteventura, doch auch der Oberste Gerichtshof der Kanaren weist den Antrag zurück.

Seit Mitte November befindet sich das Repsolschiff in den Gewässern der beiden östlichen Kanareninseln Fuerteventura und Lanzarote, um dort die drei genehmigten Probebohrungen vorzunehmen. Die Bewohner der Kanaren befürchten fatale Folgen für die Umwelt und ihre Existenz, wohl zurecht, denn die Bohrungen finden in mehreren Kilometern Tiefe statt und bringen damit ein unkalkulierbares Risiko mit sich. Die seismischen Aktivitäten in dieser Region erhöhen das Risiko zudem. Dennoch verliefen alle unternommenen Protestaktionen, die die Kanaren gemeinsam mit Umweltschützern durchführten, erfolglos. Einsprüche wurden bisher allesamt zurückgewiesen.

Wie das Portal “lanzarote-el-norte” berichtet, würde nun auch der Antrag vor dem Obersten Gerichtshof der Kanarischen Inseln zu einer einstweiligen Verfügung zum Stop der Ölsuche zurückgewiesen. Lediglich einer der insgesamt sechs Richter sieht die Kanarischen Umweltwerte bedroht und stimmte für den Antrag.

Doch der Kampf geht weiter. Morgen, am 13. Dezember 2014 startet die Flotte Sandia. Um 9:00 Uhr morgens laufen mehrere Schiffe aus verschiedenen Häfen aus und nehmen Kurs auf die 12 Meilenzone auf, um sich dort an genau definierten Koordinaten zu treffen. Wer die 12 Meilezone verlassen darf, fährt dann weiterin Richtung Bohrschiff, um sich diesem so weit als möglich zu nähern. Unterdessen will man nun vor den Obersten Gerichtshof in Madrid ziehen.

 

Wettbewerb der Kanarienvogelzüchter

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Dieser Tage stellen die Kanarienvogelzüchter aus La Palma, Gran Canaria und Teneriffa ihre besten Exemplare aus und hoffen auf den Gewinn des Wettbewerbs.

Der palmerische Züchterclub „Asociación de Canaricultura 10 de Febrero La Palma hat gemeinsam mit der Gemeinde El Paso den inzwischen 19. Wettbewerb der Kanarienvogelzüchter organisiert. Seit gestern, dem 1. Dezember 2014 kann man im Veranstaltungshaus „Recinto Ferial“, gegenüber der Markthalle in El Paso, über 600 verschiedene, kanarische und exotische Exemplare bestaunen.

Bis zum 7. Dezember 2014 läd die Ausstellung jeweils von 10-13 Uhr und 16-20 Uhr zum Besuch ein. Hier trifft man insgesamt 67 erfahrene Kanarienvogelzüchter, die einem sicher gern den einen oder anderen guten Tipp mit auf den Weg geben.

Der Urvater aller Züchtungen ist der Kanarengirlitz, den man hier auf La Palma in riesigen Scharen antrifft. Seit zarter Gesang ist unverkennbar und vielfältig, denn der Kanarengirlitz vermag es, sich ganze Abfolgen von Tönen einzuprägen und zu wiederholen.

Seine Art gehört zur Gattung der Girlitze in der Familie der Finken und sicher war die Heimat des Kanarengirlitz lange vor den Menschen die Inselwelt der Kanaren. Weitere Vorkommen gibt es auf den Azoren und Madeira.

Mit seiner Größe von 12,5 bis 13,5 Zentimetern ist der kleine rundliche Geselle bei einem Gewicht bis 25 Gramm mit seinem kurzen aber kräftigen Schnabel häufig , mitunter auch in kleineren Trupps, in der Nähe der Menschen zu finden.

Von der Küste bis zu einer Höhe von 2000 Meter über dem Meer erstreckt sich sein Lebensraum.

Geschäftig suchen die Vögel in Bodennähe und auf Büschen und Bäumen ihre Nahrung, die aus vielerlei Samen und Blättern bestehen. Auch kleinere Insekten werden nicht verschmäht. Dabei wirken sie recht zutraulich.

Männchen und Weibchen dieser Art haben ein so unterschiedliches Aussehen, dass man zwei Arten vermuten könnte. Während die Männchen an Kopf, Hals, Brust und Bauch gelblich grünes Gefieder haben, sind die Weibchen eher unscheinbar und haben eine graugestreifte Brust. Jungvögel sind bis zum Herbst sogar graubraun.

