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Auswandern nach Spanien

Jan 25, 16 • Kanaren News, Kultur / Cultura, Leben auf / Vivir en La Palma, NewsKommentare deaktiviert für Auswandern nach SpanienRead More »

Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna ??

Abgewandelt kann man auch fragen, sind wir nicht alle ein bisschen „Flüchtling“??

Zuweilen flüchten sich die Menschen vor ihren Ehen in die Arbeit, flüchten sich in den Alkohol um anderen Problemen zu entkommen. Und Andere wiederum flüchten vor grauen Wintertagen in den Süden. Am tragischsten ist die Flucht vor dem Krieg. Das aber soll hier nicht diskutiert werden. Einzig die Flucht, wenn man sie denn überhaupt immer so nennen kann, in den Süden will hier behandelt werden.

Im Jahr 2014 sind 148.636 Deutsche ausgewandert.

 

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Auswandern nach Spanien

Von diesen 148 Tausend sind aber gerade einmal 6.155 nach Spanien gezogen. Auswandern nach Spanien ist also durchaus im Trend. Im Jahr 2008 wanderten noch 182.00 Deutsche aus und in 2015 waren es noch 130.505 Deutsche. Da spielen dann wohl die Jobaussichten eine gewisse Rolle und versprechen Sicherheit. Und die ist dem Deutschen sehr wichtig. Hier in Spanien nennt man uns gerne mal cabezota, den Dickkopf. Allgemein gibt es genügend Begriffe mit denen man uns charakterisieren will. Unrühmlich werden wir am meisten als Spießer bezeichnet.
Was ich leider bestätigen muss. Mit Zahlen kann man aber auch allerhand Unfug betreiben und so sind die Zahlen eher frei zu interpretieren. Der durchschnittliche Deutsche glaubt nicht an UFO´s, raucht vier Zigaretten am Tag telefoniert einmal die Woche mit „Mutti“, wobei ich hier nicht unsere Rauten-Führung meine, und der Deutsche hätten gerne mehr Sex. Zwar behauptet er, zweimal die Woche Sex zu haben aber, Dunkelziffern liegen eher bei zweimal im Monat. Anyway. Alle vier Minuten wandert ein Deutscher aus, was 360 Deutsche am Tag ergibt. Verglichen mit den derzeitigen 3000 bis 4000 Flüchtlingen, die derzeit nach Deutschland wollen, eine überschaubare Zahl. Das kommende Wohnraumproblem behandeln wir hier ebenfalls nicht.

Warum wandern wir also aus, wo doch alle nach Deutschland wollen.

 

Die Beweggründe sind mannigfaltig genau wie unergründbar. Antrieb ist jedoch immer eine Unzufriedenheit mit der bisherigen Situation. Das auf den Kanarischen Inseln insgesamt 30.543 Deutsche wohnen und auf den Balearen 22.120 entspricht einem Anteil von überschaubaren 1,47 bis 2,00% und ist von „Überdeutschung“ weit entfernt.
Die Auswanderer wollen mehr Lebensqualität. Die scheinen sie in Deutschland nicht erlangen zu können. Die meisten Deutschen verwechseln mit Lebensqualität sich jederzeit schöne Dinge kaufen zu können, sich nach 60 Wochenstunden ein 1500.- Euro Wellness Wochenende zu leisten, oder mit der Luxuskarosse über die Flaniermeilen zu gleiten. Der Südländer definiert Lebensqualität ganz anders. Er ist nicht geprägt vom Mantra immer höher, immer weiter, immer mehr. Der Südländer versteht es zu erkennen, wann er genug gearbeitet hat. Hier jedenfalls brauchen viele kein teures Auto oder prunkvolle Villen. Hier lebt man draußen, und vor allem miteinander. Sehr prägnant und angenehm auch, dass hier weniger gewertet wird. Mein Haus, mein Pferd, mein Auto wird nicht ernst genommen. Natürlich ist auch hier eine Richtung zu erkennen, die immer mehr SUV´s auf die Straßen bringt. Wir wollen hier aber nicht Einzelfälle beschreiben sondern einen Einblick vermitteln, wie er sich uns hier nach zehn Jahren La Palma zeigt. Im Vergleich zu den Dingen, die einen in Deutschland um treiben, ist hier am Abend mehr Tag übrig. Und das ist das entscheidende. Und nur wer seine Komfortzone auch mal wissentlich aufgibt, sich auch dem Scheitern stellt, der wird in den meisten Fällen mit einem Gefühl belohnt, wie es in schnell getakteten Metropolen kaum zu finden ist. Natürlich ist La Palma nicht London oder Paris. Auch zu Mailand ist der Abstand groß. Aber bei all der Landflucht die uns proklamiert wird, schießen in den Metropolen Geschäft aus dem Boden, die Ruhe und Langsamkeit versprechen innere Ausgeglichenheit und Seelenfrieden. Workshops für Zeitmanagement würden hier als running Gag Lachkrämpfe erzeugen. In den Metropolen zahlt man für all diese Lebenshilfen viel Geld. Hier haben wir es kostenlos. Umwege erhöhen die Ortskenntnis heißt es. Vielleicht haben sich viele Großstädter bisher einfach nur verfahren.

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