Meist sind es die Männchen, die von hohen Orten als eifrige Sänger zu hören sind. Ihr Gesang verändert und entwickelt sich im Laufe des ersten Lebensjahres Und machte den Vogel seit dem 16. Jahrhundert zu einem begehrten „ Exportartikel“ der Kanaren.

Das Weibchen baut das Nest aus Moos und Gras allein und polstert es weich aus.Das Männchen bewacht das Nest und versorgt sein Weibchen. Aus dem Gelege von 3 bis 5 Eiern schlüpfen nach 14 Tagen die Jungen, die nach 16 Tagen bereits das Nest verlassen. Sie werden aber noch 14 Tage weiter versorgt. Zwei Bruten im Jahr sind die Regel, weshalb der Kanarengirlitz nicht zu den gefährdeten Arten gehört.

Der schöne Gesang und die relativ einfache Haltung in Käfigen machten den Vogel für wohlhabende Europäer interessant. Mönche nutzten dieses und züchteten Kanarengirlitze für den Verkauf, Es wird berichtet, dass Spanien versuchte, ein Monopol für den Verkauf dadurch zu sichern, dass nur Männchen verkauft wurden, um Nachzuchten unmöglich zu machen, was aber schließlich doch nicht zu verhindern war.

Erst durch die Züchtung wurde im Laufe der Jahrhunderte aus dem eher unscheinbaren Kanarengirlitz der Kanarienvorgel mit dem typischen gelb oder in anderen hellen Farben leuchtenden Gefieder, wie ihn die meisten Menschen kennen. Fühlen sich die Vögel wohl und stellt man geeignetes Nistmaterial zur Verfügung, gelingt meist auch die Nachzucht von Jungen in der Wohnung.

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Kanaren: Ölsuche beginnt

Trotz aller Proteste gegen die geplanten Probebohrungen hat die Suche nach Öl vor den Kanaren begonnen. Friedlichen Aktionen der internationalen Umweltorganisation Greenpeace wird von der spanischen Marine mit Brutalität begegnet.

Protest Against Repsol in Canary Islands
Die Greenpeace-Aktivisten werden bei ihrem friedlichen Protest heftig von der Marine attackiert Foto: Greenpeace

Seit Monaten kämpfen die Bewohner der kanarischen Inseln gegen die geplanten Probebohrungen vor Lanzarote und Fuerteventura, doch alle friedlichen und demokratischen Mittel liefen ins Leere. Die spanische Zentralregierung wittert ein lukratives Geschäft, gegen das offenbar ein blankes Interesse an Umwelt und Natur machtlos scheint. Mehr noch, Gegenworte werden einfach untersagt. (Weitere Informationen hierzu finden sie in unserem Artikel „Madrid genehmigt die Suche nach Erdoel vor den Kanaren

Als letztes Mittel, die Probebohrungen doch noch zu verhindern, wollte der Ministerpräsident der kanarischen Inseln, Paulo Rivero, am 23. November die Bürger über die geplante Ölsuche abstimmen lassen. Immerhin steht deren Existenz auf dem Spiel, denn vor allem Lanzarote und Fuerteventura erwirtschaften ihr Bruttoinlandsprodukt zu 50 Prozent im Tourismussektor, der wiederum unmittelbar mit einer intakten Natur verbunden ist. Ein Zwischenfall bei der Suche oder späteren Förderung von Öl hätte katastrophale Folgen für Mensch und Natur.

Der spanische Innenminister José Manuel Soria, der selbst von den kanarischen Inseln stammt, bezeichnete die geplante Abstimmung als illegal. Sie würde seiner Auffassung nach die Kompetenzen der spanischen Zentralregierung beschneiden. Da jedoch auch die spanische Regierung durch demokratische Abstimmung als Vertreter des Volkes gewählt wurde sollte man doch davon ausgehen, dass die Meinungsfreiheit zur politischen Willensbildung elementar ist.

Greenpeace versucht Ölsuche vor Lanzarote zu verhindern

Aerial of Arctic Sunrise in Canary Islands
Foto: Greenpeace

Vor wenigen Tagen hat der spanische Mineralölkonzern Repsol mit der Suche nach Rohöl vor Lanzarote begonnen, nur 50 Kilometer von der Küste entfernt. Doch nicht nur die Bevölkerung der Kanaren hat Angst um ihre Zukunft, auch Umweltorganisationen sind in Sorge um die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt des Archipels.

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Foto: Greenpeace

Zum Protest kreuzte das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ in den Gewässern vor den Kanaren. Greenpeace-Aktivisten, die sich mit Schlauchbooten in die Nähe des Repsol-Forschungsschiffes begeben hatten, um die Ölsuche zu verhindern, wurden massiv von der spanischen Marine attackiert. Dabei wurden zwei Aktivisten verletzt und zwei Schlauchboote erlitten Totalschaden.Wie brutal die Marine dabei vorging, zeigt ein Video der Umweltorganisation.

 

Mittlerweile wurde die „Arctic Sunrise“ beschlagnahmt und liegt nun im Hafen von Lazarote fest. Das Schiff hätte die maritime Sperrzone missachtet und Anweisungen der Marine ignoriert. Es wurde eine Kaution von 50.000 Euro festgesetzt. Gegen den Kapitän des Schiffes wird wegen „Verstoßes gegen die Seefahrtsegeln“ ermittelt.

Ölsuche um jeden Preis

Repsol verspricht ein äusserst lukratives Geschäft, vermutet der Konzern doch ganze 900 Mio bis 1 Milliarde Tonnen Rohöl vor den Kanaren. Repsol investiert hunderte Millionen Euro in die Ölsuche und hat zunächst die Erlaubnis zu drei Probebohrungen erhalten. Sollte die erste Bohrung erfolgreich sein, dürfen die beiden weiteren Probebohrungen erfolgen. Dazu darf der Konzern in gewaltige Tiefen bis zu 6 Kilometern vordringen. Die Risiken von Tiefseebohrungen sind sicher noch vielen im Gedächtnis, seit es zu dem folgenschweren Unglück auf der Deepwater-Horizon kam. Das größte Problem jeder Bohrung ist der enorme Druck, unter dem ein Ölfeld in der Tiefsee stehen kann. Das Bohrloch wird darum mit deinem gewaltigen Ventil versehen. Was aber passiert, wenn seismische Aktivitäten auftreten? Eine Frage, die in einem vulkanisch aktiven Gebiet wohl nicht unbegründet ist.

Die Deutsche RWE, die ebenfalls beteiligt war, ist mittlerweile aus dem Projekt ausgestiegen, vermutlich aufgrund des Medienrummels. Noch immer dabei ist dagegen der australische Konzern Woodside.

FERIA DE SETAS in Breña Baja

pilz

Liebe Pilzfreunde,

nach den letzten guten Regenfällen spriessen die Pilze mit Macht und füllen die Körbe. Wie jedes Jahr übrigens, denn La Palma bietet wegen des konstanten Wetters mit Regenfällen Ende Oktober oder Anfang November eine Pilzsaison mit Garantie. Das ist etwas ganz Besonderes, denn im übrigen Europa können die Pilze wegen Trockenheit auch mal ganz ausfallen. Bis Ende Dezember lohnt es, sich im Wald umzusehen. Wer Steinpilze finden möchte, suche bei Esskastanien, wo der Sommersteinpilz schon früh erscheint. Er ist begleitet vom essbaren Mehlräsling und auch vom beliebten Pfifferling. Aber auch der giftige Pantherpilz erscheint in diesem Biotop. In den Kiefernwäldern der Cumbre findet man massenhaft den guten Jodoformtäubling, erkennbar am Jodoformgeruch an der Stielbasis, der jedoch bei der Zubereitung völlig verschwindet. Die Palmeros suchen gerne die Nacidas, gelbliche knollenförmige Pilzgebilde, die mit reichlich Gewürzen und Knoblauch ganz pasabel sind, aber kein besonderes Pilzaroma aufweisen. Den tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilz habe ich in 35 Jahren nur in zwei Exemplaren zu sehen bekommen, er ist also keine grosse Gefahr. Schädlich hingegen ist, zu alte Pilze zu essen, oder einfach irgendwelche Pilze, die man nicht kennt.

Wer gerne noch viele Pilze der palmerischen Wälder kennenlernen möchte, besuche doch die geplante Pilzmesse am 22. November im Hotel PARADOR, von 11 – 19 Uhr. Ich übersetze nachfolgend den Artikel eines palmerischen Pilzfreundes, der die aktuelle Pilzscene gut beschreibt.

Die deutsche Mykologin Rose Marie Dähncke, bekannt durch die Herausgabe von mehr als 20 Büchern und der Entwicklung der grössten Pilze-App für iPad etc. mit 3.300 Fotos, organisiert die FERIA DE SETAS am Sonnabend, dem 22. November 2014, im PARADOR DE TURISMO, Breña Baja. Die Messe ist von 11 – 19 Uhr geöffnet.

Dank der Mitarbeit der Gesellschaft für Pilzkunde Gran Canaria, Teneriffa und La Palma können wir den Besuchern neben einer Frischpilzausstellung diverse Stände kunstgewerblicher Produkte anbieten, die zum Pilz Beziehung haben, wie Glasbläserei, Holzschnitzarbeit, Stickereien, Stoffmalerei, Schmuck etc.. Die Expertin Frau Nilia Bañares zeigt, wie man mit Pilzen Stoff oder Wolle färben kann, und man kann sich auch informieren, wie gute Esspilze im eigenen Garten zu züchten sind, so wie es auf der Biofinca Tropical in La Palma gemacht wird. Es wird einen Stand mit Literatur über die Pilze von La Palma geben, und eine Kostprobe des Rezeptes ‘La Palma-Pilze à la crema’ wird Ihnen gefallen.

Rose Marie möchte sich mit dieser Veranstaltung von der wissenschaftlichen Pilzarbeit verabschieden, die sie übeer 70 Jahre praktiziert hat, 35 Jahre davon auf La Palma. Als Erfolg für ihre Bemühungen hat sie hier 35 neue Pilze für die Wissenschaft entdeckt, die ihren Namen tragen und auch den von La Palma als Fundort, was zu internationaler Aufmerksamkeit führt. Als Zeichen dafür gehen Anfragen aus Kanada, Mexiko, Italien und überhaupt ganz Europa ein, was zeigt, dass La Palma für die Mykologen sehr interessant ist.

Sie können gerne eigene Pilze zur Bestimmung mitbringen.

Es werden 100 kleine Pilzbücher in deutscher Sprache vergeben.

Gastbeitrag: Rose Marie Dähncke
Centro de Micología La Palma

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Biken La Palma – Zwischen Himmel und Meer

Zwischen Himmel und Meer – Biken auf La Palma

Von Sonne, Wind und Meer verwöhnt, entspannt man unter Palmen nach einem traumhaften Biketag. Durch einsame Wälder und weite Sanddünen, auf und ab über breite Forstpisten und schmale Singletrails durch die Unendlichkeit La Palmas.

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Vergessen sind die Anstrengungen des Uphills, vorbei die fast endlosen Serpentinen, die Frage in jeder Kurve: „Wie weit es denn noch ist?“

Geblieben ist der Rausch der Abfahrt.

Die krassen Gegensätze sind es, die La Palma so reizvoll machen. Vom Schnee auf dem Roque de los Muchachos durch die Regenwälder auf der Ostseite, oder die sonnenbeschienenen Weinberge im Süden, wählt man eine Tour ganz nach eigenem Können und Geschmack. Ob breite Forstwege, schmale Singletrails oder rasante Downhillpisten; abseits der breiten Touristenströme ist man in La Palma immer.

Abenteuer Biketour. Wir treffen uns mit weiteren Tour-Teilnehmern am Bikeshop, passen die Bikes an, mit denen wir heute „Trails rocken“, wie der Mechaniker uns versichert. Auch die Guides sind da, legen überall Hand an, um wirklich jedes Bike individuell auf unsere Wünsche abzustimmen.

Dann geht es zur Sache. Heute wird dann doch erst einmal geshuttled, in den Norden, zum alten Teil der Insel. Hier gibt es tiefe Schluchten, felsiges Terrain, steile und technisch anspruchsvolle Auf- und Abfahrten.

Schnell bewegen wir uns in Pulsbereichen, die normales Sprechen unmöglich machen. Dafür erleben wir mit Augen und Nase eindrucksvoll die natürliche Ursprünglichkeit der Isla Bonita. Die Gerüche und die Stille in den Wäldern heben eindrucksvoll die Unberührtheit dieser Perle im Atlantik hervor.

Nach dem ersten Hauptanstieg fahren wir einen alten Handelsweg entlang. Immer wieder mit berauschenden Aussichten, teils in tiefe Schluchten, teils zum Meer, gelangen wir zum Rand des Nationalparks „Caldera de Taburiente“. Das Herz der Insel ist ein eindrucksvoller Erosionskrater mit einem Durchmesser von zehn Kilometern.

Von hier geht es dann wieder wahlweise auf einer leichteren Abfahrt, oder auf einem alten Königsweg einem Camino Real, der uns fahrerisch alle abverlangt, bis zum Meer.

Wir beschließen die Tour hier bei frischen Fisch und einem kühlen Bier. Anschließend geht es per Taxi und Trailer nach Los Llanos zurück.

Text: Siegmund Schüler (Bike n Fun La Palma)

La Palma Fauna: Monarch Falter

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Monarch Falter (Danaus plexippus)

Ursprünglich in Südamerika beheimatet hat sich der Monarch-Schmetterling als Wanderfalter nahezu weltweit verbreitet. Er zählt zu den Tagfaltern und ist auch auf den kanarischen Inseln Gran Canaria, Teneriffa und La Palma häufig anzutreffen.

Auffällig ist seine orange Färbung, die besonders auf der Oberseite der Flügel in der Sonne leuchtet. Mitunter kann man auch zwei Schmetterlinge in kunstvollen Flügen zu zweit beobachten, wenn das Männchen um das Weibchen wirbt. Aus ihrem Flugverhalten kann das Männchen die Paarungsbereitschaft erkennen.

Um weite Strecken zurück zu legen nutzt der Falter die Luftströmungen in mehreren Hundert Metern Höhe aus. Den Nektar als Nahrung sucht er sich auf den unterschiedlichsten Blütenpflanzen.

Das Weibchen legt einzelne oder auch mehrere etwa einen Millimeter große dunkelgrüne Eier ab, aus denen nach 3 bis 12 Tagen schwarz-weiß-gelb gebänderte Raupen schlüpfen. Während ihres Wachstums häuten sie mehrmals, bis sie sich in einen dunkelgrünen Kokon einspinnen. In diesem Zustand können sie auch überwintern.

Aus dem Kokon schlüpft der fertige Schmetterling, der nach Entfaltung und Aushärtung seiner Flügel zu neuen Flügen und einem neuen Lebenszyklus in die Luft abhebt.

Die Lebenserwartung der Tiere ist nach der Eiablage nur ein Monat, kann bis zu diesem Zeitpunkt aber ein halbes Jahr betragen haben.

Gemütlicher Rundweg um den Montaña Enrique

 

Wer nicht allzu viel Zeit oder Muße für eine längere Wanderung hat, aber dennoch eine abwechslungsreiche Natur genießen und dabei wunderschöne Blicke auf die Berge und hinunter ins Tal haben möchte, dem sei dieser Rundweg um den Montaña Enrique empfohlen. Die Strecke eignet sich auch bei schlechtem Wetter und es sind auf- und absteigend nur etwa 150 Höhenmeter zu überwinden.

Streckenlänge: ca. 5 km, Gehzeit : ca. 1,5 h

Vor dem Centro de Visitantes de Parque Nacional geht von El Paso kommend unmittelbar nach der Zufahrt zum Schlachthof (Matadero) die Calle Las Moraditas rechts ab. Wir fahren bis zu deren Ende – ca. 3 km – und parken dort.

Von dort folgen wir dem anfangs mit Steinmauern eingefassten Fahrweg. Über ein Stück Betonpiste erreicht man an deren Ende eine Ebene, an deren rechter Seite der Montaña Enrique aufsteigt.

Am Ende der Ebene wird der Fahrweg etwas steiler und man erkennt hier einen Pfad, der links von dem Fahrweg abzweigt. Dieser Pfad führt um eine Erhebung herum wieder auf unseren Weg zurück. Am Ende der Ebene erreicht man nach ungefähr 25 Minuten die schwarze Lavafläche Llanos del Jable. Vor sich sieht der Wanderer den fast baumlosen Pico Birigoyo und rechts davon den El Gallo.

Von links kommt der Weg PR-LP 14 von El Paso herauf, der am Fuß des Montaña Quemada (1360 m ) vorbei führt. Blicken wir an dieser Stelle unseren Weg zurück, liegt rechter Hand die Cumbre Nueva. Oft kann man hier das Naturschauspiel erleben, wenn sich die weißen Wolken über die Berge wie ein Wasserfall in die Tiefe stürzen.

Weiter folgt man rechts dem SL-EP 101 Richtung Tacande. Nach etwa 10 Minuten und einem kurzen Abstieg geht es bei einem Wegweiser auf einem Fahrweg rechts. Dort steht zwar ein Sperrzeichen, das man aber ignorieren kann. Nach reichlichen 5 Minuten passieren wir eine Absperrung und nach knapp weiteren 5 Minuten zweigt rechts ein Weg ab. Diesem folgen wir ca. 140 m. Unmittelbar nach einem Baum zweigt links ein unscheinbarer, schwer erkennbarer Pfad ab, auf den wir wechseln. Der Pfad führt nach ca. 50 Metern zu einer Einkerbung im Kraterrand. Hier kann man einen Blick in die Tiefe werfen und anschließend zum Anfang des Pfades zurückkehren.

Nun geht es rechts weiter. Nach 60 Metern kommt man an einen Steg, den man bis zu einem Fahrweg nach unten folgt. Rechts diesem Weg folgend kommt man am Rand einer Ebene vorbei. Dort wächst ein unverkennbares Prachtexemplar einer Kanarischen Kiefer. Am Ende des Weges hält man sich rechts auf den querenden Weg und erreicht 10 Minuten später schon bergab die Betonpiste, die uns als Ausgangspunkt der Tour in Erinnerung ist und uns zurück zum Auto bringt.

 

Madrid genehmigt die Suche nach Erdöl vor den Kanaren

Urlauber lieben die Kanaren, mehr als 10 Mio Touristen reisen Jahr für Jahr auf das spanische Archipel und schaffen damit mehr als 300.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze. Die Inselgruppe besticht durch ihre landschaftliche Vielfalt, ein ganzjährig mildes Klima und eine artenreiche Natur. Nicht umsonst wurden die Inseln von der UNESCO zum Naturerbe erklärt.

All dies scheint jedoch gegen die finanziellen Interessen einiger weniger keine Rolle zu spielen, denn kürzlich genehmigte die spanische Regierung trotz aller landesweiten Proteste und berechtigten Bedenken die Erdölsuche zwischen den Kanaren und der marokkanischen Küste.
Anfang des Jahres 2014 hatte das schottische Unternehmen Cairn Energy bereits nur 80 km südöstlich der Kanaren in marokkanischen Gewässern Erdöl gefunden.

Laut Genehmigung dürfen nur etwa 50 Kilometer vor Lanzarote und Fuerteventura drei Probebohrungen bis zu einer Tiefe von fast 7000 Metern durchgeführt werden. Neben dem spanischen Ölkonzern Repsol beteiligen sich an diesem Projekt die australische Woodside Energy und der deutsche Konzern RWE.
Repsol-Chef Antonio Brufau hatte angekündigt, die Probebohrungen noch im letzten Quartal 2014 zu beginnen. Der selbst von den Kanaren stammende Industrieminister Soria hatte erklärt, Spanien könne sich nicht leisten, auf eine Erdölsuche zu verzichten und betonte, dass alle Einwände geprüft wurden. Das Land bezieht sein Mineralöl derzeit zu 99 Prozent aus dem Ausland.
Es gibt seitens Repsol fadenscheinige Versprechen über 3500 bis sogar 5000 entstehende Arbeitsplätze auf den Kanaren, was zu bezweifeln ist, denn das Unternehmen beschäftigt weltweit gerade 25.000 Mitarbeiter. Ebenso bleibt fraglich, inwieweit sich für die Kanaren einen wirtschaftlicher Gewinn durch eine eventuelle Ölförderung ergeben soll, denn die Fördergesellschaft bezahlt für gefördertes Öl an den spanischen Staat zunächst keinerlei Steuern. Lediglich das in Spanien nach der Verarbeitung verkaufte Öl muss versteuert werden.

Die Kanaren kämpfen weiter um den Stopp der Ölsuche

Gerade die östlichen Inseln des kanarischen Archipels sind auf die Entsalzung der Meerwassers angewiesen, um ihren Trinkwasserbedarf zu decken und alle Inseln leben zu einem erheblichen Teil vom Tourismus. Eine Ölpest hätte fatale Folgen für die Bewohner und die einzigartige Natur und Artenvielfalt der Kanaren.
Die Regionalregierung der Inselgruppe und Umweltschützer sehen in dem Vorhaben erhebliche Gefahren und nicht absehbare Folgen für die Kanarischen Inseln. Seit Monaten gehen die Menschen auf die Straße und demonstrieren gegen das Vorhaben, leider erfolglos. Als letzte Möglichkeit versucht man nun seitens der Kanarischen Regierung die Genehmigung vor spanischen und europäischen Gerichten anzufechten. Bis dahin will die Regierung der Kanaren eine einstweilige Verfügung erwirken, um die Probebohrungen noch zu stoppen.
Bis spätestens 30. November dieses Jahres will man in der Autonomen Region der Kanaren ein Referendum über die Bohrungen von Repsol vor Fuerteventura und Lanzarote abhalten.
Auf der Website www.savecanarias.org werden Unterschriften gesammelt.

Madrid knüpft fragwürdige Bedingungen an die erteilte Genehmigung

Madrid knüpft an die erteilte Genehmigung zur Entnahme der Proben eine Reihe von Bedingungen. So würde man die Bohrungen sofort stoppen, sollte es im Umkreis von 75 Kilometern zu einem Erdbeben einer Stärke über 4,5 kommen oder sich Gefahren für die Umwelt ergeben. Zur Behebung eventueller Schäden durch einen Zwischenfall soll Repsol Sicherheiten in Höhe von 60 Millionen Euro bereithalten.

Nicht kalkulierbare Gefahren für Umwelt und Menschen

Die Summe von 60 Millionen Euro als Sicherheit klingt zunächst gewaltig, sieht man sich jedoch an, um welche Summen es bei der Ölkatastrophe der Deep Water Horizon im Jahre 2010 handelte, relativieren sich ein paar Millionen. Die Explosion der Ölplattform Deep Water Horizon kostete den britischen Ölkonzern viele Milliarden. Doch viel dramatischer ist die Tatsache, dass all dieses Geld nicht verhindern kann, was die Natur und somit auch der Mensch an Auswirkungen hinnehmen muss, denn faktisch gibt es für den Eintritt eines Zwischenfalls keinen genauen Notfallplan und sichere Schritte, um eine Umweltkatastrophe abzuwenden.
Die Explosion auf der Deep Water Horizon kostete 11 Mitarbeiter das Leben. Nach zwei Tagen sank die Plattform auf eine Tiefe von 1500 Metern. Das Unglück ging als die zweitgrößte Ölkatastrophe in die Geschichte ein, bei dem 30.000 Quadratkilometer mit 800.000 Tonnen Rohöl verseucht wurden. Dies ist die 4-fache Fläche der Kanaren.
Damals unternahm der Konzern über mehrere Monate verschiedene verzweifelte Versuche, den unkontrollierten Austritt des Rohöls zu stoppen, während das bereits ausgetretene Öl durch den Einsatz von Chemiekalien, Abbrennen und Absaugen von der Wasseroberfläche versucht wurde, zu entfernen. Die Folgen dieser Aktionen schädigen die Natur auf nicht absehbare Zeit.
Laut erster Schätzungen vermutet man vor den Kanaren Ölreserven, die den Bedarf Spaniens für 20 Jahre zu etwa 10 Prozent decken könnten. Vielleicht wäre es sinnvoller, diese 10 Prozent durch Umdenken und sparsamere Fortbewegungsmittel zu kompensieren.

Alternativen zum Erdöl

Wie lange die weltweiten Ölvorkommen noch reichen, darüber gibt es verschiedene Ansichten auseinander Meist ist von etwa 50 Jahren die Rede. Wir brauchen Alternativen, denn Rohöl bestimmt unser Leben wie kein anderer Rohstoff. In erster Linie als Treibstoff und zur erzeugung von Wärme wird es auch zur Herstellung von Farbe, Plastik, Kosmetik, Reinigungsmittel oder Medizin wird es benötigt.
Neben der bereits erfolgreich praktizierten Art der Stromerzeugung aus Sonnen- und Windenergie, gibt es weitere Ansätze für Alternativen zum Rohöl.
In der Schifffahrt versucht man bereits durch Windenergie einen zusätzlichen Antrieb zu nutzen und so zumindest den Treibstoffverbrauch zu senken. Einige Mineralölkonzerne engagieren sich gemeinsam mit Luftfahrtunternehmen im Bereich der synthetischen Kerosinherstellung aus Mikroalgen und konnten bereits erste Testflüge absolvieren.Die Automobilindustrie tüftelt seit Jahren an Brennstoffzellen, um Energie aus Wasser- und Sauerstoff zu gewinnen. Um Plastikprodukte herzustellen, benötigt man Erdöl, doch Alternativen bieten Glukose, Kartoffelstärke, Milchsäure oder z.B. Kohlendioxid. Auch in der Bekleidungsindustrie dominiert chemisch produzierte Kleidung. Spinnenseide könnte in Zukunft ein alternativer Rohstoff sein. Auch im Baugewerbe könnte ein Umdenken stattfinden und z.B. ein adäquater Ersatz für Mineralwolle zur Hausdämmung in Pflanzenfasern gefunden werden.

Wie ernähren sich eigentlich Vulkane?

vulkan

Allgemein bekannt ist, dass die Inseln des Kanarischen Archipels vulkanischen Ursprungs sind und so ergibt sich zwangsläufig die Frage, warum diese Inseln entstehen und was dabei eigentlich geschieht.

Grundsätzlich „lebt“ ein Vulkan auf ziemlich simple Weise: Erdplatten reißen auf oder schieben sich untereinander und schmelzen in der Tiefe zu flüssigem Gestein.

Es gibt zwar verschiedene Arten von Vulkanen, jedoch sind 90 % der aktiven Vulkane die Schildvulkane. Die übrigen bezeichnet man als Schichtvulkane.
Schildvulkane befinden sich innerhalb der Kontinentalplatten oder an auseinanderdriftenden Plattenrändern. Die meisten davon liegen für den Menschen unsichtbar tief im Ozean an den Ozeanböden verborgen. Weltweit gibt es etwa 1700 dieser Schildvulkane.

Die am ehesten sichtbaren Vulkane sind solche, die beim Zusammenstoß von Erdplatten entstehen.
Sie werden als „Strato- oder Schichtvulkane“ bezeichnet.

Der deutsche Forscher Alfred Wegener erkannte und wies Anfang des 20 Jahrhunderts nach, dass die Erdoberfläche aus einzelnen Platten besteht und entdeckte die Kontinentaldrift.
Sein Geburtshaus steht übrigens etwa 60 Kilometer nördlich von Berlin in dem kleinen Dorf Zechlinerhütte, wo ein liebevoll gestaltetes sehenswertes Museum anschaulich Auskunft über sein Leben und Wirken gibt.
Den Gedanken, dass die einzelnen Landmassen, die jetzt die Kontinente darstellen ursprünglich in der Erdgeschichte zusammenhängend gewesen sein könnten, hatten bereits Forscher vor ihm, wie etwa Sir Francis Bacon im 17. Jahrhundert oder Theodor Christoph Lilienthal im 18. Jahrhundert. Dabei gaben die Ähnlichkeiten der Küstenverläufe den Anstoß für diese Erkenntnisse. Erst den Forschern des 20. Jahrhunderts blieb es dank der Verbesserung der technischen Möglichkeiten und der Sattelitentechnik vorbehalten , die Bewegung der Kontinentalplatten exakt zu bestimmen.

Seit Millionen von Jahren geschieht Folgendes:
Inmitten der Ozeane reißt die Erdkruste auf. Für den Grund des Geschehens gibt es unterschiedliche Überlegungsansätze und ein Zusammenhang mit der Erdrotation wird angenommen. Aus diesen Rissen tritt flüssiges Magma aus und drückt die festen Platten auseinander. Die Platten „schwimmen! Gewissermaßen auf dem flüssigen Teil des Erdmantels und driften darum jährlich etwa 1 bis 10 cm auseinander. Im Gegenzug tauchen die Ränder der Kontinentalplatten ins Erdinnere ab, wodurch der Erdradius konstant bleibt. Das Abtauchen wird als Subduktion bezeichnet. Dieser Vorgang geschieht an den ozeanischen Tiefseerinnen und geht mit Austreten Flüssigen Gesteins und Auftreten teils heftiger Erdbeben einher. Die gedachte Linie entlang dieser Aktivitäten ist als „Pazifischer Feuerring“ bekannt. Länder in diesem Bereich sind häufig von Naturkatastrophen, wie Erdbeben und Tsunami betroffen, die mit verheerenden Zerstörungen einhergehen. Gewaltige, kaum vorstellbare Kräfte werden frei gesetzt.

Ganz nebenbei entsteht durch die vulkanischen Aktivitäten aber auch „neues“ Land. Das erleben die Bewohner der Kanaren aktuell vor El Hierro, wo in Zukunft eine neue Insel aus dem Meer auftauchen wird, die eines Tages vielleicht sogar bewohnbar ist.

So kurios, wie es auch klingen mag, aber wenn sich die Entwicklung fortsetzt, wird in etwa 60 Millionen Jahren zu erwarten sein, dass Australien an Asien „anstößt“ und ein neuer Kontinent entsteht. Ob es dann noch Menschen geben wird? Das ist bestimmt nicht anzunehmen.
Dass der Vorrat an flüssigem Gestein als Nahrung für die Vulkane jemals zur Neige gehen wird, ist sicher nicht zu erwarten und so wird sich auch das Gesicht unserer Erde stetig verändern.